Gresini 2027: Mit MotoGP-Rookie und Rückkehrer? Mit Honda oder Ducati?
Fermin Aldeguer wechselt zu VR46, Alex Marquez geht zu KTM – Gresini steht 2027 vor einem kompletten Neustart. Erste Kandidaten für die Nachfolge sind bereits im Gespräch.
Das Fahrerkarussell der MotoGP dreht sich immer schneller. Die Plätze in den begehrten Werksteams werden rarer, doch bei den Satellitenteams gibt es noch viele offene Stellen – auch bei Gresini. Für die Saison 2027 zeichnet sich ein radikaler Umbruch ab, der die Mannschaft aus Faenza zu einer kompletten Neuausrichtung zwingt.
Einer der Auslöser ist die Zukunft von Fermin Aldeguer. Der junge Spanier
Im VR46-Lager würde Aldeguer auf ein Team treffen, das sich ebenfalls im Wandel befindet. Während Fabio Di Giannantonio seinen Platz behalten wird, sofern er das möchte, gerät Franco Morbidelli nach zuletzt schwachen Leistungen zunehmend unter Druck. Die Verpflichtung Aldeguers wäre somit nicht nur ein sportliches Statement, sondern auch ein klarer Einschnitt in der Teamstruktur.
Für Gresini bedeutet der Abgang des Hoffnungsträgers den Verlust eines zentralen Bausteins – und das ist noch nicht alles. Auch Alex Marquez wird das Team verlassen. Nach vier gemeinsamen Jahren und dem Vizetitel in der Saison 2025 zieht es den Spanier zu KTM. Damit verliert Gresini seine komplette Fahrerpaarung – und steht vor der Herausforderung, zwei neue Piloten zu verpflichten.
Daniel Holgado passt perfekt zur Gresini-Philosophie
Die Liste möglicher Nachfolger ist vielversprechend. Als heißer Kandidat gilt Moto2-Shootingstar Daniel Holgado. Der Spanier sorgte in dieser Saison für Aufsehen, als er den Grand Prix von Brasilien gewann und sich anschließend an die Spitze der Moto2-Weltmeisterschaft setzte. Holgado würde sehr gut ins Team von Nadja Padovani passen, das sich auf die Fahne geschrieben hat, junge Talente zu fördern.
Ein weiterer Name, der im Fahrerlager kursiert, ist Enea Bastianini. Der Italiener kennt das Team bestens: Bereits 2022 fuhr er für Gresini eine herausragende Saison, gewann vier Rennen und wurde am Ende WM-Dritter. Eine Rückkehr wäre sportlich wie emotional naheliegend, denn mit der KTM RC16 kam Bastianini nie richtig zurecht, auch wenn er wie zuletzt in Austin einige gute Rennen zeigen konnte.
Auch Nicolo Bulega bringt sich ins Gespräch. Der Superbike-Pilot überzeugt derzeit mit einer makellosen Saison: Sechs Siege aus den ersten beiden Rennwochenenden in Phillip Island und Portimao sprechen eine deutliche Sprache. Ein Wechsel in die MotoGP wäre der logische nächste Schritt für den Italiener, der in diesem Jahr parallel zur Superbike-WM auch das neue 850er-MotoGP-Bike testen wird.
Weiter mit Ducati oder Wechsel zu Honda?
Neben der Fahrerfrage sorgte zuletzt auch die technische Zukunft des Gresini-Teams für Diskussionen. Beim zweiten Rennwochenende der MotoGP 2026 in Brasilien machten Gerüchte die Runde, Gresini könne 2027 von Ducati zu Honda wechseln. Hintergrund ist die neue 850er-Regelära, die alle Teams zu komplett neuem Material zwingt und die Kosten deutlich erhöht.
Gresini setzte bislang vor allem auf günstigere Vorjahres-Ducatis – ein Modell, das zumindest in der Saison 2027 nicht möglich sein wird. Die steigenden Leasingraten bringen das Team finanziell unter Druck und machen Alternativen attraktiv. Honda könnte hier mit deutlich größeren Ressourcen locken.
Doch im Fahrerlager von Austin verdichteten sich zuletzt die Hinweise, dass Gresini auch in Zukunft auf Ducati setzen wird. Damit scheint zumindest diese Baustelle vorerst geklärt – ganz im Gegensatz zur Fahrerfrage. Fest steht: 2027 beginnt für Gresini eine neue Ära. Ohne Aldeguer und Marquez muss sich das Team nicht nur personell, sondern auch strategisch neu erfinden.
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