Superbike-WM

Vorwurf an Lorenzo Savadori: «Hält keinen Druck aus»

Von - 12.05.2018 08:32

Lorenzo Savadori beendete die freien Trainings der Superbike-WM in Imola am Freitag als starker Vierter. «Für mich zählt nur, Rennen in den Top-6 zu beenden», unterstreicht Aprilia-Teamchef Shaun Muir.

Nach dem Titelgewinn im Superstock-1000-Cup 2015 stieg Lorenzo Savadori in die Superbike-WM auf und beeindruckte in seiner ersten Saison 2016 für das unterfinanzierte Team IodaRacing mit acht Platzierungen in den Top-6.

Der Italiener genießt einen Aprilia-Werksvertrag und startet seit 2017 für das Milwaukee-Team von Shaun Muir. Dort schaffte er es seither nur viermal in die Top-6, einen Podestplatz konnte Savadori bis heute nicht erringen. Ebenso wenig wie sein renommierter Teamkollege Eugene Laverty, der in der gleichen Zeit für Milwaukee Aprilia auch nur sechsmal in die Top-6 fuhr, in der Weltmeisterschaft 2017 aber 33 Punkte mehr eroberte.

«Ich schaue mir Savadori in jedem Training auf der Strecke an. Wie konnte er bei IodaRacing auf demselben Motorrad so gute Leistungen bringen?», fragte sich Aprilia-Teamchef Shaun Muir im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Ganz einfach, dort hatte er keinen Druck. Sobald er Druck spürt, bekommt er ein Kopfproblem. Ich habe ihm in Assen gesagt, dass er sich steigern muss. So können wir nicht weitermachen. Wir wissen, dass er sich mit einem Qualifyer für die ersten beiden Startreihen qualifizieren kann, aber das interessiert mich nicht. Für mich zählt nur, Rennen in den Top-6 zu beenden.»

Die freien Trainings in Imola schloss Savadori am Freitag als Vierter ab, 0,710 sec hinter der identischen Bestzeit von Chaz Davies (Ducati) und Jonathan Rea (Kawasaki).

Die Vorwürfe von Muir will er nicht stehen lassen. «Ich stimme ihm nicht zu, 2016 zeigte ich auch unter Druck gute Rennen», hielt Savadori fest. «Bei Ioda war ich die Nummer 1 und musste auch liefern. Ich wüsste nicht, was ich geändert hätte. Das größte Problem ist, dass uns die Regeln nicht helfen. Seit 2016 reduzierten die Regeln das Potenzial unseres Motorrads, das lässt sich nicht einfach kompensieren. Wir bewegen uns ständig am Limit, da können Stürze passieren.»

Liegt der technische Rückstand nur an den geänderten Vorschriften oder mangelt es auch an Unterstützung vom Aprilia-Werk? «Das kann ich nicht sagen», grübelte der 25-Jährige. «Sicher ist, die Regeln helfen uns nicht. Aprilia arbeitet gut mit dem Team – aber natürlich würde ich gerne in dieser Meisterschaft gewinnen.»

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