Gil de Ferran Steckbrief

Gil de Ferran

2018 Brazilian GP

Rennfahrer
  • Vorname: Gil
  • Nachname: de Ferran
  • Twitter: GdeFerran
  • Nationalität: Brasilien
  • Geburtsdatum: 11.11.1967, Brasilien (53 Jahre, 11 Monate und 6 Tage)
  • Wohnort: Indianapolis
Der in Paris geborene Brasilianer Gil de Ferran ist eines jener Talente, die der Formel 1 entgangen sind. Inspiriert von Emerson Fittipaldi sass Gil ab 1982 im Kart, musste dann aber sein Rennprogramm herunterschrauben – die Studien gingen vor. Nachdem er die brasilianische Formel Ford 1600 dominierte, versuchte de Ferran sein Glück in Europa. 1989 wurde er in den beiden FF1600-Serien RAC und Esso jeweils Dritter, 1990 stieg er im Rennstall von Paul Stewart in die GM-Lotus-Serie ein (bei uns Formel Opel).
 
Es ging weiter die Leiter hoch: Britische Formel 3 im Jahre 1991, Meister 1992. Die Leistungen von Gil blieben auch in der Formel 1 nicht unbemerkt, aber mehr als Testfahrten mit Williams und Arrows gab es nicht. Das Timing stimmte einfach nicht.
 
Ein erstes Jahr in der Formel 3000 (heute Formel 2) schloss er als Gesamtfünfter ab, 1994 steigerte er sich auf Rang 3. Da er alle Türen Richtung Formel 1 verschlossen sah, richtete sich der Brasilianer neu aus: Er ging nach Amerika.
 
1995 bewegte er in der ChampCar-Serie einen Reynard für Jim Hall, mit seinem Sieg beim Finale von Laguna Seca machte er sich zum Neuling des Jahres. Den Sieg in Long Beach 1996 verlor er wegen eines technischen Problems, dafür gewann er in Cleveland und holte den sechsten Gesamtrang.
 
Für 1997 wechselte de Ferran zu Walker Racing und wurde Gesamtzweiter hinter Alex Zanardi. 1998 und 1999 verliefen nicht so gut (Zwölfter und Achter), sein Wagen war zu defektanfällig. Dann aber holte Roger Penske den Brasilianer in sein Team: De Ferran bedankte sich mit den Meistertiteln 2000 und 2001. 2003 gewann er mit Penske beim Indy 500.
 
Gil de Ferran hängte den Helm Ende 2003 an den Nagel und übernahm für 2005 eine Rolle als Sportdirektor von BAR-Honda in der Formel 1. Aber im Juli 2007 war Schluss mit GP-Sport, er war mit der Leitung des Rennstalls nicht einverstanden.
 
De Ferran fühlte sich ohnehin im Ruhestand nicht so wohl, also gründete er ein American Le Mans Series-Team und setzte sich gleich selber ins Auto. Mit seinem Acura wurde er 2009 Meisterschaftsdritter (fünf Siege), dann trat er erneut zurück.
 
Er legte sein Team kurzfristig mit Dragon Racing zusammen, um wieder IndyCar-Sport zu betreiben, aber 2011 war Schluss, weil kein genügendes Budget aufgetrieben werden konnte.
 
Es wurde still um Gil de Ferran, bis er im Juli 2018 von McLaren-CEO Zak Brown als Sportdirektor verpflichtet wurde.
 
Bei seinem ersten Medienauftritt nach dem Jobwechsel im Fahrerlager von Silverstone schwärmte der Brasilianer: «Für mich steht fest, dass wir viele Talente an Bord haben. Wo immer ich hinschaue, sehe ich schlaue Köpfe. Solche, die schon lange dabei sind und auch neuere Gesichter – ich bin mir sicher, dass wir über viel Hirnschmalz in unserer Mannschaft verfügen.»
 
De Ferran weiss auch, was nun zu tun ist. «Es geht um die richtige Kommunikation und darum, in einigen Belangen Klarheit zu schaffen. Ich hoffe, dass dies dem Team helfen wird, nach vorne zu kommen. Sämtliche Erfolge, die ich am Lenkrad und als Geschäftsmann verbuchen konnte, waren nur möglich, weil ich versucht habe, meine Schwächen auszumachen und auszumerzen. Ich habe mich nie davor gefürchtet, in den Spiegel zu blicken und mir einzugestehen, dass ich dieses oder jenes hätte besser machen können. Ich habe mich immer gefragt, was zu tun ist, um besser zu werden.»
 
«Ich habe auch gelernt, dass nur die Wenigsten es schaffen, Grosses zu erreichen. Die meisten Erfolge gehen auf Teamarbeit zurück, deshalb liegt der Schlüssel zum Erfolg darin, das richtige Team zusammenzustellen, die richtige Atmosphäre für die Zusammenarbeit zu schaffen und jeden Einzelnen zu motivieren, sich auf den gemeinsamen Erfolg zu fokussieren.»
 
Gil und Angela de Ferran haben zwei Kinder, Anna (1996 geboren) und Luke (1997 zur Welt gekommen).

Lebenslauf

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