Formel 1

«Ferraris Eigentor: Maranello macht alles falsch»

Von - 03.09.2018 15:54

Beim Großen Preis von Italien gewann Lewis Hamilton, Sebastian Vettel musste einen herben Rückschlag hinnehmen. Von der internationalen Presse gab es Lob, Ferrari erntete eine Menge Kritik.

Der Italien-GP hatte es in sich: Nach dem dramatischen Rennen und seinem Sieg heimste Lewis Hamilton in den internationalen Medien jede Menge Lob ein. Ferrari und Sebastian Vettel hingegen mussten Kritik einstecken.

ENGLAND

The Telegraph: Hamilton feiert einen der wertvollsten Siege seiner Karriere, nachdem er hinter den feindlichen Linien triumphiert hat. Er hat Ferrari in Schockstarre versetzt und einen großen Schritt auf dem Weg zu seinem fünften WM-Titel gemacht. Sebastian Vettel fiel schon in der vierten Kurve aus seiner Rolle als Platzhirsch und Herausforderer. Es wird schwer für ihn, sich von diesem Rückschlag zu erholen.

The Guardian: Vor dem Rennen hatte Hamilton Monza als Schlangengrube bezeichnet. Am Ende stand er hoch oben auf dem Siegerpodest und verriet der entsetzten Menge, wie ihn ihre Buhrufe angestachelt hatten. Sein Sieg schien absolut undenkbar, aber er zeigte sein ganzes Können und verpasste Sebastian Vettel einen schmerzhaften Tiefschlag im Kampf um den Titel.

Daily Mail: Lewis Hamilton, der Meister von Monza. Der Weltmeister lässt die roten Chöre mit dem Rennen seines Lebens verstummen. Die englische Hymne erklang zu Ehren eines Sieges, der für immer ein Stachel in Monzas Geschichte bleiben wird. Hamilton pflanzt seine Flagge auf dem Gipfel seines Sports. Vettel und Ferrari werden lange brauchen, um sich davon zu erholen.

The Sun: Ferrari hat ein Problem, und das heißt Lewis Hamilton. Vettel ist unter dem stetigen Druck zusammengebrochen.

ITALIEN

Gazzetta dello Sport: Ferraris Eigentor. Maranello macht alles falsch. Lob für Lewis Hamilton, der wieder ein Meisterwerk vollbringt, Ausdruck eines Talents und einer Entschlossenheit, wie sie sonst niemand vorweisen kann.

Corriere dello Sport: Hamilton ist kaltblütig und perfekt. Von Anfang an leistet er sich keinen einzigen Fehler. Er ist der Trumpf in der Hand von Mercedes, dessen Autos Ferrari unterlegen waren. Das Ergebnis in Monza bezeugt, dass es nicht genügt, das schnellste Auto zu haben. Man muss schnell sein, zugleich aber auch den Vorsprung verwalten können.

Tuttosport: Ferrari, so nicht. Der italienische Grand Prix hat für Maranello schlecht begonnen und ist noch schlechter zu Ende gegangen.

La Repubblica: Ferrari hat einen Sieg einfach weggeworfen. Von der ersten Reihe bis zur Niederlage: Maranello zahlt einen hohen Preis für seine Strategie. Das Duell zwischen Vettel und Räikkönen endet in einer Niederlage. Hamilton spielt einfach Hamilton. Er profitiert von den Fehlern Ferraris und von der Strategie seines Teams.

Corriere della Sera: Ferrari verliert auf der ganzen Linie. In Monza bestätigt sich Vettel als Pilot, der keine Kompromisse kennt. Er ist äußerst stark - oder sehr fragil.

La Stampa: Grand Prix Hamilton. Vettel begeht zu viele Fehler, die ihn am Ende den WM-Titel kosten könnten, obwohl er das schnellste Auto hat. Hamilton ist perfekt, er ist kaltblütig und zynisch, wenn es die Umstände erfordern. Das war eines seiner besten Rennen.

ÖSTERREICH

Kronenzeitung: Lewis Hamilton stürzt Ferrari ins Tal der Tränen. Dass am Ende im Ferrari-Land die großen Erwartungen des Heim-Teams unerfüllt blieben und etwas überraschend der nur aus der zweiten Reihe gestartete Mercedes-Pilot Hamilton gewann, entschied sich bereits in Runde eins.

Kurier: Sebastian Vettel hat das Hochgeschwindigkeitsduell mit Lewis Hamilton verloren und im Kampf um den WM-Titel ausgerechnet vor den italienischen Tifosi einen vielleicht entscheidenden Rückschlag kassiert.

SCHWEIZ

Neue Zürcher Zeitung: Das Ferrari-Team verzichtet am Heim-GP von Monza auf Teamorder. In gewissen Momenten hätte Räikkönen seinem deutschen Teamkollegen behilflich sein können. Lewis Hamilton hingegen konnte auf die Unterstützung von Valtteri Bottas zählen. Besonders bitter für Vettel ist, dass ihm sowohl beim persönlichen Heimspiel in Hockenheim als auch jetzt bei jenem seines Teams Fehler unterliefen.

Blick: Eine bittere Pille für die über 100.000 Tifosi der Scuderia aus Maranello. Sie träumten vom ersten Ferrari-Heimsieg seit Alonso 2010. Stattdessen entführt Erzfeind Mercedes zum fünften Mal in fünf Jahren die Monza-Trophäe aus Italien.

SPANIEN

Marca: Hamilton frisst Ferrari auf. Beeindruckender Sieg von Lewis Hamilton beim GP von Italien, und das, obwohl er weder Favorit war noch aus der ersten Reihe startete. Als Vettel beweisen sollte, wer er ist, bewies der Engländer, was für ein Champion er selbst ist. Seb zitterten wieder mal die Hände. Hamilton verdient sich immer mehr den fünften Titel. Ferrari gerät in Depressionen. Diesen Ausgang hatte Vettel nicht auf der Rechnung.

AS: Hamilton bringt Monza zum Schweigen. Vettel wird Vierter nach einem Irrtum in der ersten Runde. Ferrari war diesmal nicht so überlegen wie Mercedes. Hamilton hat an den Sieg geglaubt, obwohl vorab jeder seinen deutschen Rivalen ganz oben auf dem Podium gesehen hatte. Das haben die Tifosi nicht erwartet. Dieser vierte Platz ist ein Schlag ins Gesicht für die Titelambitionen Vettels.

Sport: Hamilton gibt den Ton in Vettels Zuhause an. Der Engländer holt sich den Sieg nach zwei spektakulären Überholmanövern gegen Vettel und Räikkönen. Vettel touchierte Hamilton und mußte vom letzten Platz aus eine Aufholjagd starten, um am Ende Vierter zu werden. Man muss den Hut vor Hamilton ziehen, noch sieben Rennen, und er baut seinen Vorsprung aus. Monza ist nicht mehr Ferraris Wohnzimmer, seit 2010 haben die Roten hier nicht mehr gewonnen.

El Mundo Deportivo: Hamilton haut in Monza auf den Tisch. Ein episches Rennen und ein Triumph eines echten Champions. Was Hamilton diesmal in Monza gezeigt hat, können nur wenige Auserwählte. Hamilton bringt die zum Schweigen, die es wagen, ihn zu kritisieren. Es war ein großer Schritt in feindlichem Gebiet. Für Vettel ist es ein schwerer Rückschlag im Kampf um den WM-Titel.

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