Acosta «on fire»: Bestzeit für KTM im Balaton-Zeittraining, Marquez 7.
Der Himmel hatte sich zugezogen, doch in der KTM-Box ging die Sonne auf. Pedro Acosta zog wie 2025 als schnellster MotoGP-Athlet ins Q2. Marc Marquez und Bezzecchi souverän. Toprak scheiterte knapp.
Ducati, Aprilia, KTM – drei Marken aus Europa, bewegt von den drei Spaniern Marquez, Fernandez und Acosta – so die erste Bestandsaufnahme zum Großen Preis von Ungarn in Balaton Park. Mit P1 im FP1 hatte Marc Marquez seiner eigenen Ansage widersprochen – der Weltmeister sieht sich in Ungarn nur in der Außenseiterrolle.
Um 15 Uhr starteten die 22 Piloten der Königsklasse in das Zeittraining. Der Himmel hatte zugezogen, dazu ging ein kräftiger Wind, der die MotoGP die 600 Meter kurze Zielgerade hinunter anschob. Als das Feld mit den Ersatzpiloten Lecuona (für Alex Marquez) und Crutchlow (für Johann Zarco) die ersten gezeiteten Runden abgeliefert hatte, meldete sich der junge Fermin Aldeguer zurück an der Spitze. Der Gresini-Pilot steigerte sich auf 1:38,1 min – es war die bislang schnellste Runde des Events, zugleich aber noch weit entfernt von der Balaton-Bestmarke Die wurde bei der Premiere vor zehn Minuten von Marc Marquez gesetzt: 1:36,518 min.
Als die erste Viertelstunde verstrichen war, schob sich WM-Leader und Mugello-Held Marco Bezzecchi auf Position 2. Marc Marquez, Acosta und Martin, der im FP1 der Langsamste des Aprilia-Quartetts war, folgten. Mit Marini auf P6 und Rookie Toprak Razgatlioglu auf Rang 8 fanden sich nun alle Hersteller in den Top 8 wieder.
Bemerkenswert: Bezzecchi fuhr in der ersten Zeitenwelle nur 0,013 sec auf die Bestzeit, war im Gegensatz zum Spanier aber mit einem härteren Hinterreifen unterwegs. Erstaunlich auch der Auftritt von Ersatzmann Iker Lecuona. Als die Session bereits 20 Minuten alt war, rangierte der Superbiker mit 1,5 sec Rückstand noch vor den Werksfahrern Bagnaia, Binder und Rins auf Platz 18.
Typisch: Als kurz vor Halbzeit der längsten Sitzung während eines MotoGP-Wochenendes frisches Gummi montiert war, purzelten die Zeiten. Los ging es mit Pedro Acosta, der als erster Fahrer unter die Marke von 1:38 min stieß und Aldeguer von der Spitze verdrängte. Kurze Zeit später unternahm Marco Bezzecchi den ersten Anlauf an die Spitze. Doch während «Bezz» im letzten Sektor verlor, legte Acosta nochmals nach: 1:36,418 min. Auf P4: Marc Marquez vor Ogura, Marini und Raul Fernandez. Mit Martin auf 9 deutete sich wie schon im Mugello ein Machtwechsel durch die Aprilia-RS-GP-Fahrer an.
Eine positive Überraschung auch, dass selbst zu Beginn der zweiten Hälfte des Zeittrainings kein Sturz notiert wurde. Zwanzig Minuten vor Schluss: Applaus in der Gresini-Box. Iker Lecuona hatte sich bei seiner Rückkehr im GP-Fahrerlager als Ducati-MotoGP-Pilot auf Position 9 geschoben. Verbessert hatten sich Marquez und Di Gianantonio, die nun auf 2 und 4 zu finden waren.
Die finale Phase im Streit um die ersten zehn Positionen für den direkten Q2-Einzug wurde auch in Ungarn großartig. Vinales, Moreira, Bastianini, Miller – sie alle hatten kurzzeitig direkten Q2-Zugang. Exakt zehn Minuten vor der Flagge legte Pedro Acosta nochmals nach: 1:36,401 min für den zukünftigen Teamkollegen von Marc Marquez.
Von seiner Balaton-Erfahrung und dem engen Streckenverlauf profitierte Pramac-Pilot Razgatlioglu auch im Zeittraining. Nach seiner ersten Attacke rangierte der Superbike-Weltmeister auf Platz 11. Im Finale fiel «El Turco» auf 12 zurück. Miller (10.) und Quartararo (11.) hatten sich im Yamaha-Duell knapp durchgesetzt.
In der letzten Welle Hochspannung: Bezzecchi schob sich an Marquez vorbei auf Platz 3. Dann die Entscheidung. Acosta flog um den Kurs und landete bei 1:36,827 min und war damit eine halbe Sekunde schneller als Raul Fernandez, der auf P2 geschossen wurde Auch Brad Binder war auf Bestzeitkurs, doch der Südafrikaner sorgte für den einzigen Sturz der Session.
Stark erneut Fabio Di Giannantonio. In der letzten Runde schob sich der VR46-Pilot noch auf Platz 2 – doch auch «Diggia» fehlten 0,413 sec auf den überragenden Acosta. WM-Leader Bezzecchi und Marc Marquez wurde nach dem Abwinken noch auf den Positionen 6 und 7 geführt.
Spannend machte es Pecco Bagnaia. Der Noch-Partner von Marc Marquez lag 5 Minuten vor Schluss auf Platz 20 – 10 Plätze hinter Ersatzmann Lecuona. Trotz eines Fast-Crashes im letzten Sektor ging es auf Platz 7. Doch in der letzten Runde ging es wieder zurück ins Q1 – P14.
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