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Im Schatten der Fahrerabschiede endet auch ein deutsches Superbike-WM-Projekt. Michael Galinskis MGM-Team hört auf – nach sechs Jahren, Podestplätzen mit BMW und dem Neustart mit Ducati.
Für einige Fahrer war das Saisonfinale der Superbike-WM in Jerez ein Abschied.
«Die Gerüchte stimmen: Nach sechs Jahren verabschieden wir uns aus der Superbike-WM! Es war ein großartiges, überwältigendes, interessantes und intensives Kapitel in der MGM-Geschichte. Wir sind allen dankbar, die das möglich gemacht haben», teilte das Team mit.
Damit zieht Michael Galinski einen Schlussstrich unter ein Projekt, das er nach dem Rückzug von Geldgeber Jürgen Röder mit großem persönlichem Einsatz weitergeführt hatte. Aus dem Bonovo-BMW-Team war für 2025 eine Ducati-Mannschaft geworden. Zwei weitere WM-Saisons ermöglichten Galinski und seine Mitstreiter noch. Eine Fortsetzung für 2027 kommt nun nicht zustande.
Die Vorgeschichte des WM-Einstiegs begann 2020 mit Jonas Folger. Der ehemalige MotoGP-Pilot dominierte auf der Yamaha R1 die IDM Superbike und absolvierte mit der Mannschaft Gaststarts in der Weltmeisterschaft. Mit Unterstützung von Bonovo-Chef Jürgen Röder folgte 2021 der Schritt zum permanenten WM-Teilnehmer – allerdings mit einem Wechsel von Yamaha zu BMW.
Die erste Saison verlief schwierig. Folger fand auf der M1000RR nicht das Vertrauen, das ihn zuvor auf der Yamaha ausgezeichnet hatte. Platz 8 beim verregneten Auftakt in Aragon blieb sein mit Abstand bestes Ergebnis. Der erhoffte gemeinsame Aufstieg gelang nicht.
Für 2022 stellte sich die Mannschaft mit Eugene Laverty und Loris Baz neu auf und setzte erstmals zwei Stammfahrer ein. Die Verbindung zu BMW wurde gefestigt. Baz schloss die Saison als WM-Zwölfter ab, Laverty wurde 16. Ein Jahr später übernahm Garrett Gerloff den Platz des Iren und setzte ein erstes großes Ausrufezeichen.
In Magny-Cours sicherte sich der US-Amerikaner 2023 die Pole-Position. Dazu kamen mehrere vierte Plätze. Gerloff wurde WM-Zwölfter, Baz erneut 16. Die Mannschaft zeigte zunehmend, dass sie mit der BMW weit nach vorne fahren und auch das Werksteam unter Druck setzen konnte.
2024 bildeten Scott Redding und Gerloff das Fahrerduo. Doch noch bevor das Team seine größten sportlichen Erfolge feierte, stand seine Zukunft infrage. Nach dem Rennwochenende in Misano kündigte Röder an, das Engagement zum Jahresende zu beenden. Galinski begann, nach einer Lösung für den Fortbestand zu suchen.
Gerloff lieferte in der zweiten Saisonhälfte die sportlichen Argumente dafür: In Magny-Cours und Aragon fuhr er aufs Podium. Nach den schwierigen Anfängen hatte sich die deutsche Mannschaft zu einem Team entwickelt, das um die ersten drei Plätze kämpfen konnte. Die Finanzierung musste trotzdem neu aufgestellt werden.
Galinski gelang es, das Projekt für 2025 zu retten. Der Neustart erfolgte mit Ducati und Redding als einzigem Stammfahrer. In Australien schien die neue Kombination sofort zu funktionieren: Drei Top-5-Ergebnisse machten Hoffnung auf eine erfolgreiche Saison.
Doch der vielversprechende Auftakt ließ sich nicht dauerhaft bestätigen. Im Sommer trennten sich die Wege von Redding und MGM vorzeitig. Ab dem Rennwochenende im Balaton Park übernahm Tarran Mackenzie die Ducati.
Mit dem Schotten entstand eine neue Perspektive. Für 2026 präsentierte die Mannschaft Optical Express als Hauptsponsor und brachte die neue Panigale V4R an den Start. Mackenzie bestätigte früh, dass er mit dem Motorrad konkurrenzfähig sein konnte: In Australien wurde er im Regen Vierter, in Misano gelang ein weiteres Top-5-Ergebnis.
Dann folgte beim Heimrennen in Donington der entscheidende Rückschlag. Mackenzie verletzte sich so schwer, dass er den Rest der Saison verpasste. Damit verlor MGM ausgerechnet in einer wichtigen Phase den Fahrer, mit dem sich das Projekt sportlich stabilisiert hatte.
Wie eng die Zukunft des Teams mit der Finanzierung verknüpft war, hatte Galinski bereits im
Auch sportlich fehlte ihm die Möglichkeit, mit Mackenzie an die Fortschritte anzuknüpfen. «Seine Entwicklung war wirklich richtig gut. Wir konnten uns mit ihm im Bereich von Platz 5 bis 10 behaupten. Im Moment können wir uns nicht richtig präsentieren. 15. Plätze sind nicht unser Stil», hielt der Teamchef damals fest. Ersatzpilot Loris Baz steigerte sich bei seinen Einsätzen von Event zu Event. Der Franzose fuhr in Jerez die letzten Rennen des MGM-Teams, das am Montag das WM-Aus verkündete.
Nach sechs kompletten WM-Saisons endet das Engagement nun. Die Geschichte reicht vom schwierigen Einstieg mit Folger über Gerloffs Pole und Podestplätze bis zum Ducati-Neustart, den Galinski gegen erhebliche Widerstände ermöglichte.
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