Euro Moto Superbike
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Beim Finale in Hockenheim sicherte Luca Göttlicher seinen Tabellenrang 4 der Klasse Supersport ab. Auch diesmal war er wieder ein Podest-Kandidat, konnte das aber nur andeuten und nicht beweisen.
Verletzungsbedingt erst ab der zweiten Euro Moto-Station in Brno in die Saison eingestiegen, hat er bei seiner zweiten Veranstaltung das erste Podest und diesem zwei weitere folgen lassen. Am Ende stand für Luca Göttlicher Platz 4 in der Euro Moto Supersport zu Buche, wobei ‚best of the rest‘ diese Platzierung auch sehr gut und treffend beschreibt. Neben dem Meister 2026 und achtfachen Saisonsieger Dirk Geiger und dem Vize Daniel Blin, der fünf Mal siegreich war, sah man lediglich noch Lennox Lehmann (ohne Sieg) regelmäßig auf dem Podest. Von insgesamt 39 möglichen Podestplätzen strichen diese drei Herren 36 ein. Und wenn einer von ihnen mal nicht auf dem Podium stand, war Luca Göttlicher zur Stelle.
Beim Euro-Moto-Finale in Hockenheim war der 19-Jährige aus Schwifting mit seiner MV Agusta F3 800 RR des Teams LJ Racing / MC Augsburg e.V. im ADAC in beiden Rennen drauf und dran, den großen Drei in die Suppe zu spucken, stellte sich aber selbst ein Bein. «Das ganze Wochenende war ziemlich gut. Wir haben als Team wieder einen sehr guten Job gemacht und ich war in allen Trainingssessions immer ziemlich weit vorn. Doch dann kam das Rennen 1», sinnierte er später zu einer verpassten Chance.
Von Startplatz 2 ging es los und auf auf eben jenem stürzte er in der letzten Runde, rappelte sich wieder auf und traf wenigstens noch als Neunter im Ziel ein. «Ich hatte das ganze Wochenende einen guten Grundspeed. Als ich gemerkt habe, dass Blin ein bisschen einbricht, wollte ich das Rennen ohne Stress und ohne Druck einfach noch fertig fahren. Das hätte locker für Platz 2 gereicht. Doch dann ist es passiert, dass mir das Vorderrad weggegangen ist», erklärte er die unsägliche Situation später im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.
Detaillierter fügte er an: «Wir hatten ein gutes Fahrwerks-Setup, haben uns aber das ganze Wochenende mit dem Reifenmanagement ein bisschen schwergetan. Wir haben im Training viel Zeit darauf verwendet, dass ich das ganze Rennen guten Grip habe, aber als ich gestürzt bin, ist genau das passiert, was wir befürchtet haben. Dadurch, dass mein Vorderrad überbelastet war und wir einen ziemlich hohen Verschleiß hatten, hat in der entscheidenden Situation mein Hinterrad beim Anbremsen erst wenig Grip gehabt, dann aber im Drift schlagartig einen Schlag zurückgegeben. Das war dann zu viel fürs Vorderrad, da ist es mir halt eingeklappt. Es war nicht so, dass ich mega verteidigt habe, sondern das hätte das ganze Rennen so kommen können.» Im zweiten Rennen kreuzte er zu vierten Mal in diesem Jahr die Ziellinie hinter Geiger, Blin und Lehmann als Vierter.
Als einer von vier Fahrern, die dieses Jahr Supersport-Podestplätze einfahren konnten und davon zwei Abgängen, könnte er für 2027 über den Meistertitel nachdenken. Dazu hat er sich auch schon Gedanken gemacht und verlautbarte zu diesem Thema: «Wenn wir da anknüpfen können, wo wir jetzt aufgehört haben und wir noch mehr an uns arbeiten, ist es auf jeden Fall möglich. Ich habe gegenüber dem letzten Jahr schon einen riesen Step gemacht und will über den Winter einen weiteren großen Schritt machen. Dann sollte ich schon unter die ersten Drei fahren können und gegebenenfalls um den Titel kämpfen.»
In welcher Team-Konstellation kann er derzeit noch nicht sagen. «Nachdem wir dieses Jahr so gut zusammengearbeitet haben, möchte das Team mich weiter haben. Allerdings sind wir noch in Verhandlung. Da ich gerade meine Planung fürs Wintertraining organisiere, haben wir noch nicht konkret darüber gesprochen, wie es weitergeht.» Nun haben sowohl Luca Göttlicher, wie auch LJ Racing in diesem Jahr einen großen Schritt in Richtung Spitze gemacht, doch Motorsport ist mitunter nicht nur von gegenseitiger Dankbarkeit und Loyalität bis in alle Ewigkeit geprägt. Und wenn das Interesse an einem Fahrer und dessen Marktwert steigen, kann es auch in seinem Fall zu Veränderungen kommen. Ein monetär lukratives Angebot ist Luca Göttlicher aber nicht allein wichtig, sondern will er sich auch in seinem Umfeld wohl fühlen. Und auch die Erfolgsaussichten sind ihm wichtiger «… als 5.000 Euro hin oder her.»
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