Könnte Nicolò Bulega (Ducati) mit jedem Motorrad gewinnen? Nicht mit Bimota
Die Superbike-WM 2026 wird von Ducati-Star Nicolò Bulega dominiert wie kein Pilot vor ihm. Ist es der Italiener oder liegt es am Motorrad? Das fragt sich auch die Konkurrenz von Bimota.
Wir haben in der Superbike-WM schon viele Ausnahmekönner gesehen, aber einen Dominator wie Nicolò Bulega in diesem Jahr gab es noch nie. Jede Superpole und jedes der bisher 21 Rennen wurden vom Italiener gewonnen, saisonübergreifend sind es sogar 25 Siege.
Im Ducati-Werksteam Aruba.it verfügt der 26-Jährige über ein optimales Umfeld und mit der für 2026 neuen V4R auch über das derzeit beste Motorrad – das belegen 18 zweite Plätze seines Teamkollegen Iker Lecuona sowie zahlreiche Podestplätze von Ducati-Privatiers.
Auch wenn sich Bulega derzeit von allen anderen Superbike-Piloten abhebt, bleibt ein Restzweifel, wie gut der Italiener wirklich ist. «Er ist ein guter Fahrer, definitiv», betonte der Crew-Chief von Bimota-Ass Alex Lowes, Pere Riba bei Corsedimoto. «Er fährt das beste Motorrad im Fahrerlager, aber Ergebnisse fallen nicht einfach vom Himmel. Zu gewinnen ist immer schwer; man darf sich keine Fehler erlauben. Es ist einfacher, wenn man einen Puffer hat, aber es besteht kein Zweifel daran, dass er ein guter Fahrer ist.»
Aber auch dem ehemaligen Rennfahrer fällt es schwer, die Leistungen des WM-Leaders genau einzuschätzen. Bulega fährt seine dritte Superbike-Saison, immer mit Ducati. «Mir fällt auf, dass Iker Lecuona auf der Honda früher Siebter oder Achter wurde, während er jetzt auf der Ducati eine Sekunde hinter Bulega ins Ziel kommt», grübelt der Spanier. «Der technische Unterschied ist im Moment zu groß, um den Fahrer richtig einschätzen zu können. Man darf nicht vergessen: Jeder Fahrer im Fahrerlager ist unglaublich schnell; das sind alles Jungs, die wissen, wie man hart am Limit fährt. Aber Ducati ist einen riesigen Schritt voraus, daher ist es schwer, sich ein genaues Urteil zu bilden.»
Die Bimota-Piloten Alex Lowes und Axel Bassani fuhren in der Superbike-WM 2026 bisher drei Top-3-Ergebnisse ein. Was wäre, wenn Bulega eine Bimota fahren würde? «Ob er auch dann mit fünfzehn Sekunden Vorsprung vorn liegen würde? Ich gebe eine klare Antwort: Nein – zu hundert Prozent nein», ist sich Riba sicher. «Aber er ist ein großartiger Fahrer, keine Frage. Er gehört zur Spitzenklasse, auch wenn ich mir nicht ganz sicher bin, wie sehr er zur Spitze gehört.»
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