Marc Marquez (Ducati): «Man muss diesen Hauch von Wahnsinn haben!»
Marc Marquez erklärt, wie er mit Angst und Risiko umgeht und was ihn Verletzungen gelehrt haben. Welche Eigenschaften MotoGP-Piloten haben müssen und weshalb Talent allein nicht ausreicht.
Marc Marquez gilt als einer der erfolgreichsten Motorrad-Rennfahrer der Geschichte. Er holte in seiner langen Karriere bislang 99-GP-Siege – 73 davon in der MotoGP. Marquez gewann neun WM-Titel, sieben davon in der Königsklasse. 2026 bestreitet MM93 seine 19. Saison in der Motorrad-Weltmeisterschaft, seine 14. in der MotoGP. Eine Entscheidung über seine Zukunft ab 2027 will er Spanier erst treffen, wenn er sich wieder zu 100 Prozent fit fühlt.
Mit all den Erfolgen, die er schon erreicht hat, worin findet Marc Marquez die Motivation, immer weiterzumachen und sich neue Ziele zu setzen? «Es ist eine Frage der Leidenschaft – wenn man sie hat, ist es wie eine Sucht nach Adrenalin, eine Sucht nach Wettkampf. Ich bin nicht süchtig nach Motorradfahren. Ich bin süchtig nach Wettkampf, nach Gewinnen», erklärte Marquez im Interview mit den Podcastern «Imagin» und «Tengo un Plan». «Erst wenn man gewinnt, fühlt man sich für die Anstrengungen dahinter belohnt. Und wenn man in einem Rennen ist, ist es anders. Zum Beispiel langweilte ich mich beim Testen. Ich bin sogar gestürzt, weil ich meine Konzentration verloren hatte. Rennwochenenden hingegen sind intensiver!»
Marquez: «Erst die Verletzungen haben mir das wirklich klar gemacht»
Marquez ist ein Ausnahmekönner, der sich zudem sehr schnell auf neue Situationen einstellen kann. Dazu kommt seine Unerschrockenheit. «Auf der Rennstrecke war es schon immer eine meiner Stärken, aber auch eine meiner Schwächen: keine Angst zu sehen, keine Gefahr zu erkennen», unterstrich der 33-Jährige. «Ich habe daran gearbeitet, beides zu erkennen, damit ich sagen kann: ‚Du solltest hier kein so großes Risiko eingehen, denn du könntest dich verletzen. Du solltest hier kein Risiko eingehen, denn es gibt keinen Grund dafür.‘ Mein Instinkt war immer, alles zu riskieren, egal ob es sich um ein einfaches Training oder ein Rennen handelt, bei dem man um die Weltmeisterschaft kämpft. Das ist einer der Aspekte, an denen mein Team mich während meiner gesamten Karriere arbeiten ließ, und nach und nach, mit zunehmendem Alter, habe ich begonnen, das zu verstehen. Aber erst die Verletzungen haben mir das wirklich klar gemacht, denn die Einstellung war zwar da, aber man lernt durch Verletzungen.»
MotoGP-Fahrer sind spezielle Menschen. Marquez weiß das nur zu gut. «Talent allein reicht nicht aus. Es ist eine Mischung aus verschiedenen Faktoren, aber man muss Mut haben. Manchmal höre ich Leute sagen: ‚Diese Fahrer sind verrückt.‘ Es gewinnt nicht der Verrückteste, sondern derjenige, der es versteht, das Beste aus seinem Wahnsinn zu machen», so der Ducati-Pilot. «Man muss einen Hauch von Wahnsinn haben – sonst fährt man nicht mit 350 km/h, 360 km/h Motorrad, man überholt nicht und man kollidiert nicht mit einem anderen Fahrer bei 200 km/h, wenn man Seite an Seite kämpft. Man muss diesen Hauch von Wahnsinn haben.»
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