Formel 1

Ferrari ohne Kimi Räikkönen: Die Fans wehren sich

Von - 07.09.2018 08:19

​Noch immer warten wir darauf, dass Ferrari offiziell bestätigt, was in Maranello die Spatzen von den Bäumen trällern: Charles Leclerc fährt 2019 an der Seite von Sebastian Vettel. Die Fans wehren sich.

Die Formel-1-Welt wartete am Donnerstag, 6. September auf eine Nachricht aus Maranello – auf die Bestätigung dessen, was in Italien seit dem Monza-Wochenende als beschlossene Sache gilt: dass Kimi Räikkönen für 2019 durch Charles Leclerc ersetzt wird. Wie Lapo Elkann, das «enfant terrible» des Fiat-Konzerns, in einem Facebook-Post durchblicken liess, der eilig wieder vom Netz genommen wurde. Aber der Tag kam, und der Tag ging, und aus Maranello hörten wir nur Schweigen. Wieso?

Realisten glauben: Es gibt noch letzte Details zu klären. Kimi-Räikkönen-Fans klammern sich hingegen an die Hoffnung, dass es in Maranello noch letzte, verzweifelte Anstrengungen gibt, das Unvermeidliche zu vermeiden. Für viele Formel-1-Anhänger ist es unverständlich, dass der finnische Weltmeister von 2007 ausgerechnet jetzt gehen soll. Keiner stand in den letzten Rennen so oft auf dem Siegerpodest wie Räikkönen, auch nicht die WM-Anwärter Vettel und Hamilton.

Kimi Räikkönen ist mit Ausnahme von Lewis Hamilton weltweit der populärste Fahrer: Der coole Finne mit dem Spitznamen «Iceman» scheut das Rampenlicht und ist bekannt dafür, die Fragen der Reporter nur widerwillig und einsilbig zu beantworten. Trotzdem kommt der eigenwillige Blondschopf bei den Fans gut an: Räikkönen gehört zu den beliebtesten und bekanntesten Fahrern im Formel-1-Feld.

Auch aus Sicht der Formel-1-Führung müsste die Einsicht bestehen: Ein Grand-Prix-Sport ohne Fernando Alonso und Kimi Räikkönen, das ist eine ärmere Formel 1. Formel-1-CEO Chase Carey wurde bei Fernando Alonso vorstellig, um ihn zum Bleiben zu bewegen, wie der Spanier bestätigt hat. Ob es ähnliche Versuche von Carey bei Ferrari gibt, wissen wir nicht.

Einige Fans sind aktiv geworden. Auf der Plattform change.org hat Christy John eine Petition ins Leben gerufen. Der Kimi-Anhänger argumentiert: «Es ist ungerechtfertigt, Kimi Räikkönen zu ersetzen, nur wegen eines Vertrags, der vom früheren Ferrari-Präsidenten ausgehandelt worden ist. Die derzeitige Ferrari-Führung und Sebastian Vettel brauchen Kimi, um die Ausgeglichenheit im Team zu bewahren. Kimi hat überdies Vettel einige Male hinter sich gelassen und so bewiesen, dass er zur Bestform zurückgefunden hat. Seine Fahrt in Monza macht das nur glaubwürdiger.»

Das haben HIER schon mehr als 13.000 Fans unterzeichnet. Jane Mitchell schreibt zur Petition: «Kimi Räikkönen hat mehr als genug getan, um eine weitere Saison im Ferrari zu verdienen. Wenn Ferrari glaubt, dass wir eine der schlechtesten Entscheidungen unterstützen, die sie je gefällt haben, dann haben sie sich geschnitten. Kein Kimi, keine Formel 1.»

Die Aktion und auch die Reaktionen der Menschen beim Monza-GP zeigen, wie sehr die Fans Kimi Räikkönen lieben. Allein, das wird am Vertrag nichts ändern, den der Ende Juli verstorbene Sergio Marchionne als damaliger Ferrari-Chef mit dem Management von Charles Leclerc ausgehandelt hatte.

Christy John postet: «Es gibt noch keine offizielle Stellungnahme, dabei war das doch der Tag, an dem sich das Schicksal von Kimi in der Formel 1 entscheiden sollte. Nichts ist passiert. Es gibt noch Möglichkeiten, dass Ferrari die Entscheidung überdenkt. Oder all das war nur ein schmutziges Gerücht. Wie auch immer – lasst uns die Hoffnung nicht verlieren und macht Eure Stimme hörbar. Ich weiss, diese Petition hat nicht die Macht, um Interna bei Ferrari zu beeinflussen. Aber mindestens können wir unserer Meinung Ausdruck geben. Wenn die Formel 1 Kimi Räikkönen verliert, dann hat das gewiss Auswirkungen auf die Zuschauerzahl.»

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