2. Training Bahrain-GP: Leclerc vorne, Verstappen P4, Hamilton vor Strafe?
Zweites Training zum Bahrain-GP auf dem Sepang International Circuit: Leclerc mit Bestzeit, Verstappen auf P4, Hamilton zieht wieder Ärger seiner Gegner auf sich und muss zur Rennpolizei.
An diesem Freitag des Bahrain-GP, der 2026 ausnahmsweise in Malaysia ausgetragen wird, gibt Ferrari-Ass Charles Leclerc den Ton an: Bestzeit im zweiten Training, vor Isack Hadjar und Weltmeister Lando Norris.
Richtungsweisend sind aber eher die Dauerläufe: Max Verstappen mit starkem Einsatz hat da die Nase vorn (auf mittelharten Reifen), vor Leclerc, Antonelli, Hamilton und Russell.
Die zweiten 60 Trainingsminuten begannen bei 34 Grad, die Bahn auf happige 61 Grad aufgeheizt, der angekündigte Regen zum Trainingsbeginn fiel nicht, aber üppige Wolken begannen sich aufzutürmen. Prompt wurde GP-Sieger Pierre Gasly vom Alpine-Kommandostand gewarnt: Regen 10 bis 15 Minuten entfernt.
Wegen des drohenden Regens zum Beginn des Trainings viel Betrieb auf der Bahn, Mercedes mit dem angekündigten Update, bestehend aus sieben verschiedenen Elementen, samt schlankeren Seitenkästen, neuem Unterboden und optimierten Verkleidungen der Hinterradaufhängung.
Mercedes an diesem Wochenende mit sehr viel Türkis – für den langjährigen Kraft- und Schmierstoffpartner Petronas aus Malaysia. Ein optisch überaus gelungener Knicks, gerne mehr davon.
Max Verstappen, Schnellster aus dem ersten Training, monierte seine Sitzposition: «Das ist wie eine Lotterie, ob ich richtig sitze oder falsch.» Da war die Sitzschale wohl nicht optimal ins Cockpit eingepasst.
Verstappen dennoch nach zehn Minuten Schnellster, vor Russell, Leclerc, Antonelli und Hamilton.
Verstappen-Teamgefährte Isack Hadjar (Dritter in Baku) beklagte sich über ein hüpfendes Auto beim Kurven-Eingang und über Schwingungen von der Bremse. «Ich kann da nicht mit vollem Vertrauen fahren.»
Neue Meldung nach einer Viertelstunde für Baku-Sieger George Russell: «Der Regen scheint sich zu verziehen.»
Wie zuvor Hadjar schimpfte auch Max Verstappen über das zu hart abgestimmte Heck, daher Hüpfen an der Hinterachse.
Nach 20 Minuten die ersten Fahrer auf weichen Reifen. George Russell versemmelte seinen Versuch und fuhr gleich an die Box. Kimi Antonelli konnte sich auf der weichsten Pirelli-Mischung nicht steigern, gemessen an der Zeit mit dem mittelharten Reifen, merkwürdig.
Lewis Hamilton (Malaysia-GP-Sieger von 2014) rückte mit weichen Walzen bis auf 48 Tausendstelsekunden an Leader Verstappen heran.
Dann neue Bestzeit von Ferrari-Ass Charles Leclerc, mit Norris dahinter, Verstappen nun auf P3, der 29-jährige Niederländer noch immer nicht auf weichen Reifen.
Und – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – Lewis Hamilton wieder mal langsam auf der Ideallinie. Dieses Mal als Schikane für Gabriel Bortoleto im Audi, der zeterte: «Was macht der Kerl da? Er hat mich doch gesehen und bleibt dennoch im Weg.»
Hamilton kurz darauf am Funk: «Ich kann im rechten Spiegel nichts erkennen.» Das würde die Blockade gegen Bortoleto erklären. Die FIA meldete – Hamilton wird sich nach dem zweiten Training erklären müssen beim Kommissaren-Quartett Gerd Ennser (Deutschland), Mathieu Remmerie (Belgien), Petro Lamy (Portugal) und Mazen Al-Hilli (Bahrain).
Für ein ähnliches Vergehen hat der Ferrari-Superstar vor kurzem eine Ermahnung erhalten. Es wird sich zeigen, ob die Rennkommissare dieses Mal strenger sind.
Stand nach 30 Minuten: Leclerc, Norris, Verstappen, Hamilton, Piastri, Russell, Antonelli. Audi auf den Rängen 12 (Bortoleto) und 13 (Hülkenberg).
Es fiel auf, wie viele Fahrer freigiebig weiche Reifensätze verbrennen. Die harten Pirelli wurden kaum angefasst, kein Wunder, denn die werden die Piloten im Grand Prix brauchen – der Asphalt des Sepang International Circuit gilt als Reifenfresser.
Max Verstappen (Schnellster im ersten Training) fuhr einen Dauerlauf auf mittelharten Pirelli, im ersten Training hatte er das mit weichem Gummi getan. Dabei erhärtet sich der Eindruck: Red Bull Racing ist in Sachen Reifenverschleiss bislang gut unterwegs.
Isack Hadjar rückte – weiche Reifen sei Dank – auf P2 hoch, während Gabriel Bortoleto erneut aufgehalten wurde, dieses Mal von Racing Bulls-Fahrer Arvid Lindblad, Szenen, als würde der Bahrain-GP schon heute ausgetragen, prompt rodelte Audi-Fahrer Bortoleto von der Bahn. Der Brite und der Brasilianer beharkten sich rundenlang.
GP-Sieger Ralf Schumacher scherzte: «Vielleicht sollte jemand den beiden sagen, dass wir heute noch kein Rennen haben.»
Nach mehreren Runden presste sich Bortoleto endlich am Auto von Lindblad vorbei, Renntraining abgeschlossen.
Die Regelhüter meldeten reihenweise Vergehen wegen Überfahrens der Pistengrenzen, das könnte in der Quali und später im Grand Prix noch ein Thema werden.
Pech für Audi-Fahrer Gabriel Bortoleto zum Schluss: Er musste seinen Dienstwagen nach Kurve 8 zur Seite stellen, wohl wegen Getriebeschadens, virtuelle Safety Car-Phase.
Gewiss, nach 120 Trainingsminuten ist das Bild noch nicht klar, aber Mercedes fährt mit dem Update nicht alles in Grund und Boden, wie das Viele befürchtet hatten.
Dies allerdings mit Vorbehalt: Denn Mercedes fährt am Freitag selten mit vollem Motordampf, und auch mit etwas mehr Sprit im Tank kann das wahre Kräfteverhältnis verschleiert werden.
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