Pedro Acosta mit Ducati: «Es ging nicht um eine Million mehr oder weniger»
Pedro Acosta hat seine gesamte Karriere als professioneller Rennfahrer im Dienst von KTM verbracht. Geschäftsführer Gottfried Neumeister nimmt es dem Spanier nicht übel, dass er zu Ducati wechselt.
Nach dem Gewinn des Red Bull Rookies Cups 2020 wechselte Pedro Acosta in die Moto3-WM und wurde dort auf Anhieb Champion. Seine erste Moto2-Saison 2022 beendete er auf Gesamtrang 5, im Jahr darauf wurde er Weltmeister. Seit 2024 ist der inzwischen 22-Jährige in der MotoGP unterwegs und beendet die ersten zwei Jahre als WM-Sechster und -Vierter. Vor den Rennen in Österreich an diesem Wochenende ist er Fünfter.
Seine ganze Karriere hat Acosta mit KTM verbracht, doch nach dieser Saison wird das Aushängeschild der Orangenen aus Mattighofen zu Ducati wechseln und dort 2027 und 2028 Teamkollege von Weltmeister und WM-Leader Marc Marquez. «Ich habe versucht, Pedro davon zu überzeugen, bei uns zu bleiben», unterstrich KTM-Geschäftsführer Gottfried Neumeister bei einem seiner raren MotoGP-Besuche an diesem Wochenende auf dem Red Bull Ring in Spielberg. «Ich habe immer noch Gänsehaut, wenn ich daran denke, was er mir gesagt hat. Er meinte, dass es nicht um eine Million mehr oder weniger ginge. Wir sahen Fahrer, die zum Saisonbeginn auf dem besten Motorrad saßen und nur aus finanziellen Gründen woanders unterschrieben haben. Er sagte, das entspräche nicht seiner Rennsportattitüde. Selbst wenn wir eine bessere 850er hätten, wäre es für ihn als Spanier wichtig, dass er Marc Marquez mit der gleichen Waffe schlagen kann. Solchen Argumenten hatte ich nichts entgegenzusetzen.»
Nicht Pedro Acosta allein holt das Beste heraus
«Ich werde auch in Zukunft immer nur das Beste empfinden, wenn ich ihn sehe», ergänzte der Österreicher. «Man trifft sich im Leben immer zweimal, er leistet das Beste für das Team. Nach Misano habe ich Pit Beirer angerufen, weil es mich so aufgeregt hat, was die Leute sagten. Dass nur Pedro alles aus dem Bike holen würde. Aber es ist nicht nur Pedro. Die Situation ist, wie sie ist. Wenn Pedro kein Motorrad hätte, das solche Ergebnisse zulassen würde, dann könnte er diese auch nicht liefern. Ich werde seinen konstanten Einsatz niemals unterbewerten, aber auch hinter einem großartigen Fahrer steht ein Team, das den Unterschied ausmacht.»
Statt Acosta und Brad Binder sehen wir bei Red Bull KTM in den nächsten zwei Jahren Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio. Über sie sagte Neumeister: «Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir mit den Fahrern, die wir gewählt haben, und die unbedingt zu uns wollen, gut aufgestellt sind. Wir müssen dem Team Sicherheit geben und es beruhigen. Vielleicht müssen wir auch Änderungen im Team vornehmen und darüber nachdenken, wie wir uns so aufstellen, dass wir wettbewerbsfähig sind. Ich glaube 100-prozentig an unsere zwei zukünftigen Fahrer, beide können den Unterschied ausmachen. Unsere kontinuierliche Arbeit wird langfristig dafür sorgen, dass wir erfolgreich sind. Es geht nicht um ein halbes Jahr oder ein Jahr, wir müssen uns konstant verbessern.»
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