Was VR46-Schützling Celestino Vietti zu seinen MotoGP-Chancen für 2027 sagt
Celestino Vietti zeigte im Moto2-Rennen in Mugello von Startplatz 16 eine beeindruckende Aufholjagd. In Sachen MotoGP-Vertrag würde ihm die Zeit davonlaufen. «Ich bin jung, aber nicht mehr so jung.»
Celestino Vietti ist perfekt in das Rennwochenende in Mugello gestartet. Am Freitag im Zeittraining legte der Schützling von Valentino Rossi eine Rekordrunde hin – er zeigte damit, dass man mit ihm rechnen muss in der Toskana. Dann folgte am Samstag das Qualifying – Vietti stürzte und kam über Startplatz 16 nicht hinaus. Es sah danach aus, dass der Italiener bei seinem Heim-GP leer ausgehen würde.
Im Moto2-Rennen am Sonntag hatte Vietti somit nichts zu verlieren. Nach einem nicht besonders guten Start, bei dem es für ihn nicht viel weiter nach vorne ging, schaltete Vietti in den Angriffsmodus. Während des Rennens über 19 Runden überholte er einen Konkurrenten nach dem anderen – nach acht Runden war er bereits Achter und nach elf Runden Sechster. Drei Runden vor Schluss zündete der Fahrer der VR46-Akademie den Turbo. Er schnappte sich zuerst Filip Salac, nach dem technischen Defekt an der Kalex von Ivan Ortola war Vietti bereits Vierter. Dann waren Senna Agius und Daniel Holgado an der Reihe. Am Ende überquerte der Boscoscuro-Pilot die Ziellinie auf Platz 2 – auf Sieger Manuel Gonzalez (Intact GP) hatte er 5,327 Sekunden Rückstand.
Vietti hatte am Ende des Rennens die beste Pace im Feld und die meisten Reserven. «Der Sieg war nicht das Ziel, also versuchte ich, mir das Rennen gut einzuteilen und zu dosieren, auch beim Überholen», erklärte Vietti. «Am Ende hat es wirklich gut geklappt, ich hatte bei den Reifen Reserven und konnte in den letzten drei oder vier Runden noch etwas mehr pushen, um das Podium zu erreichen. Vielleicht hat es sich ausgewirkt, dass ich von ganz hinten gestartet bin.»
Glaubt Vietti, dass er im Rennen auch für Manuel Gonzalez eine Gefahr gewesen wäre, wenn er einen besseren Startplatz gehabt hätte? «Das war das Ziel, denn er und ich hatten im Vergleich zu den anderen das ganze Wochenende etwas mehr Tempo», gab der 24-Jährige zu verstehen. «Ich hätte vielleicht als Dritter, Zweiter oder Erster starten und es versuchen müssen – so wie in Barcelona, das war ein ähnliches Rennen. Aber nach dem Fehler im Qualifying war alles vorbei, also sagte ich mir: ‘Okay, ich gebe alles, was ich kann, und behalte meinen Rhythmus bei.’ Am Ende kam es so.»
Zeitgleich zum MotoGP-Wochenende in Mugello gastierte die Superbike-WM im spanischen Aragon.
Vietti zu MotoGP: «Ich versuche, der beste Celestino aller Zeiten zu sein»
Wie enttäuscht wäre er, falls es mit einem Aufstieg in die Königsklasse 2027 nicht klappt? «Ich will unbedingt dabei sein, also gebe ich mein Bestes. Ich versuche, der beste Celestino aller Zeiten zu sein, um mir diese Chance zu sichern», so Vietti. «Wenn es nicht klappt, mache ich einfach weiter. Das Problem ist: Wenn es 2027 nicht klappt, dann laufen die Verträge zwei Jahre und dann wieder zwei Jahre – und so dreht sich das Rad immer weiter. Ich bin jung, aber nicht mehr allzu jung, also ist es definitiv an der Zeit, dass ich etwas für meine Zukunft tun muss.»
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