Steckbrief

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Sergio Pérez

Rennfahrer

Vorname: Sergio
Nachname: Pérez Mendoza
Spitzname: Checo
Webseite: www.sergioperez.mx
Twitter: SChecoPerez
Nationalität: Mexiko
Geburtsdatum: 26.12.1989 in Guadalajara, Mexiko (29 Jahre, 10 Monate und 23 Tage)
Familienstand: Ledig
Wohnort: Monte Carlo
Größe: 173 cm
Gewicht: 70 kg
Hobbys: Fussball, Golf, Kart, Yoga
Lieblingssportart(en): Fussball, Kartfahren, Golf
Lieblingsstrecke: Monaco
Lieblingsspeise(n): "Torta ahogada", mexikanisch natürlich! Sonst Pasta
Lieblingsmusik: Lateinamerikanisch, Pop

Sergio «Checo» Pérez Mendoza begann seine Karriere im Alter von sechs Jahren im Kartsport und stürmte durch die einzelnen Klassen. 2004 startete er in den USA als Nachwuchsfahrer der mexikanischen Escuderia Telmex in der Skip Barber National-Meisterschaft. 2005 ging er nach Europa und wurde in der deutschen Formel BMW Vierzehnter. «Ich war mutterseelenalleine in Deutschland, es war keine einfache Zeit», sagt der Mexikaner heute. Ein Jahr später startete Pérez für das Team ADAC Berlin-Brandenburg in der deutschen Formel BMW und beendete die Saison als Sechster.

Nach zwei Rennen mit dem mexikanischen Team in der A1GP-Serie im Winter 2006/2007 wechselte Pérez 2007 in die britische Formel-3-Meisterschaft und holte mit 14 Siegen in 21 Rennen auf Anhieb den Titel in der nationalen Klasse. In der internationalen Klasse wurde er 2008 Vierter. Im Winter fuhr Pérez für Campos Grand Prix in der GP2-Asia-Serie und feierte beim Sprintrennen in Indien seinen ersten Sieg. Beim nächsten Rennen in Katar stand er im Sprintrennen wieder als Sieger auf dem Podium, im Hauptrennen wurde er Zweiter. Am Saisonende war er Gesamtsiebter und unterlag seinem Teamkollegen Vitaly Petrov mit 26 zu 28 Punkten nur knapp. Er war der erste Mexikaner seit Giovanni Aloi 1990 in der Formel 3000 fuhr, der im Motorsport auf dieses Niveau gelangt war.

2009 startete Sergio Pérez mit Arden International in der GP2-Serie, ein Sieg blieb ihm aber verwehrt. Seine besten Ergebnisse feierte er mit den Plätzen 3 und 2 in Valencia. Am Saisonende war er Zwölfter der Fahrerwertung und schlug seinen Teamkollegen Edoardo Mortara mit 22 zu 19 Punkten. 2010 blieb er in der GP2, fuhr aber neben Giedo van der Garde für Barwa Addax, das Nachfolgeteam von Campos Grand Prix. Am zweiten Rennwochenende in Monaco holte Pérez im Hauptrennen seinen ersten Saisonsieg. Mit vier weiteren Siegen in Silverstone, Hockenheim, Spa-Francorchamps und Abu Dhabi wurde er am Ende der Saison Zweiter hinter Pastor Maldonado. Im November fuhr er für Sauber seinen ersten Formel-1-Test und wurde von den Schweizern für 2011 unter Vertrag genommen, erneut war die Telekommunikationsfirma Telmex Steigbügelhalter. Außerdem bekam er einen Fördervertrag bei Ferrari.

Seine erste Saison in der Königsklasse startete für den Mexikaner denkbar unglücklich. In Australien kam er zwar als Siebter und damit in den Punkten ins Ziel, wurde – wie auch sein Teamkollege Kamui Kobayashi – aber nachträglich disqualifiziert, weil die Heckflügel des Sauber bei der technischen Inspektion durchfielen. Erst beim fünften Saisonrennen in Spanien holte Pérez als Neunter offiziell seine ersten Punkte in der Formel 1.

Das folgende Rennen, den Grand Prix von Monaco, musste sich Sergio Pérez von Krankenbett aus ansehen. Er war im Qualifying in Monte Carlo ausgangs des Tunnels nach einem Fahrfehler seitwärts in die Begrenzungsmauer eingeschlagen und hatte sich eine Gehirnerschütterung und eine Stauchung am Oberschenkel zugezogen. Es war ein Abziehbild von Karl Wendlingers Unfall 1994, allerdings mit weniger gravierenden Folgen. Der Crash in Monte Carlo hatte auch in Kanada Auswirkungen. Nach dem ersten freien Training fühlte sich «Checo» so schlecht, dass das Team beschloss, ihn durch Pedro de la Rosa zu ersetzen. Zwei Rennen später, beim Grand Prix von Großbritannien, überquerte Pérez die Ziellinie als Siebter und feierte sein bestes Saisonergebnis. Am Ende seines Debütjahres in der Formel 1 war er als 16. der Fahrerwertung gelistet, musste sich seinem Teamkollegen Kamui Kobayashi aber mit 14 zu 30 Punkten geschlagen geben.

