Nach Cremona-Hattrick steht Iker Lecuona (Ducati) als Vizeweltmeister fest
Beim Superbike-Event in Cremona hat Iker Lecuona bewiesen, dass er seinen Ducati Teamkollegen Nicolò Bulega bezwingen kann. Der Triple-Sieger stahl dem Weltmeister ausgerechnet in Italien die Show.
Die ständigen zweiten Plätze nagten ein wenig an Iker Lecuona – zwischen Lauf 1 in Portimão und Lauf 2 in Misano fuhr der Spanier 22 Mal in Folge eine Position hinter seinem Aruba.it Ducati-Teamkollegen Nicolò Bulega über die Ziellinie. Vor dem zehnten Rennwochenende der Superbike-WM 2026 hatte der Spanier sogar 26 zweite Plätze eingefahren und immerhin einen Sieg, den er sich im ersten Rennen in Donington Park erkämpft hatte.
Dafür spuckte Lecuona seinem italienischen Teamkollegen bei seinem Heimrennen in Cremona ordentlich in die Suppe. Gerne hätte Bulega seine Siegesserie vor seiner Familie, seinen Freunden und Fans fortgesetzt, um seinen Weltmeistertitel standesgemäß einzufahren, doch der gleichaltrige Lecuona war an diesem Wochenende einfach der bessere: Bestzeit am Freitag, Pole-Position und Lauf-1-Sieg am Samstag und zwei weitere Siege am Sonntag – besser ging es nicht!
Es ist der erste Hattrick von Lecuona. «Natürlich freue ich mich riesig über den Sieg. Das war mein erstes perfektes Wochenende in der Superbike-WM und dafür muss ich mich beim Team bedanken», jubelte Lecuona. «Ich habe meinem Team gesagt, dass sie das Bike für den Rest der Saison bloß nicht verändern sollen – es fühlte sich fantastisch an und es zu fahren, machte unglaublichen Spaß! Ich sagte ja schon am Freitag, dass wir etwas am Bike gefunden haben, womit ich mich bei allen Bedingungen hervorragend fühlte. Die Gripverhältnisse hatten sich aber für Sonntag sehr verändert und es war recht tückisch – viel schlechter als am Samstag. Drei Siege eingefahren zu haben, fühlt sich fantastisch an.»
Alle drei Siege fuhr der Ducati-Werkspilot vergleichsweise deutlich ein, nur im Superpole-Race war sein Vorsprung mit 2 sec etwas knapper. Anders als Lecuona pokerte Bulega und wählte für den Sprint den besonders weichen SCQ-Hinterreifen. «Nicolò war im Superpole-Race stärker und machte für das zweite Hauptrennen weitere Fortschritte – in den ersten Runden musste ich ordentlich pushen», gab Lecuona zu. «Als klar war, dass er und andere im Sprint den Qualifyer-Reifen wählten, musste ich meine Herangehensweise anpassen. Er überholte mich in Kurve 11 und in der selben Runde ging ich in Kurve 13 an ihm vorbei. Ich fuhr dann mit dem Rennreifen einige 1:27 min, was kein Problem für mich darstellte. Im zweiten Lauf, als ich drei bis vier Sekunden vor Nicolò lag, habe ich etwas nachgelassen und fuhr hohe 1:28 min. Das waren Rundenzeiten, die ich sehr locker und sicher fahren konnte. Ich habe mir etwas Spielraum gelassen, um mir auch mal einen kleinen Fehler leisten zu können.»
Iker Lecuona ist Superbike-Weltmeister 2026
So wie Bulega als Weltmeister, steht Lecuona nach Cremona als Vizeweltmeister fest! Nachdem Lecuona bewiesen hat, dass er mit Bulega auf Augenhöhe ist: Fühlt er sich für 2027 als dessen logischer Erbe? «Und ein Riesenkompliment an Nicolò. Er hat den Titel mehr als verdient und war die gesamte Saison super stark», betonte der Spanier. «Lasst uns aber bitte noch nicht über das nächste Jahr reden, wir haben ja noch zwei Rennwochenenden und die sollten wir abwarten.»
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