Heftige Klatsche für Ducati: Marc Marquez spricht von Wunschresultat
Platz 6 und die MotoGP-WM-Führung wieder weg: Trotzdem zieht Marc Marquez eine positive Mandalika-Bilanz. Der Ducati-Pilot erklärt seinen vorsichtigen Ansatz und den starken Reifenabbau.
Der MotoGP-Grand-Prix in Mandalika endete für Marc Marquez mit Platz 6 und dem Verlust der WM-Führung an Aprilia-Pilot Jorge Martin. Nach seinem Sprint-Sieg am Samstag musste sich der Ducati-Werkspilot am Sonntag den vier Aprilia-Piloten und KTM-Pilot Pedro Acosta geschlagen geben. Trotzdem verließ er Indonesien mit dem Gefühl, ein schwieriges Wochenende erfolgreich bewältigt zu haben.
Während Marco Bezzecchi vor Raul Fernandez, Martin und Ai Ogura gewann, war Marquez als Sechster bester Ducati-Pilot. Für seine Bewertung stellte er jedoch das gesamte Wochenende in den Mittelpunkt.
«Es ist leicht zu erklären: Wenn ihr mir am Donnerstag gesagt hättet, dass wir über das gesamte Wochenende nur drei Punkte auf Bezzecchi verlieren und genauso viele Punkte wie Martin holen, wäre das ein Traum gewesen. Und genau das haben wir geschafft», fasste der Weltmeister zusammen.
Solide Punkte auf Aprilias Paradestrecke
Mandalika zählt für Marquez zu den schwierigsten Aufgaben im Kalender. Entsprechend wertvoll war für ihn der Sprint-Sieg, mit dem er sich am Samstag vorübergehend an die WM-Spitze gesetzt hatte. «Auf der für uns schlechtesten Strecke hatten wir ein großartiges Wochenende. Wir konnten das gesamte Wochenende konstant sein. Es stimmt, dass wir im Rennen sehr zu kämpfen hatten, besonders in der zweiten Rennhälfte. Aber ich bin einfach zufrieden damit, wie das Wochenende ausgegangen ist.»
Sein Grand Prix war von zunehmenden Schwierigkeiten geprägt. Auf die Frage, ob die Temperatur des Vorderreifens ein Problem gewesen sei, widersprach Marquez ausdrücklich. Als entscheidenden Faktor nannte er stattdessen den Hinterreifen. «Der Hinterreifen hat massiv abgebaut, aber der Vorderreifen war perfekt. Es stimmt, dass ich in Kurve 10 etwas nachgegeben habe, aber das gehörte zu meiner Strategie. Ich wollte kein Risiko eingehen, denn es waren noch zwölf Runden zu fahren.»
Marquez erkannte, dass er mehrere seiner Verfolger über die volle Distanz nicht würde aufhalten können. Statt sich in Zweikämpfen zu verausgaben, akzeptierte er den Positionsverlust. «Ich konnte das Tempo einschätzen und wusste, dass Acosta und Ogura mich ohnehin überholen würden. Vielleicht sogar 'Diggia', aber 'Diggia' ließ am Ende nach. Meine Strategie war, kein zusätzliches Risiko einzugehen.»
Kein Risiko: Marquez hielt sich bewusst zurück
Besonders beim Anbremsen von Kurve 10 fiel auf, wie viel Boden Marquez gegenüber seinen Gegnern verlor. Ein technisches Problem führte er dafür nicht an. Ihm fehlte das Vertrauen, dort dauerhaft spät zu bremsen. «Ich habe einfach nicht spät gebremst. Mir fehlte das Vertrauen. Im Training konnte ich auf einzelnen Runden spät bremsen. Aber heute hatte ich das Gefühl, dass es mehr zu verlieren als zu gewinnen gab.»
Den Rückstand erklärte Marquez auch nicht mit seiner körperlichen Verfassung oder der Hitze. Entscheidend war für ihn, welches Tempo er über 27 Runden halten konnte. Einzelne schnelle Umläufe waren möglich, ein dauerhaftes Mitgehen mit Martin hingegen nicht. «Ich habe auf einigen Runden gepusht und hatte das Gefühl, dass ich ungefähr dasselbe Tempo wie Martin fahren konnte. Aber für zehn Runden, wie gestern im Sprint, nicht für 27. Es stimmt, dass ich anders fahren und mich an viele Dinge anpassen muss. Heute habe ich einfach versucht, ein konstantes Tempo zu halten.»
Zusätzlich erschwerte Acostas Rennverlauf die Einschätzung der Situation. Der KTM-Pilot musste wegen seines Reifendrucks zeitweise Positionen aufgeben und anschließend wieder aufholen. «Acosta spielte mit uns, weil er ein Reifendruckproblem hatte. Es war eine gute Idee, sich für die Schlussphase des Rennens Reserven aufzuheben. Der Einzige, bei dem ich dachte, dass ich mit ihm kämpfen könnte, war 'Diggia', weil wir dasselbe Motorrad haben.»
Die WM-Führung hielt für Marquez damit nur einen Tag. Seine Bilanz fiel trotzdem positiv aus: Auf einer Strecke, auf der Ducati am Sonntag gegen Aprilia wenig ausrichten konnte, nahm er den Sprint-Sieg mit und holte über beide Rennen genauso viele Punkte wie Martin.
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