Supersport-WM

Gnadenlos: Bummlern droht Strafversetzung, Ausschluss

Von - 14.03.2019 15:46

Immer wieder erleben wir in Trainings und dem Qualifying, dass Fahrer auf einen schnelleren Kollegen warten, von dem sie sich ziehen lassen wollen. Die FIM reagiert auf Vorkommnisse in Australien.

Seit dieser Saison gibt es in der Superbike- und Supersport-WM statt einer zweigeteilten Superpole ein 25-minütiges Qualifying, in dem alle Fahrer gleichzeitig auf der Strecke sind.

Naturgemäß führt so ein System zu viel Verkehr. Es verleitet außerdem langsamere Fahrer, auf einen Spitzenpiloten zu warten und sich von diesem ziehen zu lassen. Oder auf Strecken mit langen Geraden den Windschatten zu suchen, das kann schnell ein paar Zehntelsekunden bringen.

Nach dem Supersport-Qualifying auf Phillip Island polterte WM-Leader Randy Krummenacher: «Die anderen haben erreicht was sie wollten, sie haben mich blockiert. Barbera, De Rosa, Okubo – sie alle standen auf der Strecke herum. Ich kann mir vorstellen, dass die Rennleitung noch bei mir vorbeischaut und nachfragt.»

Obwohl die Situation im Fernsehen für jeden sichtbar war, verzichtete die Rennleitung auf Strafen.

Vor dem Event in Thailand wurde dafür vom Motorrad-Weltverband FIM eine Mail an alle Fahrer und Teams geschickt, in der auf das eindeutige Reglement hingewiesen und in dem noch einmal erklärt wird, was im Fall von Zuwiderhandlung droht.

Abgesehen von der Einführungs- und Auslaufrunde in allen Trainings und dem Qualifying gilt als bummeln, wenn ein Fahrer auf der Ideallinie in einem Sektor 10 Prozent über seiner persönlichen Bestzeit fährt. Ebenfalls bestraft wird, wenn ein Fahrer wirklich langsam unterwegs ist und dabei einen Konkurrenten behindert oder gefährliche Situationen provoziert.

Diese Vergehen werden in allen drei WM-Klassen, Superbike, Supersport und Supersport 300, von der Zeitnahme automatisch an die Rennleitung übermittelt. Um sicher zu gehen, zieht diese anschließend den Videobeweis heran.

Wer beim Bummeln erwischt wird, muss mit einer Strafversetzung in der Startaufstellung von mindestens drei Positionen rechnen. Je nach Schwere des Vergehens kann der Fahrer sogar vom Rennen ausgeschlossen werden.

Bestraft wird auch, wenn ein langsamer Fahrer einem schnelleren in die Boxengasse folgt, dort auf diesen wartet und sich dann beim Hinausfahren an diesen ranhängt.

Ist ein Fahrer wegen technischer Probleme langsam unterwegs, werden die Daten seines Motorrads vom technischen Personal der FIM ausgelesen. Die Offiziellen können die Maschine sogar so lange aus dem Verkehr ziehen, bis das Team nachweisen kann, dass das technische Problem behoben ist.

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