KTM-Boss Neumeister befürchtet: Das würde die MotoGP ihr Herz kosten
Auch in der MotoGP-Weltmeisterschaft gibt es Bestrebungen, die Kosten zu senken. Für KTM-Geschäftsführer Gottfried Neumeister steht fest, dass dies nicht auf Kosten der Show gehen darf.
Das Geld sitzt nicht mehr so locker wie früher, da ist die MotoGP keine Ausnahme. In der Moto2 wird seit 2010 mit Einheitsmotoren gefahren, zuerst von Honda, seit 2019 von Triumph. In der Moto3 wird es ab 2028 sogar
Für die MotoGP diskutieren die fünf Hersteller Aprilia, Ducati, Honda, KTM und Yamaha mit Promoter Liberty und dem Motorrad-Weltverband FIM ebenfalls, wie die Kosten nach unten gebracht werden können, etwa durch die Einführung eines Deckels für das Gesamtbudget.
«Schauen wir uns beispielsweise die Formel 1 an: Ich glaube nicht, dass der Kostendeckel immer eingehalten wird», überlegt KTM-Geschäftsführer Gottfried Neumeister. «Nichtsdestotrotz sorgte er dafür, dass jetzt alle Teams eine Basis haben, um teilzunehmen. Wir sehen jetzt auch deutlich kleinere Teams und Firmen vorne mitmischen.»
Ein-Motorrad-Regel spart kaum Geld
Eine weitere Idee ist die Einführung der Ein-Motorad-Regel, wie wir sie in der Superbike-WM seit 2012 sehen. Die Fahrer dürfen nur noch eine Maschine in der Box haben, eine zweite steht hinter den Boxenwänden und darf nur für den Einsatz vorbereitet werden, wenn das erste Bike irreparabel ist. Ein drittes Motorrad pro Fahrer haben die Teams in Teilen oder als Rolling-Chassis dabei, unterm Strich spart diese Regel kaum etwas.
Neumeister steht ihr entsprechend skeptisch gegenüber: «Die Ein-Motorrad-Regel mag ich nicht, ich bin komplett gegen sie. Ja, damit lässt sich etwas Geld sparen, aber das geht gegen mein Verständnis von diesem Sport. Die Fahrer sollten in der Lage sein, ans Limit zu gehen. Und an die Box zurückzukommen und auf das zweite Bike zu springen, falls nötig. Das ist für mich das Herz der MotoGP. Ein Kostendeckel kann gut sein, weil er allen erlaubt unter gleichen Voraussetzungen anzutreten. Aber wir müssen das klug angehen und die besten Lösungen für den Sport finden.»
Besonders im Kleinen ließe sich das verhältnismäßig einfach umsetzen. «Wenn beispielsweise alle mit demselben Kraftstoff fahren, dann hat das auf den Genuss der Zuschauer keinen Einfluss», erklärte der Österreicher. «Wenn es einen Lieferanten für Sprit gibt, dann arbeiten alle mit der gleichen Basis und wir liefern uns trotzdem einen Wettstreit darum, wer das meiste aus ihm herausholt. Warum optimieren wir nicht etwas, das vor allem den kleinen Teams viel Kopfweh bereitet und viel Geld kostet, wenn es keinen Einfluss auf die Show hat?»
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