MotoGP

Pedrosa unschlüssig – Geduldsprobe für Stefan Bradl

Von - 13.04.2018 09:15

Bei Repsol-Honda ist noch offen, ob Dani Pedrosa nach seiner Operation (Radiusknochen gebrochen) zum Texas-GP reisen wird. Stefan Bradl steht in den Startlöchern.

Am Dienstagnachmittag wurde Dani Pedrosa unmittelbar nach seiner Rückkehr aus Argentinien in Barcelona operiert. Der gebrochene Radiusknochen im rechten Unterarm wurde mit einer Titanschraube fixiert. Diese Verletzung war vorher bei einem 3D CT-San diagnostiziert worden.

Dr. Xavier Mir kündigte danach an, Dani Pedrosa könne innerhalb von 48 Stunden (das war Donnerstagabend) mit der Therapie und Mobilisierung beginnen. Über die Teilnahme am MotoGP-Rennen in Austin/Texas (20. bis 22. April) werde danach zu einem späteren Zeitpunkt entschieden, kündigte er an.

Jetzt rauchen bei HRC, Repsol und dem Team die Köpfe.

Soll Dani Pedrosa, Quali-Zweiter in Las Termas und in Doha im Quali und im Rennen Siebter, trotz des Knochenbruchs (nach Kollision mit Zarco in Runde 1) einen Start auf dem Circuit of the Americas (COTA) riskieren?

Zweimal muss in Austin von 330 auf deutlich unter 100 km/h runtergebremst werden. Hält das die lädierte rechte Hand aus?

Dani Pedrosa muss jetzt abwägen: Soll er angeschlagen nach Amerika reisen – oder sich lieber bis zum wichtigen Jerez-GP (4. bis 6. Mai) auskurieren und dort auf Sieg fahren?

Eine schwierige Entscheidung.

Denn einerseits wird der Repsol-Honda-Star beim Texas-GP kaum im Vollbesitz seiner Kräfte sein. Anderseits braucht er dringend Punkte – er hat erst neun nach zwei Rennen.

Pedrosa fährt im 13. Jahr bei Repsol-Honda im Alter von 32 Jahren um einen neuen Vertrag. Johann Zarco ist als Nachfolger im Gespräch, er fuhr Bestzeit beim Katar-Test, eroberte dort die Pole-Position und führte in Katar im Rennen mehr als 17 Runden lang – und er brauste in Argentinien auf Platz 2!

Repsol-Honda-Teamprinzipal Alberto Puig ist nicht zu beneiden. Er muss die Marc-Márquez-Eskapaden ausbaden – und jetzt auch noch mit Pedrosa-Verletzung fertig werden.

Das Reglement in der MotoGP erlaubt jedoch einen Ausweg. Dani Pedrosa könnte das FP1 fahren und dann entscheiden, ob die Schmerzen erträglich sind. Er kann  sogar nach dem FP2 und FP3 noch aussteigen – und Stefan Bradl ranlassen.

Ähnlich ist das Movistar-Yamaha-Team 2017 in Aragón bei Valentino Rossi nach dem Enduro-Unfall (Schien- und Wadenbein gebrochen) verfahren. Superbike-Pilot Michael van der Mark stand als Ersatzmann bereit. Rossi fühlte sich damals fit – und schaffte im Rennen den fünften Platz.

Da Red Bull der Namenssponsor des US-GP und gleichzeitig Co-Sponsor bei HRC ist, wird Repsol-Honda aller Voraussicht nach beide Werksmaschinen einsetzen.

HRC-MotoGP-Testfahrer Stefan Bradl (28) gilt als logischer Ersatzmann für Pedrosa. Der Bayer hat die Honda RC213V im Januar in Sepang in der Version von 2017 getestet, weil er noch angeschlagen war. In Jerez fuhr er am 27./28. März erstmals die 2018-Maschine.

Würde Stefan Bradl in den nächsten Tagen von HRC den Marschbefehl für Texas erhalten, wäre dies eine Premiere: Noch nie in der GP-Geschichte durfte ein deutscher GP-Pilot in der «premier class» (500 ccm/MotoGP) im Honda-Werksteam antreten.

Teamkollege Marc Márquez war 2011 Bradls erbitterter Gegner in der Moto2-WM.

Auch Dani Pedrosas Crew-Chief Giacomo Guidotti ist für Stefan Bradl kein Unbekannter: Bruder Francesco agierte zu Bradls KTM-125-Zeit bei KTM als Teamkoordinator. Und in seinen MotoGP-Jahren verhandelte Bradl mehrmals mit Pramac-Ducati, wo Giacomo Guidotti damals als Crew-Chief beschäftigt war, Francesco ist dort bis heute als Teammanager von Petrucci und Miller tätig.

Stefan Bradl ist jetzt gespannt auf die Entscheidung von HRC und Pedrosa.

«Ich wäre bereit», erklärte der Bayer, der auf der anspruchsvollen 5,5 km langen Piste in Texas (mit 21 Kurven!) in den Jahren 2013, 2014 und 2016 einen fünften, einen vierten und einen zehnten Platz erkämpft hat. «Ich habe keine Beschwerden mehr im rechten Handgelenk und fühle mich fit.»

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