Ai Ogura nach Rundenrekord: «Ich brauche mehr Zeit, um das zu verstehen»
Trackhouse-Aprilia-Pilot Ai Ogura schockte die MotoGP-Konkurrenz in Brünn: Dem Japaner, der 2025 in Tschechien nichts zu melden hatte, gelangen nun Fabelzeiten. Niemand war im Zeittraining schneller.
Aprilia-Pilot Ai Ogura hat sich im vorderen Feld der Königsklasse etabliert. Nicht umsonst rangiert der Moto2-Champion des Jahres 2027 vor den Rennen 17 und 18 auf dem sechsten WM-Rang, nur drei Zähler hinter Marc Marquez. Dass Ogura auf der Kunden-Aprilia am ersten Fahrtag in Brünn dennoch so zuschlug, war eine Überraschung.
Auch deshalb, weil der Pilot aus Tokio bei einem MotoGP-Debüt sportlich untergegangen war. 2025 ging es auf der RS-GP nur von Platz 21 in die Rennen, deren Ausgang jeweils ohne WM-Punkte endete. Die Darbietung nun hatte eine andere Qualität und dürfte insbesondere dem Yamaha-Management gefallen haben – 2027 wird der Japaner eine M1 mit 850 ccm steuern.
Geschenk zum Einstand
2026 gehört der Jubel für Platz 1 im Zeittraining inklusive neuem Streckenrekord – Ogura war über eine halbe Sekunde schneller als Pecco Bagnaia im Q2 2025 – noch der Trackhouse-Mannschaft. Ein nettes Einstandsgeschenk für den erst gestern als neuen Teammanager vorgestellten Francesco Guidotti.
Bereits im freien Training war Ogura mit der fünften Zeit gut dabei. Das volle Potenzial entlockte der 25-Jährige seinem Arbeitsgerät mit den weichen Reifen. In der zweiten Hälfte der einstündigen Sitzung purzelten die Zeiten. Doch auch Markenkollege und WM-Leader Bezzecchi profitierte und schien Minuten vor der Flagge als die sichere Nummer 1. Dann feuerte Ogura nochmals – 1:51,735 min.
Platz 1 im wichtigen Zeittraining, ein doppelter Sieg für den Japaner, dessen Schwäche bislang immer Sitzungen zum Auftakt des Wochenendes waren. Ogura behielt dennoch einen kühlen Kopf und fasste zusammen: «Es war eine sehr schöne Sitzung, aber die Pole-Position wird erst am Samstag vergeben. Auch habe ich eigentlich nichts anderes gemacht als während der letzten Rennwochenenden. Um zu verstehen, was ich anders oder besser gemacht habe, dafür brauche ich noch etwas Zeit. Und: Meine Runden waren alles andere als perfekt. Insbesondere im zweiten Sektor verliere ich Zeit – das hat mir mein Crew-Chief schon berichtet.»
Hitze tut gut
Einen Erfolgsfaktor konnte der Trackhouse-Pilot aber dennoch nennen: «Die heißen Temperaturen kommen mir auf jeden Fall entgegen. Dass es am Nachmittag deutlich mehr Temperatur hat, hat mir sicher geholfen.»
Sportlich hat sich Aprilia vom Niederschlag am Balaton sehr gut erholt. Platz 1 und 2, dazu schaffte es auch Raul Fernandez ins Q2. Lediglich Jorge Martin scheiterte als Elfter knapp.
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