Jack Miller (8.) spricht Klartext: «Nehmt das Front-Holeshot-Device weg!»
Jack Miller entkam dem MotoGP-Startchaos in Ungarn und wurde zum Nutznießer der Situation. Kurzzeitig lag er auf Rang 4, letztlich wurde er Achter. Zur Ursache des Crashs hat er eine klare Meinung.
Es war Glück im richtigen Moment: Jack Miller entkam dem Massencrash in der ersten Kurve des Ungarn-GP unbeschadet und schlüpfte in eine Top-Position. Zeitweise lag er auf Rang 4, am Ende stand Platz 8 für den Pramac-Yamaha-Piloten. «Ein anständiger Tag für uns. Wir hatten in Kurve 1 etwas Glück und haben das beste daraus gemacht», sagte Miller, der sein bestes Saisonresultat holte.
Was genau in der Startkurve passierte, konnte er klar beobachten. «Jorge versuchte, das Front-Device auszulösen, das Motorrad sprang hoch – und wenn es einmal zu hüpfen beginnt, ist es schwer, das wieder zu stoppen.» Das sogenannte Front-Holeshot-Device senkt beim Start die Vorderachse ab, um Wheelies zu minimieren. Es soll sich beim Anbremsen in die erste Kurve automatisch lösen – gelingt das nicht, verliert der Fahrer die Kontrolle über das Motorrad. Davon zu unterscheiden ist das Rear-Device, das die Hinterachse absenkt und auch während des Rennens eingesetzt werden darf, um Wheelies aus langsamen Kurven heraus zu reduzieren.
«Wir sitzen alle im selben Boot – außer, dass das Boot gerade 30 km/h zu schnell fährt.»Jack Miller
Miller nutzte den Vorfall für ein unmissverständliches Statement. Seit Barcelona sage er dasselbe: Das Front-Holeshot-Device müsse abgeschafft werden. «Wir führen in Kurve 1 ein unnatürliches Manöver aus. Vor allem am Balaton Park, wo der neue Asphalt sehr rutschig war. Ohne das Vorderrad zu blockieren war es kaum möglich, genug Gewichtsverlagerung zu erzeugen, um das System auszulösen.» Die Forderung ist deutlich: «Nehmt das Front-Device weg – das würde allen das Leben leichter machen.» Ab 2027 werden alle Ride-Height-Devices ohnehin verboten – Millers Forderung erledigt sich damit von selbst.
Im Rennen stauten sich hinter Miller die Verfolger – das Tempo der Spitze konnte er nicht mitgehen. Nach 24 Runden Abwehrkampf schnappte ihm Iker Lecuona in der Schlussphase noch eine Position weg. «Er überholte mich auf der Geraden und bremste dann direkt neben mir, sodass ich nicht einlenken konnte. Wenn du fast 15 km/h langsamer bist und die Linie blockiert wird, ist es kaum möglich, zu verteidigen.»
Ohnehin dürfte der Balaton Park vorerst Geschichte sein: «Es sieht so aus, als würden wir nächstes Jahr nicht zurückkehren», stellte Miller fest. Lieber habe er Rennen in Brünn, wo er Yamaha in noch besserer Form erwartet. In der WM-Wertung steht er auf Position 20 mit 11 Punkten.
Schon gesehen?
Newsletter
Motorsport-News direkt in Ihr Postfach
Verpassen Sie keine Highlights mehr: Der Speedweek Newsletter liefert Ihnen zweimal wöchentlich aktuelle Nachrichten, exklusive Kommentare und alle wichtigen Termine aus der Welt des Motorsports - direkt in Ihr E-Mail-Postfach