2012 blieb Sergio Pérez bei Sauber und sammelte beim zweiten Rennen der Saison in Malaysia seine ersten Führungsrunden. Bei wechselnden Wetterbedingungen jagte er den führenden Fernando Alonso und war drauf und dran, den Grand Prix sensationell zu gewinnen. Nach einem Fahrfehler kurz vor Schluss kam er jedoch 2,2 Sekunden hinter dem Ferrari als Zweiter ins Ziel und stand zum ersten Mal in der Formel 1 auf dem Podium. Im Laufe der Saison folgten noch zwei weitere Podestplatzierungen: In Kanada als Dritter und in Italien als Zweiter. In Monza festigte Pérez seinen Ruf als Reifenflüsterer: Nur wenige Fahrer im Feld konnten so behutsam mit ihren Walzen umgehen. Am Ende des Jahres war Pérez WM-Zehnter und hatte sich mit 66 zu 60 Punkten gegen seinen Teamkollegen Kamui Kobayashi durchgesetzt.

2013 sollte Sergio Pérez der ganz große Durchbruch gelingen, doch es kam anders. Sein Wechsel ins Top Team McLaren, wo er Lewis Hamilton ersetzte, verlief ganz und gar nicht nach Wunsch. Beim ersten Rennen für sein neues Team kam er als Elfter ins Ziel und beschrieb das Wochenende später als schwierig». Nach Platz 9 und der schnellsten Rennrunde in Malaysia kam es in Bahrain zur ersten Auseinandersetzung mit seinem Teamkollegen Jenson Button. Im Kampf um Platz 6, den Pérez schließlich gewann, berührten sich die Autos der beiden Teamkollegen einige Male, und Button meinte nachher, Pérez Fahrstil sei für die Formel 1 viel zu gefährlich.

Weiteren Krach bekam der Mexikaner in Monaco, wo er am Tunnelausgang erst seinen Teamkollegen Jenson Button und auch Ferrari-Pilot Fernando Alonso abdrängte, bevor er mit Kimi Räikkönen kollidierte und ausfiel. Der Finne hätte Pérez am liebsten «eine reingehauen», wie Kimi nachher meinte. Sein bestes Ergebnis erreichte er in Indien mit Platz 5 und beendete auch die letzten drei Saisonrennen in den Punkterängen. Für McLaren hatte Pérez seinen Fördervertrag bei Ferrari sausen lassen, nun stand er vor den Trümmern seiner Karriere.

Am 13. November 2013 bestätigte Sergio Pérez, dass er McLaren zum Jahresende verlassen würde, obwohl sein Engagement in Woking ursprünglich mehrere Jahre hätte dauern sollen. McLaren hatte sich für Kevin Magnussen entschieden, Pérez heuerte im Dezember für bei Force India als Teamkollege von Nico Hülkenberg an. Es galt, die Karriere neu aufzubauen.

In seiner ersten Saison mit Force India erwies sich Pérez als etwas inkonstant, er rettete seine Saison jedoch mit dem tollen dritten Rang im Thriller von Bahrain – es war der einzige Podestplatz von Force India in der Saison 2014. Pérez wurde WM-Zehnter, einen Rang hinter Nico Hülkenberg. 2015 konnte Sergio den Spiess umdrehen. Erneut war er es, der den einzigen Podestplatz von Force India sichern konnte: mit Rang 3 in Russland. Er wurde WM-Neunter, einen Rang vor Hülkenberg.

2016 dann zeigte Pérez seine bislang beste Saison: WM-Rang 7, nur die Fahrer der drei grossen Teams Mercedes-Benz, Red Bull Racing und Ferrari lagen vor ihm. In Monte Carlo und Baku fuhr er zwei fabelhafte dritte Ränge ein. Seinen Vertrag bei Force India hatte er nur um ein Jahr verlängert, also bis Ende 2017. «Checo» wollte bereit sein, wenn in einem Top-Team ein Platz frei wird. Aber der Anruf kam nicht, Pérez verlängerte erneut um ein Jahr – nachdem er den tollen siebten Schlussplatz wiederholt hat.

Sergio Pérez ist das jüngste Kind von Antonio Pérez Garibay und Marilú Pérez (geborene Mendoza) und hat eine ältere Schwester (Paola) und einen älteren Bruder (Antonio), der in Mexiko Tourenwagenrennen fährt. Im November 2012 hob Pérez die «Checo Pérez Foundation» aus der Taufe, die sich um Waisen und krebskranke Kinder kümmert. Das passt ganz gut, denn in einem Interview meint er einmal, wenn er nicht Rennfahrer geworden wäre, dann würde er sich als Anwalt für die Rechte von Minderbemittelten einsetzen.

