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Fazit Rallye Schweden. Nix Genaues weiß man nicht

Von - 15.02.2017 10:00

Die ersten zwei Rallyes haben überraschende Ergebnisse gebracht. Verläuft die Saison 2017 völlig anders als erwartet?

Die Verlierer versäumen keine Gelegenheit zu betonen, dass die Rallyes Monte Carlo und Schweden «völlig anders» sind als die restlichen WM-Läufe. Und man solle doch bitte keine voreiligen Schlüsse aus den überraschenden Ergebnissen der ersten Rallyes des Jahres ziehen.

Sicher, ein paar Dinge werden sich wohl eher nicht regelmäßig wiederholen. Zum Beispiel die Besetzung des Podiums. In Monte Carlo und Karlstad standen dieselben drei Piloten auf dem Treppchen, wenn auch in unterschiedlicher Reihenfolge: Sébastien Ogier (Ford), Jari-Matti Latvala (Toyota) und Ott Tänak (Ford). Was sagt uns das für das neue Kräfteverhältnis im Premierenjahr der neuen World Rally Cars?

Zunächst einmal: Bei Toyota läuft es viel besser als gedacht. Aber das ist wohl einzig der Verdienst von Jari-Matti Latvala. Der Finne kam noch so rechtzeitig ins Team, dass er vor der Homologation des Yaris WRC einige Erkenntnisse aus seiner Zeit bei Volkswagen einfließen lassen konnte. «Vor allem beim Fahrwerk und der Abstimmung der Differenziale war das Auto nicht auf dem richtigen Weg», verriet Latvala am Rande der Rallye Schweden.

Das heißt im Umkehrschluss aber auch: Die hauptsächlich von Juho Hänninen und Teamchef Tommi Mäkinen persönlich geleistete Entwicklungsarbeit war so toll nicht. Sébastien Ogier winkte nach einer Testfahrt im Yaris WRC gleich ab und unterschrieb lieber bei Ford. Latvala ging den schwierigeren Weg und machte sich an die Arbeit.

Der erste Sieg schon beim zweiten Start kommt für Toyota jedenfalls genauso überraschend wie für die Konkurrenz. Und plötzlich dürfen die Japaner sogar vom Titel träumen. Dazu bräuchten sie aber andere Kaliber als Häninen und Nachwuchsmann Esapekka Lappi, dessen Premiere im Yaris WRC noch aussteht. Nur Top-Ergebnisse von Latvala reichen nicht aus. Kein Wunder, dass bereits Gerüchte im Umlauf sind, Toyota habe doch noch Kontakt zu Latvalas ehemaligen VW-Teamkollegen Andreas Mikkelsen aufgenommen.

Der besondere Charakter der ersten beiden Rallyes erklärt teilweise auch das Leistungsgefälle bei Hyundai. Thierry Neuville war beide Mal klar Schnellster – bis zu dummen Fahrfehlern. Beim Treffen mit Teamchef Michel Nandan, nachdem Neuville zum zweiten Mal einen greifbaren Sieg weggeworfen hatte, wäre ich gerne dabei gewesen.

Dani Sordo hat in Monte Carlo und Schweden bisher selten geglänzt. Rallyes mit ständig wechselndem Grip-Niveau sind nicht sein Ding. Und dass Hayden Paddon nach dem tragischen Unfall von der Rallye Monte Carlo in Schweden noch nicht zu alter Form gefunden hatte, ist absolut verständlich.

Klarer Verlierer war auch in Schweden erneut Citroën, noch Anfang Januar quasi als sicherer Weltmeister gehandelt. Die herzhaften Kommentare von Kris Meeke zum Fahrverhalten des C3 WRC riefen in Zeiten des Internet nicht nur teamintern heftige Diskussionen hervor. Unverständlich ist allerdings, warum die Kritik ausgerechnet von dem Mann stammt, der den größten Teil der Entwicklungsarbeit geleistet hat. Hat sich der C3 WRC im Zuge der Homologation etwa in eine Krücke verwandelt?

Ob die bevorstehende Rallye Mexiko schlüssige Antworten geben wird, bleibt abzuwarten. Nach dem Reifen-Roulette von Monte Carlo und der einzigen Schnee-Rallye im Kalender wartet rings um Léon eine weitere Besonderheit auf Mensch und Maschine – die große Höhe von bis zu 2.000 Meter. Wie sich der luftdruckbedingte Leistungsverlust auswirkt, haben alle Teams auf dem Prüfstand simuliert. Praktische Erfahrungen mit den Turbomotoren der 2017er Generation hat aber keiner gesammelt.

«In Mexiko werden die Karten neu gemischt. Wir brauchen nicht zu glauben, dass unsere Erfolgssträhne einfach so weitergeht», orakelte Schweden-Sieger Jari-Matti Latvala. Uns soll’s recht sein. Die Saison 2017 ist jedenfalls schon jetzt abwechslungsreicher als die vorangegangenen zehn.

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WRC 2017 Schweden - Onboard mit Jari-Matti Latvala / Miikka Anttila

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