Formel 1

Ex-Ferrari-Teamchef Maurizio Arrivabene: Neuer Job

Von - 08.01.2019 11:16

​Bei Ferrari hat Maurizio Arrivabene als Teamchef keinen neuen Vertrag mehr erhalten. Aber wir müssen uns um den 61jährigen Italiener keine Sorgen machen: Er hat einen neuen Job in Aussicht.

Von 2014 bis Ende 2018 hat Maurizio Arrivabene die Geschicke des Formel-1-Rennstalls von Ferrari geleitet. Dann hat der 61-Jährige aus Brescia keinen Vertrag mehr erhalten. Ferrari-Präsident John Elkann hat ihn durch Technikchef Mattia Binotto ersetzt. Lange ohne Arbeit wird Arrivabene nicht sein, bereits laufen Verhandlungen für eine neue Aufgabe; für einen Job, der für Arrivabene Herzensangelegenheit ist.

Maurizio Arrivabene ist glühender Fan von Juventus Turin. Noch in dieser Woche soll er sich mit dem Juventus-Präsidenten Andrea Agnelli treffen, dem 43jährigen Sohn des verstorbenen Umberto Agnelli, dem letzten männlichen Mitglied der Familie Agnelli, das diesen Namen trägt. Andrea Agnelli ist im Mai 2010 von seinem Cousin John Elkann (Fiat/Chrysler- und Ferrari-Präsident) zum Präsidenten von Juventus Turin ernannt worden. Er ist der vierte Agnelli, der den Traditionsklub leitet, nach seinem Vater Umberto, seinem Onkel Gianni Agnelli sowie seinem Grossvater Edoardo Agnelli. Der 1897 gegründete Fussballklub ist zu 63,8 Prozent im Besitzer der niederländischen Investment-Gesellschaft Exor, welche der Familie Agnelli gehört. Zu den wichtigesten Beteiligungen von Exor gehören Anteile an Fiat Chrysler Automobiles und an Ferrari.

Bei Juve ist der Stuhl des Vorstands-Vorsitzenden derzeit leer. Seit 2012 gehört Maurizio Arrivabene dem Klub-Vorstand an und leitete Ausschüsse in Sachen Finanzen oder Sicherheit.

Maurizio Arrivabene wurde am 7. März 1957 im italienischen Brescia geboren und begann nach seinem Abitur ein Architekturstudium in Venedig. Das schloss er allerdings nicht ab und ging stattdessen 1997 zu Philip Morris International in Lausanne, wo er im Marketing- und PR-Bereich tätig war. 2007 wurde er zum Vizepräsident von «Marlboro Global Communication & Promotions» befördert. 2001 wurde er Vizepräsident von Consumer Channel Strategy and Event Marketing.

Durch seine Arbeit bei Philip Morris und die Sponsorentätigkeit des Unternehmens beim Formel-1-Team Ferrari mit der Marke Marlboro kam Arrivabene früh mit der Königsklasse in Kontakt und ist seit 2010 als Vertreter der Sponsoren auch Mitglied der Formel-1-Kommission der FIA.

Als Ferrari-Präsident Sergio Marchionne 2014 einen Nachfolger für den deplatzierten Marco Mattiacci suchte (der selber erst im Frühling den Posten des Ferrari-Rennchefs von Stefano Domenicali übernommen hatte), kam er bald auf Arrivabene. Marchionne machte die bodenständige Art Maurizios Eindruck, im Gegensatz zu Mattiacci war Arrivabene auch in der Formel 1 und in Maranello erstklassig vernetzt.

Arrivabenes erste Saison als Rennchef durfte sich 2015 sehen lassen: Drei Siege von Sebastian Vettel, WM-Schlussrang 2 bei den Marken hinter Mercedes-Benz. 2016 jedoch rutschte Ferrari in ein Wellental: Trennung von Technikchef James Allison, die Entwicklung des Autos zu wenig rasant. Ergebnis: Ferrari ohne Sieg.

Firmenchef Sergio Marchionne forderte für 2017 eine markante Steigerung, und das Team reagierte: Sebastian Vettel sah bis in den Frühsommer aus wie der erste Ferrari-Weltmeister seit 2007 (Kimi Räikkönen), doch dann erlebte Mercedes-Star Lewis Hamilton ein Sommerhoch und gewann ein Rennen ums andere. Fehler von Vettel und technische Gebrechen am Ferrari führten dazu, dass die Roten wieder leer ausgingen. Marchionne stärkte Arrivabene den Rücken, aber für 2018 verlangte er den Titelgewinn. Dieses Ziel wurde erneut verpasst. Das hat Arrivabene letztlich den Job gekostet.

Adresse dieses Artikels:

© SPEEDWEEK.COM
SPEEDWEEK auf Google+
Druckansicht
Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

video

Formel 1

F1 2019 Williams - Warum Robert Kubica die Nummer 88 wählt

Speedweek auf Twitter Speedweek auf Facebook Der Speedweek RSS Feed

Thema der Woche

Von Mathias Brunner

Mercedes: Wann werden Dauer-Sieger unsympathisch?

​​Die Fans mögen keine Dauer-Sieger. Das beste Beispiel: Als Michael Schumacher (Ferrari) und Sebastian Vettel (Red Bull Racing) alles in Grund und Boden fuhren. Mercedes-Teamchef Toto Wolff bleibt gelassen.

» weiterlesen

 

tv programm

Bundesliga Aktuell

Mi. 23.01., 18:15, SPORT1+


SPORT1 News

Mi. 23.01., 18:15, SPORT1+


Servus Sport aktuell

Mi. 23.01., 19:15, ServusTV Österreich


Formula E Street Racers

Mi. 23.01., 19:30, ORF Sport+


Formula Drift Championship

Mi. 23.01., 19:35, Motorvision TV


Bundesliga Aktuell

Mi. 23.01., 20:50, SPORT1+


SPORT1 News

Mi. 23.01., 20:50, SPORT1+


Monster Jam Championship Series

Mi. 23.01., 21:50, Motorvision TV


Autofocus

Mi. 23.01., 21:50, ORF 2


NASCAR Cup Series Pocono 400, Pocono Raceway

Mi. 23.01., 22:40, Motorvision TV


Zum TV Programm
16