Superbike-WM

Reifen auf Leder: Weshalb van der Mark Rea vertraute

Von - 14.04.2019 20:24

Mit den Rängen 3 und 2 begeisterte Michael van der Mark die knapp 20.000 Zuschauer am Sonntag bei der Superbike-WM in Assen. Der Niederländer aus dem Yamaha-Werksteam verlangte Jonathan Rea alles ab.

«Jeder hielt es für unmöglich, bei zwei Grad Celsius Rennen zu fahren. Aber man hat schon am Samstag in FP3 und auch am Sonntag im Warm-up gesehen, wo es wirklich kalt war, wie gut die Pirelli-Reifen sind», hob Michael van der Mark nach seinen beiden Podestplätzen hervor.

Das erste Rennen am Samstag war wegen Schneefalls und nasser Strecke auf den Sonntag verschoben worden. Statt des Sprintrennens am Sonntagmorgen sahen die Fans um 11 und 14 Uhr zwei Rennen über die volle Distanz, wie es jahrzehntelang in der Superbike-WM üblich war.

«Ich als Zuschauer wäre bei der Kälte nicht an die Rennstrecke gegangen», gab der WM-Dritte des Vorjahres zu. «Es war großartig, so viele Zuschauer zu sehen. Am Samstag war es so, dass die Fans kamen, um ein Rennen zu sehen und dafür bezahlt hatten. Wir müssen aber auch an die Sicherheit denken, das haben einige nicht verstanden – was ich sogar teilweise nachvollziehen kann. Aber es war die richtige Entscheidung, am Sonntag zwei Rennen zu fahren. Vielleicht sollten wir nächstes Mal drei vollwertige Rennen fahren.»

Van der Mark weiter: «Mein erstes Rennen war seltsam, ich musste den härteren Hinterreifen verwenden, mit ihm fehlte mir das Gefühl. Dafür konnte ich konstante Rundenzeiten fahren und holte meinen ersten Podestplatz in diesem Jahr.»

Der 26-Jährige kam 4,934 sec hinter Seriensieger Alvaro Bautista (Ducati) und 1,804 hinter Weltmeister Jonathan Rea (Kawasaki) ins Ziel.

«Im zweiten Rennen, als es etwas wärmer war, entschied ich mich für den weicheren Hinterreifen», bemerkte van der Mark. «Mit ihm fühlte ich mich von Beginn an wohl, wollte ihn aber nicht zu sehr strapazieren. Ich fuhr in einer schönen Gruppe, stellenweise hatte ich Pech und fiel bis auf Platz 6 zurück. Auf diesem Rang wollte ich nicht ins Ziel kommen. Also habe ich die Jungs nach und nach überholt, ich hatte ein paar schöne Kämpfe. Neun Runden vor Schluss lag ich hinter Rea, drei Runden vor Ende konnte ich ihn überholen. Als ich vorbei war stresste ich meinen Vorderreifen, wir beide fuhren so schnell wir konnten.»

In der letzten Runde kam es zur Berührung mit Rea, die Reifenspuren auf van der Marks rechtem Oberschenkel künden davon: «Ich hatte ihm die Türe komplett aufgelassen, dann war er neben mir. Ich habe damit gerechnet. Johnny ist ein guter Fahrer, er wird immer versuchen die Kurve zu kriegen. Manchmal braucht es Vertrauen. Wir wollten beide nicht aufgeben, glücklicherweise ging es gut aus. In der letzten Schikane hatte ich einen ganze schlechten Kurvenausgang und er hätte mich bis zur Ziellinie fast noch überholt.»

0,018 sec rettete das Yamaha-Ass über die Ziellinie, zu Sieger Bautista fehlten 4,688 sec. Wusstest du sofort, dass du Zweiter bist? «Sicher war ich mir nicht, aber die Leute an der Strecke feierten, also dachte ich mir, dass ich vorne sein musste.»

Mit den 36 Punkten von Assen ist van der Mark weiterhin WM-Vierter, hat aber nur noch elf Punkte Rückstand auf seinen Teamkollegen Alex Lowes (4./4.), der mit 126 Zählern Dritter ist. Alvaro Bautista ist nach elf Siegen in Folge mit 236 Punkten bereits weit enteilt.

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