Elfyn Evans baut mit Sieg bei Rallye Japan WM-Führung weiter aus
Der walisische Toyota-Pilot Elfyn Evans gewinnt in Japan seinen zweiten Rallye-WM-Lauf der Saison und erweitert damit seinen Vorsprung im Zwischenklassement der Meisterschaft auf 20 Punkte.
Sein Teamkollege Oliver Solberg hatte nach der Eröffnungsetappe in Führung gelegen, bevor Evans mit einem souveränen Etappensieg auf der WP2 Isegami’s Tunnel an die Spitze stürmte, die er bis ins Ziel der 20 Wertungsprüfungen halten konnte. Er profitierte dabei ob der sich verschlechternden Streckenbedingungen von seiner vorteilhaften Startposition, da er als WM-Führender als Erster starten musste.
Zusammen mit seinem Beifahrer Scott Martin gewann Evans bereits zum dritten Mal die Rallye Japan. Im Ziel lag er mit 12,8 Sekunden Vorsprung vor dem amtierenden Weltmeister Sebastien Ogier auf Platz zwei. Der Finne Sami Pajari sicherte sich die dritte Position. Somit erlangte Toyota bei seinem Heimspiel seinen vierten Dreifachsieg der Saison. Evans fuhr zu seinem fünften Podium bei den bisher sieben ausgerichteten WM-Läufen in diesem Jahr
Da Lokal-Held Takamoto Katsuta nach Schwierigkeiten am ersten Tag am Ende «nur» Vierter wurde und Oliver Solberg am Samstag nach einem heftigen Einschlag in einen Pfosten an zweiter Stelle liegend nicht mehr weiterfahren konnte, gelang es Evans seine Führung in der WM-Gesamtwertung von 12 auf 20 Punkte auszubauen.
Katsuta bleibt Zweiter, während Solberg nun 49 Punkte Rückstand hat, obwohl er am Super Sunday alle 10 Punkte holte. Pajari liegt fünf Punkte hinter Solberg. Hyundais führender Fahrer, Adrien Fourmaux ist Sechster in der Gesamtwertung mit 62 Punkten hinter der Spitze.
«Was für ein großartiges Wochenende»,kommentierte Evans seine Erfolgsfahrt. «Ich muss mich ganz herzlich beim Team bedanken, das uns für die Asphaltpisten wieder ein fantastisches Auto bereitgestellt hat. Der Dank gilt auch und Morizo-san (Red.: Toyota-Chairman Akio Toyoda) für all seine Unterstützung. Hoffentlich kann dieser Sieg als Zeichen meiner Wertschätzung dienen».
«Was die Meisterschaftsfrage angeht, ist es, auch wenn wir führen, noch viel zu früh, um wirklich darüber zu sprechen. Wir müssen diesen Sieg jetzt einfach genießen, unseren dritten bei der Rallye Japan».
Weltmeister Ogier wirkte in Japan zeitweise frustriert. Vor der Rallye hatte er noch erklärt, nur den Sieg im Blick zu haben, musste sich dann aber schließlich mit dem zweiten Platz begnügen. Der neunfache Champion bedauerte die 16,7 Sekunden, die er in der WP 2 auf Evans verloren hatte (er startete als Sechster statt als Erster). Der Franzose hatte zudem Schwierigkeiten, auf den längeren Etappen das Maximum aus den Reifen herauszuholen.
Der zweite Platz war jedoch zugleich die 118. Podiumsplatzierung in Ogiers Karriere, womit er nur noch zwei hinter Sebastien Loebs Rekordmarke von 120 liegt.
Jungspund Pajari gewann unterdessen vier der 20 Wertungsprüfungen auf dem Weg zu seinem Podiumsplatz und wehrte Katsuta mit 12,1 Sekunden Vorsprung ab.
«Es tut mir leid für die japanischen Fans»,bedauerte Katsuta. «Wir konnten nicht einmal einen Podiumsplatz holen. Aber mein Traum mit einem Heimsieg geht weiter. Ich versuche im nächstes Jahr endlich einen Sieg für meine Anhänger herauszuholen».
