Mandalika-Fluch gebrochen: Sprintsieger Marc Marquez neuer WM-Leader!
Chaos in Kurve 1, Reifendrama an der Spitze: Ducati-Werkspilot Marc Marquez gewann den turbulenten MotoGP-Sprint in Mandalika und übernahm nach fehlerfreier Fahrt unverhofft die WM-Führung.
Nach Freitag und dem Qualifying deutete auf Lombok alles auf ein Aprilia-Festival hin. Raul Fernandez (Trackhouse Aprilia) war am Freitag Schnellster und sicherte sich die erste Pole-Position seiner MotoGP-Karriere, Marco Bezzecchi (Aprilia) und Fabio Di Giannantonio (VR46 Ducati) komplettierten die erste Reihe. Weltmeister Marc Marquez musste als Vierter aus der zweiten Startreihe losfahren, WM-Leader Jorge Martin ging von Platz 5 ins Rennen. Vor dem 17. Sprint der Saison trennten die beiden Titelrivalen nur zwei WM-Punkte.
Domino-Effekt in Kurve 1 kostete den Sprint-Favoriten alles
Marquez erwischte einen hervorragenden Start und stach in Kurve 1 zwischen Fernandez und Bezzecchi hindurch. Um dem Ducati-Kollegen Di Gianantonio auszuweichen, musste der Spanier sein Motorrad kurz aufstellen – er war Auslöser einer Kettenreaktion: Bezzecchi musste vom Gas, Fernandez fuhr dem Italiener ins Bike, beide Aprilia-Favoriten waren nach wenigen hundert Metern ausgeschieden. Lachender Dritter war Martin, der innen an dem Chaos durchschlüpfte und die Führung übernahm. Marquez reihte sich als Zweiter ein.
Bereits in Runde 2 kassierte Marquez eine Verwarnung wegen Überschreitung der Track-Limits, kurz darauf kostete ihn ein eigener Patzer weitere Zeit. Martin setzte sich auf 1,5 Sekunden ab. «Als ich sah, dass Martin führt, habe ich mit dem gepusht, was ich habe. In der dritten, vierten Runde habe ich einen großen Fehler gemacht, dann hat er eine Lücke geschaffen», schilderte der 33-Jährige.
Reifendruck-Drama: Marquez erbt die Spitze, Martin fällt zurück
Doch dann folgte die zweite Wendung: Martin verlor plötzlich massiv an Tempo – vermutlich wegen zu niedrigen Vorderreifendrucks. Marquez ging vorbei. Zwar kam der WM-Leader noch einmal nah an den Ducati-Star heran, doch in der Schlussphase musste Martin einen Sturz verhindern und fiel auf Rang 4 zurück. «Am Ende habe ich wie immer versucht, das Risiko und den Abstand zu Ogura zu managen», erklärte Marquez. Die Strapazen bei extremer Hitze und Luftfeuchtigkeit waren ihm deutlich anzusehen: Völlig durchgeschwitzt musste er sich vor der Podiumszeremonie erst einmal hinsetzen.
Mit dem Sieg übernahm Marquez erstmals in dieser Saison die WM-Spitze und geht mit vier Punkten Vorsprung auf Martin in den Grand Prix. Auch in der Hersteller-WM liegt Rot wieder in Führung. Für Marquez war es der achte Sprintsieg 2026 und zugleich das Ende seines Mandalika-Fluchs: In vier Anläufen holte Marquez in Mandalika zuvor nur elf Punkte und sah bei keinem Grand Prix die Zielflagge, 2025 beendete hier ein Startunfall mit Bezzecchi seine Saison.
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