Raul Fernandez (2.) biss die Zähne zusammen: Zwei Finger sind gebrochen!
Erste MotoGP-Pole, Sturz in Kurve 1, gebrochener Finger: Trackhouse-Pilot Raul Fernandez erlebte in Mandalika einen Samstag der Extreme. Im GP folgte eine Leistung, vor der die Rivalen den Hut zogen.
Am Samstag feierte Raul Fernandez seine erste MotoGP-Pole. Nur wenige Stunden später war er ein Opfer einer Kettenreaktion der ersten Kurve mit bösem Ausgang: Er brach sich den Finger, mit dem er normalerweise bremst, und war auf Aprilia-Kollege Marco Bezzecchi sauer. Es stellte sich die Frage: Konnte der 25-Jährige so überhaupt den Grand Prix über 27 Runden bestreiten?
Lange Führungsarbeit rettete Fernandez nicht vor Bezzecchi
Vor dem Start brauchte Fernandez Hilfe beim Anziehen der Handschuhe. Auf der Strecke war davon aber nichts zu sehen: Der Spanier erwischte einen sauberen Start, konterte einen Angriff von Bezzecchi in der ersten Kurve aus und baute sich einen Vorsprung von etwa einer Sekunde aus. Jedes Mal, wenn Bezzecchi eine schnellere Runde hinlegte, konterte Fernandez umgehend.
Erst neun Runden vor Schluss ging der Italiener in Kurve 1 vorbei und setzte sich mit der schnellsten Runde des Rennens vom Spanier ab. Fernandez rettete Platz 2 ins Ziel, Aprilia belegte erstmals überhaupt die ersten vier Ränge: «Normalerweise mache ich nicht viele Fehler, wenn ich vorne fahre. Heute habe ich zu viele gemacht, ich bin in zu vielen Kurven weit gegangen und habe sofort meinen Hinterreifen zerstört», gab Fernandez zu. «Ich habe einfach versucht, zu überleben, aber die letzten fünf Runden war ich komplett am Ende.»
Am Morgen stand fest: Es waren gleich zwei Finger gebrochen!
Nach der Zieldurchfahrt sank Fernandez auf den Tank und zog sich unter Schmerzen den Handschuh aus. Erst jetzt wurde bekannt, wie schwer er tatsächlich angeschlagen war. «Als ich am Morgen aufgewacht bin, habe ich gesehen, dass ich nicht einen, sondern zwei gebrochene Finger hatte. Niemand wusste es. Ich habe nichts gesagt, um den Fokus auf das Rennen zu halten», verriet Fernandez im Parc Ferme.
«Ich habe bei null angefangen: das ganze Setup, die Bremsreferenzen, wie ich die Vorderbremse benutzen muss. Es war eine schwierige Arbeit.» Auf der Auslaufrunde zog Jorge Martin nach dem Rennen symbolisch den Hut vor seinem Markenkollegen.
Mit den 20 Punkten für Platz 2 festigt Fernandez Rang 7 in der WM-Wertung. Mit 236 Punkten liegt er nur 23 Zähler hinter seinem Teamkollegen Ai Ogura, der mit 259 Punkten WM-Vierter ist. Die nächste Strecke hat er in guter Erinnerung: In Phillip Island gewann er vor einem Jahr sein erstes MotoGP-Rennen.
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