Alberto Puig zu Honda-Desaster mit verletztem Nakagami: «Sehr unglücklich»
Auf den ersten Blick erschien der Crash von Honda-Testfahrer Taka Nakagami wie eine Randnotiz. Doch für den größten Motorradhersteller der Welt bedeutet das Aus des 850er-Entwicklers ein XL-Problem.
Der Japan-GP war erst wenige Minuten alt, da stürzte Honda-Wildcard-Pilot Taka Nakagami von der RC213V. Nakagami, der erst vor knapp zwei Wochen auf dem Red Bull Ring geglänzt hatte (Nakagami wurde vor Stammfahrer Marini 13.) und der das Mobility Resort in Motegi als Honda-Mitarbeiter in- und auswendig kennt, brach sich bei dem Highsider das Schlüsselbein.
Der Vorfall ist in vielerlei Hinsicht sehr bitter. Nicht nur, dass die japanischen Fans bei ihrem Heimrennen auf einen Nationalhelden verzichten müssen, das Aus Nakagamis trifft Honda gleich mehrfach. Denn es fehlt seit Wochen auch Honda-Stammfahrer Joan Mir. Der Mallorquiner fehlt bis auf weiteres mit einer noch final ausgesprochenen Erkrankung. Vertretung wurde mir, der vor 12 Monaten zur Freude des Honda-Managements auf Platz 3 im GP gefahren war, zuletzt von Nakagami vertreten und in Motegi von Superbiker Somkiat Chantra.
Der Thailänder steht aber vorerst nur einmal zur Verfügung. Denn bereits am kommenden Wochenende muss Chantra wieder die Superbike-Honda in Portugal pilotieren. Honda muss sich damit wieder um einen Ersatz für mich kümmern. Bei Back-to-Back-Rennen – so die Regel – muss allerdings kein Ersatzfahrer aufgeboten werden. Für den weltgrößten Hersteller, der in Japan das 60-jährige Engagement in der Königsklasse feiert, und das offizielle Werksteam dennoch ein Szenario, das es zu vermeiden gilt.
Noch schlimmer trifft es die Japaner beim Entwicklungsprojekt «850». Wie auf SPEEDWEEK.com berichtet, hat Nakagami seit langem die tragende Rolle der Erprobung übernommen, bedingt auch durch die schwere Verletzung von Testfahrer Nummer 2 Aleix Espargaro. Nakagami hat die meiste Erfahrung mit der für Honda immens wichtigen Neuentwicklung und war auch im Nachgang des Japan-GP für weitere Tests mit der 850er eingeteilt.
Der 1000er-Ersatzfahrer und 850er-Testchef ist außer Gefecht
Honda-Manager Alberto Puig bestätigte das Ausmaß des Vorfalls im FP1. Puig sagte vor laufender MotoGP-Kamera: «Leider hat sich Taka verletzt. Es war sehr unglücklich, er war in der ersten Runde und es war noch etwas feucht – ein großes Pech. Auch für ihn persönlich – denn bei seinem Heimrennen zu fehlen, ist schwer.»
Und mit Blick auf das Entwicklungsprojekt: «Selbst mit einer erfolgreichen Operation dauert es vier bis fünf Wochen, bis er wieder einsatzfähig ist, das ist die Realität. Auch Aleix Espargaró ist Teil des Testprogramms, er ist allerdings noch nicht ganz bei 100 Prozent. Aleix ist motiviert und Vollprofi, jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht mit den Kräften, die wir aktuell haben.»
Turbulent ging es weiter. Im Zeittraining flogen auch Marini, Zarco und Moreira ab. Die gute Nachricht. Rookie Moreira und Routinier Zarco schafften es beide auf direktem Weg ins zweite Qualifying.
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