Bereits zum fünften Mal in dieser Saison war Adrien Fourmaux der erste Hyundai-Fahrer im Ziel. Der Franzose sicherte sich den fünften Platz mit 38,8 Sekunden Vorsprung vor dem Sieger der Rallye Portugal und Teamkollegen, Thierry Neuville.
Keiner der beiden Hyundai-Fahrer kam auf den unerbittlich kurvigen Asphalt-Prüfungen mit dem i20 N Rally1 richtig zurecht. Die Hyundai-Piloten blicken indes optimistischer auf die Läufe in der zweiten Saisonhälfte, die ausschließlich auf Schotterpisten ausgetragen werden.
«Wir haben an diesem Wochenende das Maximum aus dem herausgeholt, was uns zur Verfügung stand», erläuterte Neuville. «Wir konnten am Auto keinerlei Verbesserungen erzielen. Allerdings ist dies das letzte Mal, dass wir dieses Auto auf Asphalt fahren - einem Untergrund, auf dem wir nicht konkurrenzfähig waren. Daher freue ich mich nun sehr auf den Wechsel auf Schotter, wo wir bessere Chancen auf gute Ergebnisse haben werden».
Hayden Paddon (Hyundai) belegte bei seiner ersten Rallye Japan seit 2010 - als die Veranstaltung noch auf Schotter ausgetragen wurde - den siebten Platz in der Gesamtwertung. Seine Teilnahme war womöglich seine letzte WM-Rallye für Hyundai in diesem Jahr.
Jon Armstrong war als Achter der bestplatzierte Pilot im M-Sport-Ford. Sein Teamkollege Josh McErlean schob sich auf der letzten Wertungsprüfung noch auf den letzten Punkterang mit Platz 10 vor, nachdem er sich von einem Reifenwechsel-Stopp am Freitag erfolgreich zurückgekämpft hatte.
Der Kampf um den Sieg in der WRC2 entwickelte sich zu einem wahren Krimi zwischen den beiden jüngsten Gewinnern der Rallye Japan: dem Sieger von 2024, Nikolay Gryazin (Lancia), sowie dem Gewinner von 2025, Alejandro Cachon (Toyota).
Cachon hatte am Freitag zunächst die Nase vorn gehabt, nachdem die beiden Piloten insgesamt viermal die Führung gewechselt hatten. Am Samstag setzte sich jedoch Gryazin in seinem Ypsilon Rally2 HF Integrale an die Spitze.
Gryazin sicherte Lancia schließlich nach einem epischen Kampf mit Cachon den dritten WRC2-Saisonsieg. Ein später Angriff von Cachon auf der vorletzten Wertungsprüfung hatte den Spanier bis auf 2,8 Sekunden an Gryazin herangebracht. Dann fabrizierte Cachon jedoch mit seinem GR Yaris Rally2 auf der Powerstage noch einen Dreher. Dadurch gewann Gryazin mit 18,3 Sekunden Vorsprung und konnte die Führung in der WRC2-Meisterschaft übernehmen.
«In einer dummen Kurve geriet mein kurveninnerer Reifen in den Wasserkanal, und das hat mich umgehauen. Ich hatte Glück nicht in die Bäume zu fliegen. Ich habe alles versucht und gepusht. Ich habe mein Maximum gegeben, also muss ich zufrieden sein», erklärte Cachon.
Gryazin wurde Gesamtneunter. Der Bulgare meinte zum Showdown: «Ich wusste nicht, dass er sich gedreht hatte, deshalb habe ich richtig Gas gegeben. Ich habe diese letzte Etappe sehr genossen. Endlich hat es sich ausgezahlt. Wenn man jeden Tag alles gibt und dann gewinnt, ist das ein ganz anderes Gefühl».
Der dritte Platz ging an Yuki Yamamoto, Fahrer des Toyota Challenge Programms, der sich in seiner japanischen Heimat den ersten WRC2-Podiumsplatz seiner Karriere sicherte.
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