Euro Moto Superbike • Neu
Nürburgring: Superbike-Matchball ist am Sonntag für Tulovic in Reichweite
Bei den Superbike-Rennen der Euro Moto am Nürburgring kann sich der Titelverteidiger vom Team Triple M Ducati Frankfurt wieder voll aufs Fahren konzentrieren. Drehzahl-Reduzierung bleibt vorerst.
Lukas Tulovic ist auf dem besten Weg, seinen IDM Superbike-Titel aus dem Vorjahr auch in der umbenannten Euro Moto erneut zu holen. Leicht ist dieses Unterfangen nicht, was wieder die alte Rennfahrer-Weisheit bestätigt, dass es halbwegs einfach ist, einen Titel zu holen, es sich aber viel schwieriger gestaltet, diese Meisterleistung auch im Folgejahr zu wiederholen. Manche Fahrer sind sogar so abergläubisch, dass sie sich weigern, nach einem Titelgewinn, die Startnummer 1 zu tragen. Solche Dinge sind Tulovic allerdings fremd und seine Ducati ziert seit dieser Saison die 1.
Nach ein paar Tagen Erholung, seinen Sky-Job hatte am vergangenen Wochenende wieder Marvin Fritz übernommen, kam der Ducati-Pilot ausgeruht am Nürburgring zum vorletzten Rennwochenende des Jahres an. Bevor es losging, räumte er erst noch mit einigen Theorien auf, die nach dem zweiten Lauf in Assen in den sozialen Medien zu lesen waren. Auf dem TT Circuit war seine Ducati auf den letzten Metern langsamer geworden, sodass hinter dem Sieger Twan Smits noch Marcel Schrötter an Tulovic vorbeikam und Tulovic auf Rang 3 verwies. Manch einer vermutete, dass dieser Patzer mit Absicht von Tulovic inszeniert worden war, um bei den Performance-Punkten, die über die Zu- oder Abgabe von Concession-Teilen oder Drehzahlen entscheiden, weniger zu kassieren.
«Ich würde doch niemals Meisterschaftspunkte verschenken», antwortete Tulovic kopfschüttelnd. «Es war ein kleiner technischer Defekt, den ich durch einen Fahrfehler meinerseits selbst verursacht habe. Keine große Sache.»
Nachdem Tulovic, und zeitgleich seinem Teamkollegen Lorenzo Zanetti, im Rahmen der Balance of Performance kurz vor dem Assen-Rennen 500 Umdrehungen an der Ducati V4R gekürzt wurden, war das Team von Besitzer Matthias Moser in leichte Turbulenzen geraten. Da sich die Elektronik der Ducati nicht wie beim Vorjahres-Modell per Mausklick ändern ließ, musste man mit einigen Tricks bei der Abstimmung arbeiten, um den gesetzten Rahmen einzuhalten. Inzwischen sind die Ferien beim Ducati-Werk in Bologna beendet und man schickte die beiden Steuergeräte Richtung Italien. Rechtzeitig vor dem Start ins Nürburgring-Wochenende war die brisante Post zurück. «Jetzt kann ich wieder normal fahren», meinte Tulovic, der in Assen immer mit einem Auge auf den Drehzahlmesser unterwegs gewesen war.
Da brauchen wir jetzt nicht um den heißen Brei rumreden.Lukas Tulovic
Immerhin kann er sich, vorausgesetzt der Erfolg im ersten Lauf der Euro Moto Superbike passt, schon am Sonntagnachmittag vorzeitig den Titel holen. Rechnereien sind aber nicht sein Ding. «Das können wir abkürzen», meinte er bei der Frage nach der Planung. «Ich will alle Rennen gewinnen und wir alle im Team wollen den Titel holen. Da brauchen wir jetzt nicht um den heißen Brei rumreden.»
Den Testtag am Donnerstag auf dem Nürburgring nahm Lukas Tulovic gerne mit. «Das hat Sinn gemacht», meinte er. «Ich war zwar mal bei einem Ducati-Event als Instruktor dabei, aber das war ein reiner Trackday und ich mit einem Serienmotorrad dem ganz großen Kurs. Da kam der Testtag gerade recht.»
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