Emerson Fittipaldi über Kimi Antonelli: «Die können froh sein, dass …»
Die brasilianische Rennlegende Emerson Fittipaldi (79) spricht über einen, der an Legendenbildung arbeitet: WM-Leader Kimi Antonelli. Fittipaldi: «Kimi beweist, wie gut er mit Druck umgehen kann.»
Die Bezeichnung Rennlegende wird manchmal ein wenig grosszügig verteilt, aber Emerson Fittipaldi ist wirklich eine: 14 GP-Siege, zwei Mal Formel-1-Champion (1972 und 1974), später Indy 500-Sieger und IndyCar-Champion – was für eine Karriere!
Der inzwischen 79-jährigen Brasilianer ist 2026 oft im GP-Fahrerlager anzutreffen, weil er die Karriere seines Sohnes Emerson Fittipaldi jr. verfolgt. Vor kurzem hat Emerson, der ältere, über einen anderen Junioren gesprochen, über Kimi Antonelli, der mit Mercedes drauf und dran ist, der jüngste Formel-1-Champion zu werden.
Fittipaldi sagt beim Sportfestival von Trento im Südtirol gegenüber der Gazzetta dello Sport über den 19-jährigen Antonelli: «Ich kenne Kimi seit seinen Kart-Zeiten, und ich bin mit seinem Vater Marco eng befreundet.»
«Kimi Antonelli hat alles Talent und die richtige Ausbildung, um eine fabelhafte Karriere zu machen, und für Italien ist es wunderschön, einen Athleten wie ihn zu haben, denn er ist jetzt schon eine Inspiration für alle. Es ist ein ganz besonderer Moment für Italien in der modernen Formel 1, die können froh sein, ihn und Ferrari zu haben. Mit seinem Sieg in Monza von Startplatz 19 hat Kimi gezeigt, wie gut er mit Druck umgehen kann.»
Klar wird der IndyCar-Champion von 1989 in Italien auch auf Ferrari angesprochen. Fittipaldi glaubt: «Ferrari hat alles, um Erfolg zu haben, einschliesslich eines grossartigen Chefs, mit Fred Vasseur. Das Auto hat in diesem Jahr mehrfach gezeigt, dass es wettbewerbsfähig ist. Ferrari hat zudem zwei starke Fahrer mit Charles Leclerc und Lewis Hamilton, die wissen ganz genau, wie man erfolgreich mit dem Team arbeitet. Von den Fahrern mag ich Antonelli, Verstappen, Norris, Piastri – aber am meisten Fernando Alonso.»
War Ferrari für den grossen Fittipaldi nie ein Thema? Emerson meint: «Alle Fahrer träumen doch von Ferrari. Ich erinnere mich, dass Enzo Ferrari mich 1971 zum Mittagessen einlud und mich bat, für ihn zu fahren, aber eben auch in der Sportwagen-WM. Aber ich wollte mich ganz auf die Formel 1 konzentrieren, ich fand es für mich zu viel, beides zu machen. Und so blieb ich bei Lotus.»
«Dann, im Jahr 1976, nach dem Unfall von Niki Lauda, rief Ferrari mich wieder an und bot mir den Platz des Österreichers an. Ich sagte ihm, dass es nicht der richtige Zeitpunkt sei, darüber zu sprechen, und Niki kam 47 Tage später tatsächlich zurück. Er vollbrachte ein wahres Wunder, so früh in den Rennwagen zurückzukehren, noch mit sichtbaren Wunden, dem Trauma dieses Feuerunfalls und den Schmerzen. Niki Lauda ist bis heute ein leuchtendes Vorbild für alle Athleten.»
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach



