Hyundai und Thierry Neuville beendeten auf der anderen Seite der Erdkugel ihre bislang erfolgreichste Saison in der Rallye-Weltmeisterschaft mit dem vierten Sieg 2017. Der 29-jährige Ostbelgier sicherte zum dritten Mal den Titel als Vizechampion. Bei seinem sechsten Gesamtsieg im Hyundai i20 Coupé WRC verwies er seinen Titelkonkurrenten Ott Tänak im Ford Fiesta WRC um 22,5 Sekunden auf den Ehrenrang und um 17 Punkte auf den dritten Tabellenplatz in der Fahrer-WM. Der Neuseeländer Hayden Paddon (Rückstand: 59,1 Sekunden) komplettierte mit dem letzten Podiumsplatz den großen Australien-Erfolg des im fränkischen Alzenau ansässigen WM-Teams des südkoreanischen Automobilherstellers Hyundai, wieder Vizeweltmeister in der Hersteller-Wertung 83 Punkte hinter M-Sport (428 Zähler).

Für den in dieser Saison mit vier Triumphen siegreichsten Neuville war es ein besonderer Sieg. «Dieser Sieg ist für mich ein ganz besonderer. Er geht an das ganze Team, das hierfür sehr hart gearbeitet hat», sagte Neuville. «Es war gewiss nicht leicht, aber wir konnten die Motivation hoch halten. Wir beenden diese unwahrscheinliche Saison mit einem Sieg und dem zweiten Platz in den Meisterschaften. Hierfür möchten wir uns bei jedem im Team und beim Werk bedanken. Sie haben einen tollen Job gemacht.» Hyundai feierte in Goffs Harbour seinen siebten Gesamtsieg.

Tänak 2018 bei Toyota

Ott Tänak beendete in New South Wales mit dem Ehrenrang eine längere Zusammenarbeit mit M-Sport. Der Este wechselt 2018 zu Toyota. «M-Sport war für mich über Jahre wie eine Familie. Ich habe dort viel gelernt», erklärte der Tabellendritte und zweifache Saisonsieger Tänak. «Dieses Jahr mit Sébastien Ogier im Team war eine große Erfahrung für mich. Ich weiß, die Zukunft wird für mich nicht einfach. Ich danke Malcolm Wilson, ich danke M-Sport.»

Mit dem versöhnlichen dritten Platz beendete Hayden Paddon im zweiten Hyundai i20 Coupé WRC eine für ihn nicht leichte Saison 2017. «Ein schwieriges Jahr ist vorbei. Ich bin froh darüber. Ich denke, dieses Wochenende hat uns etwas Licht am Ende des Tunnels gegeben», führte Paddon an, der 2018 sich den dritten Hyundai i20 Coupé WRC mit Dani Sordo, in Australien nicht am Start, teilen soll. Neuville und Andreas Mikkelsen, am Freitag Spitzenreiter bei den Antipoden, sind 2018 gesetzt. «Ich weiß, dass ich in Monte Carlo nicht starten werde. Ich werde wohl eine längere Pause in meiner Heimat Neuseeland verbringen müssen.»

Ogiers Zukunft noch nicht definiert

Sébastien Ogier sicherte sich schon beim vorletzten Lauf in Wales mit dem dritten Platz seinen fünften WM-Titel in Folge. In Australien legte er sich für seine Zukunft nicht bindend fest, erklärte aber, dass für ihn eine weitere Saison bei M-Sport schon in Frage käme. Dazu wolle er sich bald verbindlich äußern. «Im Moment kann ich nur sagen, dass das meine letzte Prüfung 2017 war. Es war ein hartes Wochenende, mit einigen Problemen und mit der Startposition, aber es war eine fantastische Saison für uns», meinte Ogier.

Dieser Ogier-Bewertung können einige Fahrer und Teams nicht so folgen, wie zum Beispiel Jari-Matti Latvala, der auf dem zweiten Platz lag und auf der letzten Entscheidung des Jahres seinen Toyota Yaris WRC in den australischen Wald warf. Sein auch in Australien etwas blass wirkender Teamkollege und Finnland-Sieger Esapekka Lappi wurde mit einem Rückstand von 3:49,5 Minuten Sechster.

Citroën darf den Stempel «Verlierer des Jahres» tragen. Von den drei C3 WRC erreichte der 2017 ziemlich wechselhaft agierende Kris Meeke nach seinem Ausfall am Samstagmorgen mit einem Rückstand von 22:58,4 Minuten den siebten Rang. Sein beim Australien-Finale auf Platz vier liegender Teampartner Craig Breen rollte sich auf der 18. Entscheidung aus der Rallye. Dort stellte auch Stéphane Lefebvre als Gesamtneunter nach seinem Crash auf der vorherigen Entscheidung seinen waidwunden C3 WRC ab. Der achtfache Marken-Champion Citroën beendete die Desaster-Saison 2017 mit nur 218 Punkten auf dem letzten Tabellenlatz.

Als vorerst kurzes Fazit darf hier angeführt werden, dass das Jahr 2017 mit die spannendste WM-Saison war. Es gab sieben verschiedene Sieger und jeder Hersteller war mindestens zweimal siegreich. Neuville heimste mit vier Erfolgen die meisten Siege ein. Ogier, Tänak und Meeke durften sich zwei Siege notieren lassen. Latvala, Lappi und Elfyn Evans, im dritten Ford Fiesta WRC von M-Sport in Australien hinter Ogier Fünfter, waren jeweils einmal erfolgreich.

Endstand nach 21 Prüfungen:

1. Neuville/Gilsoul (B), Hyundai i20 Coupé WRC, 2:35:44,8 h.
2. Tänak/Jarveoja (EE), Ford Fiesta WRC, + 22,5
3. Paddon/Marshall (NZ/GB), Hyundai i20 Coupé WRC, + 59,1
4. Ogier/Ingrassia (F), Ford Fiesta WRC, + 2:27,7 min.
5. Evans/Barritt (GB), Ford Fiesta WRC, + 3:05,6
6. Lappi/Ferm (FIN), Toyota Yaris WRC, + 3:49,5
7. Meeke/Nagle (GB/IRL), Citroën C3 WRC, + 22:58,4
8. Dalton/Allen (IRL/AUS), Skoda Fabia R5, + 24:39,6
9. Quinn/Sercy (AUS), Mitsubishi Lancer IX, + 25:03,4
10. Herridge/Hill(AUS), Subaru Impreza WRX STi, + 29:52,3

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