Senna Agius über Mentor Chaz Davies: «Jemand, zu dem ich aufgeschaut habe»
Moto2-Pilot Senna Agius arbeitet eng mit Superbike-Legende Chaz Davies zusammen. Der Australier erklärt bei SPEEDWEEK.com, warum der frühere Ducati-Star für ihn weit mehr als nur ein Manager ist.
Chaz Davies beendete seine aktive Karriere Ende 2021 als einer der erfolgreichsten Superbike-Piloten seiner Generation. Inzwischen gibt der Waliser seine Erfahrung unter anderem an Senna Agius weiter. Der dreifache Superbike-Vizeweltmeister kümmert sich um das Management des Australiers und steht ihm gleichzeitig als Mentor zur Seite.
Die Verbindung zwischen Agius und Davies reicht allerdings deutlich weiter zurück. Kennengelernt haben sich die beiden in der Wahlheimat Andorra. «Chaz ist schon seit langer Zeit eine Art Mentor für mich. Offiziell kümmert er sich jetzt seit etwa anderthalb Jahren um mein Management. Aber schon vorher war unsere Beziehung von dieser Mentor-Rolle geprägt», erklärte Agius im exklusiven Gespräch mit SPEEDWEEK.com.
Zuerst nur Trainingspartner, später ein schlagkräftiges Team
Gemeinsames Training legte den Grundstein für die Zusammenarbeit. Für den jungen Australier war es selbstverständlich, die Erfahrung des langjährigen Superbike-WM-Piloten anzuzapfen. «Wir haben ständig zusammen trainiert und – na ja – es ist eben Chaz Davies. Als junger Fahrer habe ich ihm natürlich unzählige Fragen gestellt, und das mache ich heute noch.»
Davies erkannte wiederum früh das Potenzial seines heutigen Schützlings. «Ich glaube, er hat gesehen, dass ich Talent habe und großes Interesse daran, mich zu verbessern. Deshalb hat er mir immer sehr gute Ratschläge gegeben. Dafür bin ich ihm wirklich dankbar», betonte Agius.
Seit rund anderthalb Jahren ist Davies auch offiziell für das Management des Moto2-Piloten verantwortlich. Dass der 32-fache Superbike-WM-Laufsieger zuvor keine Erfahrung als Manager hatte, sieht Agius nicht als Nachteil.
«Ich finde, das funktioniert sehr gut. Er war zwar vorher nie Manager, aber er ist ein sehr kluger Mensch», lobte der Australier. Vor allem die Kombination der beiden Rollen sei wertvoll: «Außerdem kann er mir auch auf der Strecke helfen. Manchmal fehlt einem bei einem Manager einfach das Verständnis dafür, was auf der Rennstrecke wirklich passiert. Wenn dieselbe Person sowohl mein Manager als auch jemand ist, der mich fahrerisch unterstützen kann, dann ist das für mich ein riesiger Vorteil.»
Was Agius an Davies besonders schätzt
Die aktive Karriere seines Mentors hat Agius genau verfolgt. Davies kämpfte über Jahre gegen Jonathan Rea um die Krone in der Superbike-WM. Einen WM-Titel konnte er seinem britischen Rivalen zwar nicht entreißen, dennoch beeindruckte Agius vor allem dessen Beharrlichkeit.
«Ich habe großen Respekt davor, wie widerstandsfähig er war und wie lange er gegen Johnny kämpfen konnte», unterstrich Agius. «Klar, er hat die Weltmeisterschaft gegen Johnny nicht gewonnen. Aber mental so stark zu sein, über all die Jahre gegen denselben Fahrer anzutreten – jemanden aus derselben Region, sagen wir es mal so – und dabei auch ein Stück weit um den Stolz der britischen Inseln zu kämpfen, das verdient höchsten Respekt.»
Für Agius ist Davies deshalb nicht nur heute ein wichtiger Ratgeber. Schon während dessen aktiver Karriere gehörte der Waliser zu seinen Vorbildern. Was beeindruckte ihn am meisten? «Er hatte unglaublich viel Mut und eine enorme Widerstandsfähigkeit. Ich finde, er hat sehr viel erreicht und war definitiv jemand, zu dem ich aufgeschaut habe.»
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