Weniger mildtätig geht es auf der Rennpiste zu und her: Pérez und sein neuer französischer Stallgefährte Esteban Ocon bekämpften sich in einer Art und Weise, die den Fans Angst machte.

Auf die Frage, was für ihn Highlight und Tiefpunkt war, meinte Force-India-CEO Otmar Szafnauer: «Baku und – Baku! Denn wir waren in Aserbaidschan das ganze Wochenende über stark.» Aber Force India machte zu wenig daraus, weil sich Sergio Pérez und Esteban Ocon in die Kiste fuhren. Wieder einmal. Szafnauer: «Wir haben eine Gelegenheit verpasst, mit beiden Piloten aufs Siegerpodest zu gelangen. Aber ich bin stolz darauf, wie wir diese schwierigen Momente gemeistert haben. Der Teamgeist ist für mich ein Highlight.»

Der war auch gefragt, denn in Ungarn und Belgien gerieten der Mexikaner und der Franzose erneut aneinander.

Szafnauer nach einigen Schrecksekunden in Spa-Francorchamps: «Es sah auch für mich so aus, dass Sergio den Esteban gegen die Mauer gepresst hat und bei dieser Balgerei als zweiter Sieger hervorgegangen ist. Für so eine Übung werden sie künftig keine Gelegenheit mehr haben. Wenn sie es nicht schaffen, in der Art und Weise zu kämpfen, wie wir das von ihnen verlangen, dann gibt es künftig eben keinen Kampf mehr. Wir hatten ihnen schon nach der Kollision von Baku klargemacht – sollte so etwas nochmals passieren, dann sagen wir euch von der Boxenmauer aus, wie ihr zu fahren habt. Dann kam Ungarn und dann Belgien.»

Das Machtwort nützte: Die beiden Racer rissen sich einigermassen zusammen, ihre Leistungen blieben auf Augenhöhe. Am Ende hatte Pérez in der WM die Nase vorne – Gesamtsiebter, wie 2016, Ocon wurde WM-Achter.

2018 wurde zu einer bemerkenswerten Saison für Pérez. Nicht wegen seines feinen achten WM-Platzes nach erneut regelmässig hochklassigen Leistungen. Sondern eher wegen des turbulenten Sommers. Wir erleben es nicht oft, dass ein Rennstall von einem Fahrer in Gläubigerschutz getrieben wird!

Doch der Mexikaner wehrt sich gegen die Darstellung, er habe Force India geschadet. Ganz im Gegenteil beteuert er, sein Handeln sei zum Wohle des Teams. In einem offenen Brief erklärt Sergio Pérez Folgendes: «Ich möchte gerne meine Version davon erzählen, was in den letzten Tagen passiert ist. Denn ich muss leider feststellen, dass in den Medien viele falsche Informationen verbreitet werden. Das schmerzt mich. Denn meine alleinige Absicht liegt darin, die Jobs von 400 Mitarbeitern zu sichern.»

«Force India befand sich schon seit geraumer Zeit in einer finanziell kritischen Situation. Am vergangenen Mittwoch wurde in London ein Gläubiger vor Gericht vorstellig, um gegen Force India ein Konkursverfahren einzuleiten. Hätte der Richter diesem Antrag zugestimmt, wäre die Firma mit sofortiger Wirkung geschlossen worden und alle Beschäftigten hätten ihre Arbeit verloren.»

«Ich bin selber Gläubiger des Teams. Also habe ich nach einem anderen legalen Weg gesucht, und der ist gemäss englischen Recht zum Glück möglich. Die kontrollierte Insolvenz erlaubt es einer Firma dank Gläubigerschutz, den Betrieb aufrecht zu erhalten, während ein neuer Besitzer gesucht wird.»

«Wir mussten sehr schnell vorgehen. Zum Glück erhielten wir am Freitag einen Gerichtstermin. Mit Unterstützung von Mercedes und BWT haben wir dann diesen Weg beschritten. Als Ergebnis befindet sich der Rennstall jetzt unter Gläubigerschutz. Ein Zwangsverwalter prüft, wie der Rennstall am besten in neue Hände kommt. 400 fabelhafte Mitarbeiter können weitermachen. Anstrengende Monate liegen hinter uns, aber es war mir wichtig, dass wir für das Team das Richtige tun, für einen Rennstall, der eine leuchtende Zukunft vor sich hat.»

Der Schachzug ging auf: In der begleiteten Zahlungsunfähigkeit konnte ein Konkursverwalter neue Investoren suchen, fündig wurde er in einer Gruppe von Geschäftsleuten um den Kanadier Lawrence Stroll. Der Rennstall wurde gerettet. Und Sergio Pérez fährt auch 2019 für das GP-Team aus Silverstone.




Sergio Pérez © LAT Sergio Pérez

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