Guevara über Escrig: «Hatte nicht erwartet, dass er so stark sein würde»
Im dramatischen Moto2-Rennen in Indonesien ging Izan Guevara als Sieger hervor. Der Pramac-Pilot profitierte vom Ausfall von Alex Escrig in der vorletzten Runde. Der Titelkampf spitzt sich weiter zu.
Izan Guevara dreht im letzten Drittel der Moto2-Saison 2026 ordentlich auf. Nach Siegen in Österreich und Japan lief es für den Pramac-Piloten auch beim Großen Preis von Indonesien optimal.
Doch der Reihe nach. Am Samstag sicherte sich Guevara in Mandalika die Pole-Position. WM-Leader Manuel Gonzalez (Intact GP) musste das Rennen am Sonntag von Position 10, aus der vierten Startreihe in Angriff nehmen. Guevara gewann den Sprint zur ersten Kurve, hinter ihm kam es zu einer folgenschweren Kollision: Daniel Holgado fuhr seinem Aspar-Teamkollegen David Alonso ins Heck. Beide stürzten, ebenso wie Joe Roberts (American Racing) und Collin Veijer (KTM Ajo). Dabei löste sich die Tank-/Sitzeinheit einer der Aspar-Maschinen. Das Rennen wurde unterbrochen, die Rennkommissare werteten den Zwischenfall als Rennunfall.
Das Rennen wurde danach neu gestartet. Dieses Mal erwischte Forward-Pilot Alex Escrig den besten Start. Guevara reihte sich auf Position 2 ein. Das Führungsduo setzte sich in der Anfangsphase schnell vom Verfolgerfeld ab, dahinter pflügte Manuel Gonzalez durch das Feld. In der vorletzten Runde folgte das Drama für Escrig: Anstatt seines ersten Grand-Prix-Siegs einzufahren, musste er sein türkisfarbenes Motorrad aufgrund eines technischen Defekts abstellen. Guevara erbete den Sieg und fuhr mit 3,5 Sekunden Vorsprung auf Gonzalez über die Ziellinie.
Alex Escrig überraschte Izan Guevara
«Es war ein sehr hartes Rennen, und [Alex] Escrig hat es mir wirklich schwer gemacht. Ehrlich gesagt hat er mich mit seinem Tempo überrascht. Das Team hatte mir gesagt, dass er gut in Form ist, aber ich hatte nicht erwartet, dass er über das gesamte Rennen hinweg so stark sein würde», meinte Izan Guevara nach dem Rennen. «Ich habe mich dafür entschieden, lieber etwas Abstand zu halten, anstatt schon früh zu viel Druck zu machen, weil ich die Reifen schonen und mir etwas für die letzten Runden aufheben wollte. Gegen Ende kam ich ihm immer näher, und mein Plan war es, in der letzten Runde einen Angriff zu starten. Ich wusste, dass er sehr stark war, also musste ich geduldig sein und den richtigen Moment sorgfältig abwägen.» Zu einem Zweikampf in der letzten Runde kam es nicht mehr – Escrig rollte mit seiner Forward an den Streckenrand.
Für den nächstjährigen MotoGP-Piloten Guevara war es der dritte Sieg in Folge und der vierte in dieser Saison. In der Gesamtwertung verkürzte der Spanier seinen Rückstand auf Landsmann Gonzalez auf 5,5 Punkte.
«Wieder zu gewinnen, vor allem nach zwei Siegen in Folge, hätte ich ehrlich gesagt nicht erwartet. Ich bin sehr stolz auf das Team und die Arbeit, die wir gemeinsam leisten. Wir rücken in der Meisterschaft ein Stück näher heran, daher ist es jetzt an der Zeit, dieses Ergebnis mit dem Team zu genießen und weiter Vollgas zu geben», so Guevara. Das nächste Rennen findet in zwei Wochen auf Phillip Island statt. «Manu ist ein starker Fahrer, daher ist es nicht einfach, Punkte auf ihn aufzuholen, aber ich bin gerade in einer guten Form. Australien ist nicht meine beste Rennstrecke – für mich und für die Boscoscuro ist es eine schwierige Strecke. Aber angesichts meines Speeds an den vergangenen Rennwochenenden halte ich es für möglich, in Australien mithalten und erneut einen Podestplatz zu holen.»
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