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Superbike-WM

Schonungslose Analyse: Jonathan Rea beurteilt Honda

Von - 13.09.2017 19:16

Von 2009 bis 2014 startete Jonathan Rea in der Superbike-WM für Honda und gewann jedes Jahr mindestens ein Rennen. Der heutige Kawasaki-Star erinnert sich, wie es zum Umstieg auf die Cosworth-Elektronik kam.

Der zweifache Weltmeister Jonathan Rea hat eine beeindruckende Statistik in der Superbike-WM vorzuweisen – und das nicht erst, seit er auf Kawasaki von Sieg zu Sieg und von Titel zu Titel eilt. Auch in seinen sechs Jahren für Honda gehörte er zu den Besten und eroberte 42 Podestplätze, darunter 15 Siege.

Rea machte bei Honda alle Hochs und Tiefs durch, trotz diverser Modell-Updates hatte er nie ein Motorrad zur Verfügung, mit dem er titelfähig war. Das war keine Honda seit 2007, als James Toseland Champion wurde. Gesamtrang 3 im Jahr 2014 markiert Reas beste WM-Platzierung für Honda. Seit 2015 fährt der Nordire für Kawasaki, wurde zweimal Weltmeister und führt auch in dieser Saison die Tabelle souverän an. Bleibt er verletzungsfrei, dürfte Rea als erster Fahrer in der Superbike-Geschichte das Triple gelingen.

Honda hingegen stolpert mit der neuen Fireblade unter ferner liefen umher, Stefan Bradl liegt nur auf WM-Rang 14. Viele Experten machen Cosworth dafür verantwortlich. Die Briten haben bei der Leistungssuche die Fahrbarkeit des Motors vernachlässigt, zudem harmoniert die Elektronik nicht perfekt mit dem neuen Fireblade-Aggregat. Deshalb ist längst beschlossene Sache: Für 2018 steigt Honda auf die Motorsteuerung von Magneti Marelli um, ab 2019 ist diese ohnehin für alle Superbike-Teams verbindlich.

SPEEDWEEK.com setzte sich mit Jonathan Rea zusammen. Der 30-Jährige analysierte, was bei seinem langjährigen Arbeitgeber schief läuft.

Jonathan, Honda benützt seit 2013 die Elektronik von Cosworth. Kannst du dir vorstellen, dass die Elektronik von Magneti Marelli, wie sie Honda im Suzuka-Bike verwendet, deutlich besser arbeitet? Du kennst beide.

2012 hat Honda die HRC-Kit-Elektronik eingesetzt. HRC wollte dem Team damals helfen, sie waren aber weit weg. Sie gaben uns damals eine ECU, die clever genug war in MotoGP – zehn Jahre zuvor. Wir fuhren aber gegen Werksteams von Ducati und Kawasaki, die aktuelle Highend-Elektronik hatten. Unser Paket war Mist. Es hat eine halbe Saison gedauert bis wir begriffen, dass HRC nur spielte. Also entschieden wir, dass wir einen Schritt zurück machen und die Elektronik mit Cosworth selbst entwickeln.

Wenn HRC wollte, dass das Superbike-Projekt Erfolg hat, dann könnten sie dem Team viel helfen. Das Honda-Team ist effektiv ein Privatteam.

Stefan Bradl hat nach seinem Suzuka-Test im Juli gesagt, dass die Marelli-Elektronik mit dem neuen Fireblade-Motor deutlich besser arbeitet als jene von Cosworth.

Stefan sollte das Superbike und das Suzuka-Bike nicht vergleichen, die Reifenkonstruktionen von Bridgestone und Pirelli sind ganz anders.

Ich wünsche mir, dass Firmen wie Honda, Yamaha, Aprilia und BMW in die Meisterschaft zurückkommen und investieren. Das muss gar nicht mit einem Werksteam sein, so wie es Kawasaki macht reicht vollkommen. Sie investieren in ein Team, das sich um die Logistik kümmert und alles am Laufen hält, sie kümmern sich um die technischen Aspekte. So muss es in dieser Meisterschaft laufen.

2010, 2011 und 2012 waren alle konkurrenzfähig. BMW, Aprilia, Ducati und Kawasaki hatten echte Werksteams, Suzuki war stark und ich konnte auf Honda den Unterschied ausmachen. So viel Werksengagement gab es noch nie und nie mehr, seit ich Superbike-WM fahre.

Heute sehen wir den Unterschied zwischen den Top-4 und dem Rest. Das ist nicht super-cool und das ist auch nicht so, weil wir um so viel besser sind. Es ist so, weil die besten Fahrer auf den besten Motorrädern sitzen.

Als ich noch Honda fuhr, konnte ich an einigen Tagen den Unterschied ausmachen. Oder als Haslam für Suzuki fuhr. Damals waren nicht unbedingt die besten Fahrer in den Werksteams. Heute kommt man kaum noch gegen uns an.

Ich muss noch mal nachhaken: Wird sich Honda verbessern, wenn sie von Cosworth zu Magneti Marelli wechseln?

Schwer zu beurteilen. Wenn sie umstellen, werden sie nicht augenblicklich an der Spitze fahren. Sie brauchen Elektronik-Ingenieure mit viel Erfahrung und Unterstützung von Marelli.

Als ich bei Honda war wurde uns auch viel versprochen, die Hilfe kam aber nie. Für uns war es immer besser, wenn wir es so machten, wie es der Technische Manager Pieter Breddels vorschlug, und wir uns selber kümmerten. Wenn du etwas selber machst, hast du es wenigstens in der eigenen Hand. Du bist nicht auf die Gnade anderer angewiesen.

Wenn Stefan meint, dass das Suzuka-System so viel besser ist, dann sollten sie mit diesen Jungs zusammenarbeiten – das würde es ihnen massiv erleichtern und wäre deutlich günstiger.

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Jonathan Rea (re.) hat noch immer einen guten Draht zum Honda-Team © Gold & Goose Jonathan Rea (re.) hat noch immer einen guten Draht zum Honda-Team
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