Formel 1

Nach Brasilien-Quali: Hamilton und Vettel bangen!

Von - 10.11.2018 19:30

​Hat die erste Startreihe von Interlagos Bestand? Lewis Hamilton (1.) stand Sergey Sirotkin im Weg, Ferrari-Star Sebastian Vettel (2.) hielt sich nicht ans korrekte Prozedere auf der Waage. Erste Stimmen aus Interlagos.

Eigentlich würde die erste Startreihe zum Grossen Preis von Brasilien 2018 so aussehen: Lewis Hamilton auf Pole-Position, schräg hinter ihm sein Erzrivale Sebastian Vettel im Ferrari. Aber die Rennkommissare wollen mit beiden Piloten sprechen. Weltmeister Lewis Hamilton stand Williams-Fahrer Sergey Sirotkin im Weg, beinahe wäre es zu einer Kollision gekommen. Und Sebastian Vettel leistete sich einen Patzer auf der Waage. Dort ist vorgeschrieben, dass ein Fahrer den Motor abstellt. Das hat der Deutsche aber nicht getan.

FIA-Technikpolizist Jo Bauer hat festgehalten: «Fahrer Nummer 5 hat sich geweigert, bei der Waage den Motor abzustellen. Der Wagen wurde dann mit laufendem Motor gewogen, das macht ein verlässliches Ergebnis schwierig. Nachher fuhr der Fahrer davon und machte so die Waage kaputt. Da sich der Pilot nicht an die Anweisungen der Offiziellen gehalten hat, leite ich den Vorfall an die Rennkommissare weiter.»

Lewis Hamilton hat erstmals in seiner Karriere unmittelbar nach dem Gewinn eines WM-Titels eine Pole herausgefahren. Es ist die 100. Pole für Mercedes-Benz in der formel 1. Es ist die zehnte Pole von Lewis in dieser Saison (nach USA, Japan, Singapur, Belgien, Ungarn, England, Frankreich, Spanien und Australien) und seine dritte in Interlagos nach 2012 und 2016.

Der Engländer sagt: «Das war knifflig mit dem Regen. Wir wussten nicht, was wir da erwarten mussten. Ferrari ist sauschnell hier. Ich bin happy, dass ich in Brasilien Schnellster bin, ich fahre mit den Senna-Farben an der Rückseite meines Helms.»

«Meine letzte Runde war nicht so gut, zu viel Untersteuern. Zudem gab es Vibrationen, vielleicht war ein Rad nicht perfekt ausgewuchtet. Ich bin sehr dankbar, dass ich ausgerechnet hier die Pole herausfahren können. Ich bekomme hier so viel Zuneigung, und dies obschon ich 2008 hier Felipe Massa den Titel verwehrt habe.»

«In den Dauerläufen hatte Ferrari mehr Probleme mit den superweichen Reifen als wir. Sie haben sich in der Quali dazu entschlossen, im zweiten Segment den weichen Pirelli zu verwenden. Ob das im Grand Prix zu einem strategischen Vorteil wird, das werden wir dann sehen.»

Über den Vorfall mit Sirotkin sagt Hamilton: «Wir waren alle auf einer Aufwärmrunde, Valtteri vor mir wollte eine Lücke schaffen, also ging auch ich vom Gas. Auf einmal sah ich ein Auto hinter mir und dachte: "Oh mein Gott, kommt da jemand auf einer fliegenden Runde?" Ich stach nach links, er aber auch. Dann aber stellte sich heraus, er ist gar nicht auf einer schnellen Runde. Dann weiss ich nicht, was er sich dabei gedacht hat. Es war seltsam.»

Sebastian Vettel sagt: «Ich habe in Kurve 8 kurz das Rad stehenlassen, leider habe ich da Zeit liegengelassen. Die Waage? Vielleicht wäre es besser, wenn ich nichts dazu sage. Wenn sich die Verhältnisse wie heute zu ändern beginnen, mit einsetzendem Regen, dann sollte kein Fahrer auf die Waage gebeten werden. Das ist unfair. Ich wollte, dass sie sich beeilen.»

Welches Bauchgefühl hat Ex-GP-Pilot Martin Brundle, was die beiden Formel-1-Superstars Hamilton und Vettel angeht? Der Engländer findet: «Ich schätze, Hamilton wird mit einer Strafe davonkommen, obschon wir es schon erlebt haben, dass Fahrer für ein solches Vergehen mit drei Rängen zurück belegt worden sind. Bei Vettel handelt es sich um einen Regelverstoss ohne Wenn und Aber. Ich weiss nicht, wie er sich da herausreden will.»

Für Vergehen auf der Waage kann einem Piloten schlimmstenfalls das komplette Quali-Ergebnis gestrichen werden. Dann würde sich Sebastian Vettel am Ende des Feldes wiederfinden.

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