Ferrari bringt für 2027 große Weiterentwicklung am WEC-Hypercar
Im Vorfeld der 24 Hours of Le Mans bestätigt Ferrari-Technikchef Ferdinando Cannizzo, dass es am Erfolgsauto 499P für 2027 einige Änderungen geben soll. Dabei handelt es sich um die sogenannten Joker.
Seit 2023 ist Ferrari in der Hypercar-Klasse der FIA WEC aktiv – und das mit großem Erfolg. Dreimal in Folge konnten (bislang) die 24 Hours of Le Mans gewonnen werden. 2025 holte man zudem beide WM-Titel (Fahrer und Hersteller) nach Maranello. Der aktuell Verwendung findende 499P hat somit ordentlich Eindruck im WEC-Fahrerlager hinterlassen.
Natürlich möchte Ferrari auch weiterhin auf der Siegerstraße bleiben. Doch gemäß WEC-Regelbuch dürfen die Hersteller in der Hypercar-Klasse ihre Fahrzeuge nicht unbegrenzt weiterentwickeln, um die Kosten im Griff zu halten. Lediglich fünf Genehmigungen (sogenannte Joker) stehen in Bezug auf Performance-Updates zur Verfügung. Während die Konkurrenz in der Vergangenheit schon ordentlich Gebrauch von den Jokern gemacht hat, zog Ferrari bislang lediglich einen einzigen Joker. Das war im Vorfeld des Rennens in Brasilien 2024 und bezog sich auf die Bremskühlung.
Somit stehen Ferrari derzeit noch vier weitere Joker zur Verfügung. «Ganz richtig, fünf minus eins wäre vier», lacht Ferdinando Cannizzo (Technikchef des 499P) und erklärt direkt auch, warum er und sein Team sich so viele Joker aufgespart hat. «Das Fahrzeug muss als Gesamtkonzept gesehen werden. Wenn wir beispielsweise die hintere Aufhängung ändern, dann hat das Auswirkungen auf das Getriebe, den Motor oder auch auf die Aerodynamik. Somit haben wir entschieden, die einzelnen Bereiche des Autos in einem integrierten Weg zu bearbeiten. Letztes Endes machten wir das ja auch genauso, als wir das Auto entwickelt hatten. Da hatten wir auch nicht einfach ein Chassis gebaut, ein Getriebe reingesteckt und dann irgendein Bodywork drüber gestülpt. Wir hatten stets auf Synergien geachtet.»
«Genauso machen wir es auch mit den Jokern», blickt Cannizzo auf die für 2027 anstehenden Entwicklungen. «Über die Jahre verstehen wir unser Auto immer besser und wissen, wie wir es ans Limit pushen – genauso wissen wir um unsere Schwächen, die wir nun nicht individuell interpretieren möchten, sondern als vollständig integriertes Paket.»
Cannizzo stellt zudem aber auch nochmals klar, dass Ferrari kein komplett neues Auto für 2027 entwickeln wird, sondern die angesprochenen Joker Anwendung finden: «Es wird auf derselben Homologation basieren.»
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