Marcel Schrötter (BMW) reist mit Rückenwind zum EWC-Klassiker nach Spa
Nach seinem ersten Sieg in der EURO MOTO Superbike geht Marcel Schrötter mit viel Selbstvertrauen in die 8 Stunden von Spa. Die Ardennen-Strecke ist für den BMW-Piloten komplettes Neuland.
Für Marcel Schrötter geht es Schlag auf Schlag. Nur wenige Tage nach seinem erfolgreichen Auftritt beim Euro-Moto-Wochenende in Brünn steht für den Bayern bereits die nächste große Herausforderung auf dem Programm. An diesem Wochenende bestreitet der 33-Jährige mit ERC Endurance die 8 Stunden von Spa, den zweiten Saisonlauf der Langstrecken-Weltmeisterschaft 2026.
Mit seinem Premierensieg und einem dritten Platz in Brünn reist Schrötter mit reichlich Rückenwind nach Belgien. Der BMW-Pilot zeigte sich auf dem Masaryk-Ring in Brünn in starker Form und tankte wichtiges Selbstvertrauen für die bevorstehende Aufgabe in den Ardennen.
In Spa kehrt Schrötter zu seinem EWC-Team ERC Endurance zurück. Gemeinsam mit Kenny Foray und Jan-Ole Jähnig wird er die BMW M 1000 RR pilotieren. Jähnig ersetzt beim zweiten Saisonlauf den Spanier David Checa.
Bereits beim Saisonauftakt in Le Mans sorgte die Mannschaft für eine Überraschung. Mit Platz 4 verpasste ERC Endurance das Podium nur knapp und etablierte sich auf Anhieb in der Spitzengruppe der Weltmeisterschaft.
Neuland: Schrötter fuhr noch nie in Spa
Während viele seiner Konkurrenten den Circuit de Spa-Francorchamps bestens kennen, wartet auf Schrötter eine Premiere. Der ehemalige Moto2-Pilot wird erstmals auf der legendären Formel-1-Strecke unterwegs sein.
«Auf Spa freue ich mich ganz besonders, vor allem weil es eine komplett neue Strecke für mich ist, obwohl ich schon so viele Jahre im Motorradrennsport unterwegs bin und trotzdem immer noch neue Strecken kennenlernen darf», sagte Schrötter.
Der belgische Traditionskurs genießt unter Rennfahrern einen besonderen Ruf. Vor allem die spektakulären Höhenunterschiede und ikonischen Streckenabschnitte wie Eau Rouge und Raidillon machen Spa zu einer der anspruchsvollsten Rennstrecken Europas.
«Spa ist eine Strecke, die besonders cool ist, schon wegen des Verlaufs einer Runde, geprägt durch viele Höhenunterschiede bis zu 100 Meter und nicht zuletzt wegen der Eau Rouge und aller weiteren markanten Abschnitte», schwärmte der BMW-Pilot. «Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt auf meine ersten Runden in Spa.»
Neben der neuen Strecke freut sich Schrötter vor allem auf die Rückkehr in das besondere Umfeld der Langstrecken-WM. «Ich bin froh, dass es in der Langstrecken-Weltmeisterschaft wieder weitergeht, freue mich auf das Wiedersehen mit meinem Team und auf das Teamwork, das in dieser Serie in ganz anderer Weise ist, was die Zusammenarbeit angeht. Aber es macht riesig Spaß.»
Sind die Rückenprobleme gelöst?
Sein Debüt in der EWC beim 24-Stunden-Rennen von Le Mans hatte den Deutschen allerdings vor ungewohnte Herausforderungen gestellt. Vor allem körperlich verlangte ihm das Rennen einiges ab. «Das 24-Stunden-Rennen in Le Mans als mein erstes Rennwochenende in diesem Jahr war schon ein harter Brocken», blickte Schrötter zurück. «Die körperlichen Belastungen, vor allem was meinen Rücken anging, ohne zuvor lange Distanzen gefahren zu sein, waren enorm.»
Rückenprobleme begleiten den BMW-Piloten bereits seit seiner Jugend. Während diese bei Sprintrennen kaum eine Rolle spielen, wurden sie bei seinem ersten Langstreckenklassiker deutlich spürbarer. «Mit meinem Rücken hatte ich schon immer leichte Probleme, die im Alter von 16 Jahren auftauchten. Bei Sprintrennen sind sie überschaubar, aber in Le Mans bin ich mit bislang unbekannten Tatsachen konfrontiert worden.»
Für das Rennen in Spa sieht Schrötter jedoch keinen Anlass zur Sorge. Die zusätzlichen Rennkilometer der vergangenen Wochen sowie mehrere Testfahrten haben geholfen, sich besser auf die Belastungen einzustellen. Die Nachwirkungen seines Le-Mans-Debüts hielten sich letztlich ebenfalls in Grenzen. «Rückblickend habe ich die Strapazen der langen Woche in Le Mans relativ schnell überwunden», erklärte Schrötter. «Es ist nicht einfach zu beschreiben, denn ich war körperlich nicht total kaputt, vielmehr war es eine mentale Sache. Es hat einfach Zeit gebraucht, bis ich wieder im Alltag angekommen war.»
Bereits wenige Tage nach dem Rennen konnte der Bayer wieder trainieren. «Wenn ich mich richtig erinnere, war ich am Dienstag danach bereits wieder beim Sportmachen. Der Rücken hat allerdings noch eine gute Woche länger gebraucht, bis sich alles wieder gelockert hat. Aber im Großen und Ganzen hielten sich die Nachwehen in Grenzen.»
Mit einem starken Ergebnis in Le Mans, einem Sieg in Brünn und viel Motivation im Gepäck reist Schrötter nun erstmals nach Spa. Die Voraussetzungen für den nächsten Schritt in seiner noch jungen Langstrecken-Karriere könnten somit kaum besser sein.
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