Moto3

Peter Öttl: «Zusammenarbeit mit Biaggi ist positiv»

Von - 02.05.2019 08:45

Moto3-Teambesitzer Peter Öttl freut sich über die WM-Führung mit Aron Canet (19) und spricht über seinen neuen Teampartner Max Biaggi.

Nach drei Jahren mit Sohn Philipp im eigenen Moto3-Team setzt Teambesitzer Peter Öttl in diesem Jahr den Spanier Aron Canet ein. Der KTM-Rennstall wurde mit dem Max Racing Team von Max Biaggi zusammengekegt. Sterilgarda ist als Hauptsponsor dabei.

Das Max Racing Team feierte in Texas den ersten Sueg und liegt in der WM-Tabelle jetzt punktegleich mit Jauma Masia an der Spitze. Teammanager Peter Öttl plaudert über seinen neuen Fahrer, den Kampf gegen Honda, die Zusammenarbeit mit Partner Max Biaggi und die Pläne für das nächste Jahr.

Peter, man hat immer erzählt, Aron Canet sei kein einfacher Charakter. Er ist im Estrella-Galicia-Honda-Team von Alzamora auch manchmal angeeckt. Wie gut funktioniert die Zusammenarbeit?

Ja, ich würde sagen, er ist ein spezieller Charakter. Aber man kann mit ihm sehr gut arbeiten. Was seine Aussagen zum Motorrad begrifft, das ist einwandfrei. Damit können wir wirklich etwas anfangen.

Im Estrella-Team wollten sie ihn zu stark ändern, hat er mir erzählt. Das Team hat zu starken Einfluss auf ihn und seine Art genommen. das wollte er nicht.

Manche Teams versuchen, einen Fahrer so hinzubiegen, wie es nach ihrem Gutdünken am besten ist. Und das geht beim Aron gleich gar nicht. Du musst diesen Buben so sein lassen, wie er ist, seine Stärken nutzen – und fertig.

Er hat natürlich auch seine Schwächen. Deshalb müssen Crew-Chief Martinelli und ich immer ein Auge darauf werfen, dass wir da sind, wenn irgendwas aus der Bahn läuft. Aber sonst wollen wir den Buben nicht zu groß ändern, denn er ist eh stark.

Er betrachtet das Team als Familie, das müssen wir ihm bieten. Wenn er sich bei uns wohlfühlt, dann passt es bei ihm.

2017 lagen in der Moto3-WM am Ende sieben Honda vorne. 2018 gewann KTM elf von 18 Rennen, jetzt führen zwei KTM-Fahrer die WM an. Herrscht Ausgeglichenheit bei den beiden Herstellern?

Ja, es sieht nicht schlecht aus, das erste Rennen in Losail war Honda-lastig. da sind sie uns in der Beschleunigung ein bisschen weggefahren, deshalb war der dritte Platz von Aron extrem viel wert.
Ich habe erwartet, dass es in Las Termas für uns besser wird. In Amerika auch, Und genau das ist eingetreten.

Im Augenblick sind die beiden Fabrikate ziemlich ebenbürtig.
Honda hat keinen Fahrer wie Jorge Martin 2018, der herausragend war. Ich sehe das Fahrerfeld ausgeglichener, bei den Motorrädern ist es auch so.

Ein Team, das mit der KTM und umgehen kann mit einem Fahrer, der die KTM gut abstimmen kann, dann sind die beiden Hersteller gleichwertig.

Wie klappt die Zusammenarbeit mit Max Biaggi? In Texas ist er erst zur Siegesfeier am Sonntagabend erschienen, weil er zur Formel E in Rom musste. Tags darauf testete er in Austin Aprilia-Serienmaschinen.

Die Zusammenarbeit mit Max läuft ungefähr so wie erwartet.
Das passt so.

Aber ihr habt eine gute Symbiose gefunden. Biaggi bekam keinen Startplatz, du wusstest nicht, ob deine deutschen Sponsoren einen Ausländer finanzieren würden.

Ja, dieses Joint Venture ist für uns beide positiv.

Ihr habt nur einen Ein-Jahres-Vertrag. Wird die Zusammenarbeit 2020 fortgeführt?

Es ist noch zu früh, um über die nächste Saison zu reden oder zu spekulieren. Man muss schauen, wie sich die Zusammenarbeit weiterentwickelt. In Europa wird die Zusammenarbeit mit Max ein bisschen intensiver werden.

Anderseits sind alle Sachen für 2019 geregelt. Wir haben eigentlich nur noch die Rennen, die wir meistern müssen. Das Team steht ja. Über die Zukunft machen wir uns dann im Sommer Gedanken.

Es gab mal die Idee, 2020 einen zweiten Fahrer ins Team zu holen, eventuell einen Deutschen. Aber gibt es einen, der WM-reif ist?

Ein Zwei-Fahrer-Team ist immer irgendwo das Ziel. Aber es muss halt auch ein Platz zur Verfügung stehen. Natürlich werden wir unseren Wunsch bei der IRTA relativ früh deponieren.

Aus deutscher Sicht käme Dirk Geiger in Betracht?

Es gibt immer die Idee, einen Topfahrer und dazu ein junges Talent zu haben.

Aber bevor wir keinen zweiten Platz haben, brauchen wir über einen zweiten Fahrer nicht nachzudenken.

Tim Georgi ist 2017 beim Brünn-GP am Freitag in den zwei nassen Trainings auf den Plätzen 1 und 6 gelandet. Inzwischen ist er in der Versenkung verschwunden.

Ich habe keine Ahnung, was Georgi in diesem Jahr macht. Es ist immer so, dass man sich über Resultate für die Weltmeisterschaft empfiehlt. Wenn man nicht fährt, hat man keine Resultate.

WM-Stand Moto3 (nach 3 von 19 Rennen)

1.Masia 45. 2. Canet 45. 3. Dalla Porta 32. 4. Antonelli 32. 5. Toba 31. 6. Arbolino 26. 7. Rodrigo 24. 8. Ramirez 24. 9. Migno 23. 10. D. Binder 21. 11. Vietti 20. 12. R. Fernandez 19.

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