Massenhysterie wegen Miguel Oliveira (BMW): MotoGP-Fans werden abtrünnig
Mit drei dritten Plätzen katapultierte sich BMW-Werksfahrer Miguel Oliveira bei der Superbike-WM in Portimao auf den vierten Gesamtrang. In Portugal kann er auf gewaltige Unterstützung bauen.
So eine kollektive Begeisterung wie für Miguel Oliveira in Portugal haben wir in der Superbike-WM länger nicht mehr erlebt. Zusammengezählt kamen über die drei Tage gut 82.000 Fans ins Autodromo do Algarve, für die seriennahe Meisterschaft ein Spitzenwert. «Und von denen jubelten 99 Prozent für Oliveira», hielt Nicolo Bulega fest, der alle drei Rennen im Hinterland von Portimao vor seinem Aruba-Ducati-Teamkollegen Iker Lecuona und Oliveira gewann.
Oliveira ist nach dem Abgang von Toprak Razgatlioglu das neue Aushängeschild von BMW. Vor seiner Box traten sich die Fans stundenlang auf die Füße und hofften, einen Blick auf ihren Star erhaschen oder sogar ein Selfie mit ihm machen zu können.
Beim Saisonstart in Australien war er nach seinem Sturz in der ersten Runde des Qualifyings, und daraus resultierend dem letzten Startplatz, in den Rennen unter Wert geschlagen worden, obwohl er erstaunliche Leistungen mit gewaltigem Vorwärtsdrang zeigte. Auf seiner Heimpiste war der fünffache MotoGP-Sieger von Anfang an bei der Musik und beglückte das BMW-Team mit drei Teilnahmen an der Siegerehrung.
Miguel Oliveira wäre auch ohne Alex Lowes glücklich gewesen
«Ich bin glücklich, dreimal Dritter ist okay», grinste Oliveira in kleiner Medienrunde. «Wir haben unser Potenzial bereits im Qualifying gezeigt, wegen des Winds musste ich in den engeren Kurven mit weniger Schräglage fahren. Es war schwierig, nicht zu stürzen. Außerdem setzte mich Alex Lowes jede Runde stark unter Druck, ich musste vergessen, dass er da ist und mein eigenes Rennen fahren. Ich wäre auch ohne (diesen Kampf – der Autor) glücklich gewesen.»
Tausende skandierten Oliveiras Namen
Wie respektiert Miguel schon jetzt im Superbike-Fahrerfeld ist, belegen die zahlreichen Gratulanten in der Auslaufrunde. «Ich glaube, sie waren auch etwas nervös, weil so viele Menschen meinen Namen riefen, als ich in der Startaufstellung stand», lachte der 31-Jährige, der jetzt auf dem vierten WM-Rang liegt. «Das war ein unglaubliches Wochenende mit dieser Unterstützung, einmalig. Vergangenen November habe ich mich hier aus der MotoGP verabschiedet, jetzt lief es für mich erneut gut. Das zeigt, dass die Racing-Gemeinschaft hier aufhören wird ein MotoGP-Abo abzuschließen und dafür eines für die Superbike-WM macht. Das macht mich glücklich und stolz – vor allem, weil ich ihnen gute Ergebnisse liefern konnten, sie haben es verdient.»
Mein Standard für Hochdruck ist sehr hoch.miguel oliveira
«Ich bin der einzige Portugiese, der es je in die MotoGP geschafft hat», erklärte Miguel die Massenhysterie. «Wegen mir liegt der Fokus jetzt auf dieser Meisterschaft. Einige Fans werden sicher weiterhin MotoGP schauen, letztlich wollen sie aber ihren Fahrer unterstützen. Bei anderen Nationalitäten passiert das nicht so, weil sie breiter aufgestellt sind. Als ich in der Startaufstellung stand, musste ich mir vorstellen, dass sie einen anderen Namen skandieren, um fokussiert zu bleiben. Ich muss aber auch sagen, dass mein Standard für Hochdruck wirklich sehr hoch ist. Im letzten Grand Prix gaben mir kurz vor dem Start meine Frau und meine Tochter die portugiesische Flagge – ich komme mit einigen Emotionen klar.»
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