MotoGP, Motegi: Marc Marquez sprintete zum Sieg, Acosta (KTM) torpediert
Die Fans in Japan erlebten einen turbulenten MotoGP-Sprint mit überraschendem Ausgang: Marc Marquez vor Rookie Diogo Moreira und WM-Leader Jorge Martin. Alex Marquez räumte doppelt ab.
Schon das zweite Qualifying der Königsklasse diente als perfekte Vorlage für Sprint Nr. 16 der Saison 2026. Die Marquez-Brüder, das Aprilia-Werks-Duo mit Martin und Bezzecchi plus KTM-Ass Acosta hatten sich um die besten Startplätze geprügelt. Mit WM-Leader Martin auf der Pole vor Weltmeister Marc Marquez und Acosta als letztem Sieger der MotoGP auf Platz 3 war schon im Grid die Spannung spürbar.
In Startreihe 2 machte sich Bezzecchi als Vierter vor den weiteren Ducati-Siegfahrern Alex Marquez und Fabio Di Giannantonio für den Höhepunkt des Sprint-Samstags bereit. Pecco Bagnaia, der vor einem Jahr ohne Gegner war und beide Rennen souverän gewonnen hatte, machte sich von Startplatz 13 aus auf in den Sprint über 13 Runden.
Nur Außenseiterchancen hatte der Held der Fans – Trackhouse-Pilot Ai Ogura. Der Moto2-Weltmeister des Jahres 2024 und zukünftige Yamaha-Werksfahrer hatte es zwar ins Q2 geschafft, kam dort aber nicht über Platz 11 hinaus. Teamkollege Raul Fernandez parkte davor in Reihe 3, hinter Tech3-Hoffnung Enea Bastianini und dem schnellsten Honda-Piloten, Rookie Diogo Moreira. Nicht am Start: Taka Nakagami. Hondas Wildcard hatte sich bereits im ersten freien Training das Schlüsselbein gebrochen.
Bevor es in die Aufwärmrunde ging, verblüffte Ducati-Aushängeschild Marc Marquez mit einem Workout. «MM93» absolvierte neben seinem Bike einen strammen Satz Liegestütze. Dann wurden um 15 Uhr Ortszeit bei blendenden Bedingungen (23 Grad Luft, 37 Grad Asphalt) die Motoren der Prototypen gestartet. Alle Spitzenpiloten mit Ausnahme von Bezzecchi hatten sich für den weichen Michelin-Rennreifen entschieden, «Bez» versuchte es mit «Medium».
Los ging es mit einem frühen Drama. Während Marc Marquez Jorge Martin am Start überrumpelte und sich Bezzecchi an Acosta vorbei auf Platz 3 schob, sorgte Alex Marquez in der Kurve für Chaos. Der Gresini-Pilot räumte Acosta ab und auch Di Giannantonio konnte nicht ausweichen. Damit waren drei MotoGP-Sieger aus dem Rennen.
An der Spitze gab Marc Marquez Gas. Nach zwei Runden hatte der Weltmeister eine halbe Sekunde auf Martin herausgefahren. Dahinter verteidigte Bezzecchi gegen Bastianini, in Runde 3 musste der Aprilia-Pilot nachgeben. Profitiert vom Sturzchaos nach dem Start hatte Ai Ogura. Die Kundeaprilia wurde in Runde 3 schon auf Platz 5 vor Rookie Moreira geführt. Es folgte Zarco, Fernandez und Quartararo.
Während Marc Marquez die schnellste Rennrunde dreht, ging es wild um Platz 4 zu. Der WM-Dritte Bezzecchi geriet mit dem Medium-Reifen unter Druck. Diogo Moreira ging genauso vorbei wie Ai Ogura – nur Platz 6 für «Bez» zur Halbzeit des Sprints.
Nun begann Jorge Martin, leicht aufzuschließen. Hinter Martin weiter das Überraschungs-Duo Bastianini und Moreira. In Runde 6 reagierte Marc Marquez; der Lenovo-Pilot fuhr wieder schneller als der WM-Leader. Klar war: Marc Marquez wollte den Sprint unbedingt gewinnen, während Martin auf P2 weniger Risiko ging. Fünf Runden vor Schluss betrug der Rückstand des «Martinators» 0,9 Sekunden. Nichts auszurichten hatte Marco Bezzecchi. Der Italiener lag fast drei Sekunden hinter der Spitze auf Platz 6.
Drei Runden vor Schluss büßte Ogura mit einem Fehler viele Meter und die Chance auf Platz 4 ein. Davor versuchte Moreira Bastianini und sein erstes Podium zu holen. Doch zu spät. Im Ziel jubelte Ducati. Marc Marquez siegte souverän mit 2,4 Sekunden Vorsprung. Es war sein 22. Sprint-Triumph. Dahinter wurde es noch einmal eng. Denn Martin verlor im Finale viel Boden, der WM-Leader kam nur knapp vor Bastianini und Moreira über die Linie.
Dann griffen die Marshalls ein. Martin und Bastianini wurden je eine Position zurückversetzt. Beide hatten in der letzten Runden die Streckenbegrenzung überfahren. Damit landete Moreira bei der Siegerehrung und Martin verlor weitere 2 Punkte auf Marc Marquez – und Tech3 das sicher geglaubte Podium. Ai Ogura erreichte die Flagge als guter Fünfter.
Bitter lief es für Pecco Bagnaia. Trotz der Ausfälle von drei Bikes vor ihm, reichtes es für den Sprint-Sieger der letzten beiden Jahren nicht zu einer Zielankunft. Yamaha-Ass Fabio Quartararo holte als Neunter den letzten WM-Sprint. Bedeutungslos waren dagegen die Auftritte der weiteren M1-Fahrer Rins (13.), Miller (16.) und Razgatlioglu (17.) Dazwischen Rückkehrer Maverick Vinales (KTM Tech3) auf Platz 15.
Unmittelbar nach der Siegerehrung die nächste Botschaft aus der Rennleitung. Gresini-Pilot Alex Marquez erhielt, wenig überraschend, für sein Sturzmanöver in Runde 1 eine doppelte Long-Lap für den Großen Preis von Japan am Sonntag.
Die Situation in der Weltmeisterschaft nach dem Motegi-Sprint: Jorge Martin behält die Führung – verlor aber wertvolle Zähler auf den starken Weltmeister. Vor dem GP-Rennen steht es 313 zu 306. Bezzecchi ist weiter Dritter vor den punktlosen Pedro Acosta und Fabio Di Giannantonio.
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