Moto3

Talent Dirk Geiger: Mit Wildcard beim Sachsenring-GP?

Von - 15.04.2019 15:59

Der 16-jährige Deutsche Dirk Geiger gilt momentan als einziger deutscher Teenager mit WM-Format für die Moto3-Klasse. Fährt er für Kiefer und Prüstel mit einer KTM beim Deutschland-GP?

Letztes Jahr setzte Luca Grünwald als Wildcard-Fahrer beim Sachsenring-GP eine Moto3-KTM des ambitionierten Freudenberg-Teams ein. Die Dorna wollte dann Tim Georgi beim Brünn-GP bei Freudenberg mit einer Wildcard verwöhnen, doch das Projekt scheiterte an der Freigabe durch Kiefer Racing und am merkwürdigen Berater des Berliners. Das Ergebnis: Georgi, der beim Brünn-GP im Regen 2017 am Freitag noch mit Top-6-Ergebnissen (P1 im FP1 und P6 im FP2) glänzte und das Rennen auf dem starken 18. Rang beendete, ist nach einer misslungenen Saison 2018 und dank eines überforderten Beraters völlig in der Versenkung verschwunden.

Trotzdem wird aller Voraussicht nach auch 2019 wieder ein deutscher Wildcard-Fahrer beim Heim-GP am 7. Juli mitmischen. Dirk-Geiger-Manager Peter Bales sprach in Texas mit der Dorna und der Teamvereinigung IRTA darüber und klärte die Möglichkeiten ab, auch KTM signalisierte Bereitschaft, das 16-jährige Talent bei der Teilnahme am GP von Deutschland zu unterstützen.

Der talentierte Teenager war bereits sieben Mal Deutscher Meister und dazu Vize-Europameister in unterschiedlichen Klassen. 2015 wurde er als ADAC Junior-Motorsportler des Jahres ausgezeichnet. Doch Geiger plagen Geldsorgen, deshalb bestreitet er 2019 bei Kiefer Racing in Spanien den European Talent Cup (ETC), den er 2018 im Intact-Team auf der Standard-Honda NSR 250R auf Platz 20 beendet hat. «Der ETC war im Vorjahr eine richtige Bewährungsprobe, im ersten Jahr ist Dirk trotzdem bester Deutscher geworden. Aber die Konkurrenz war stark», sagt Peter Bales. «Jetzt hat er sich in dieser Rennserie zurechtgefunden und ist nach zwei Rennen Gesamtsiebter.»

2016 und 2017 gewann Geiger im Kiefer-Team den Northern European Cup in der Standardklasse.

«Ich habe bei KTM angefragt und plane ein Joint Venture zwischen Kiefer Racing und PrüstelGP», schilderte Bales, der auch Lukas Tulovic unterstützt und in in die Moto2-EM gebracht hat. Für die Unterstützung der Dorna und von KTM bin ich sehr dankbar.»

Jetzt muss über den DMSB eine Anmeldung für die Wildcard erfolgen. FIM, Dorna und IRTA segnen sie dann ab, nachdem die fahrerische Kompetenz von Geiger nach den bisherigen Ergebnissen geprüft worden ist. Das wird keine ernsthafte Hürde sein.

DMSB und ADAC müssen froh sein, wenn vielleicht erstmals seit 2013 (damals kamen Florian Alt und Philipp Öttl) wieder ein Deutscher versucht, in der Moto3-WM Fuß zu fassen, sonst findet der GP von Deutschland in einigen Jahren ohne Lokalmatador statt.

«Ich weiß nicht, ob ich beim DMSB jetzt um die Wildcard betteln muss», grübelt Peter Bales, der in Deutschland für 2020 auch eine «School of Champions» plant. «Die bisherigen Gespräche mit Dorna-Sportdirektor Carlos Ezpeleta habe ich als sehr angenehm empfunden. Die Dorna will in Deutschland unbedingt gezielte Nachwuchsförderung betreiben. Zum ersten Mal, seit ich im Motorsport zuhause bin, gibt mir ein Funktionär das Gefühl: ‚Wir machen es möglich.‘ Das ist ein tolles Gefühl, da ich in Deutschland in diesem Zusammenhang bisher nur mit Hürden konfrontiert worden bin. Auch KTM möchte ich in diesem Zusammenhang erwähnen, die keine Sekunde gezögert und sofort technischen Support zugesagt haben. Kiefer und Prüstel machen auch mit, da arbeiten wir an einem Joint-Venture. Ich betreibe das unter dem Motto ‘Synergien 2019’ für den deutschen Motorradrennsport.»

Das Ziel für Dirk Geiger beim deutschen WM-Lauf wird vorläufig bescheiden festgesetzt. «Nicht Letzter werden», heißt die Devise von Peter Bales. «Es ist ja noch nie passiert, dass jemand von der ETC in die Moto3-Weltmeisterschaft geht. Der Sachsenring ist eine von Dirks Lieblingsstrecken. Er ist im Northern European Cup dort schon gefahren. Damals wäre er mit seiner NEC-Zeit in der Startaufstellung der Moto3-WM Vorletzter geworden. Er kann was!»

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