Steckbrief

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Andreas Seidl

Management

Vorname: Andreas
Nachname: Seidl
Spitzname:
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Nationalität: Deutschland
Geburtsdatum: 03.01.1976 in Passauer, Deutschland (44 Jahre, 1 Monat und 18 Tage)
Familienstand: k.A.
Wohnort:
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Hobbys:
Lieblingssportart(en):
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Das war ein fetter Fang für McLaren-CEO Zak Brown: Der englische Traditionsrennstall angelte sich Anfang 2019 Andreas Seidl. Als der US-Amerikaner Zak Brown bei McLaren vom Direktor zum McLaren-CEO befördert wurde, hatte er immer gesagt: Früher oder später werde es einen Geschäftsleiter für das Formel-1-Team geben. Den hat der Kalifornier nun mit Andreas Seidl gefunden. Der Passauer war höchst erfolgreicher Teamchef des Porsche-Langstreckenprogramms – drei WM-Titel 2015, 2016 und 2017, in der gleichen Phase auch drei Le-Mans-Sieg in Folge.
 
Saisonauftakt 2014, der Teamchef hatte den Start zum allerersten Rennen mit dem Porsche 919 Hybrid vor sich: «Ein kleiner Schritt für die Menschheit, aber ein grosser Schritt für Porsche – wir haben zwei LMP1 in der Startaufstellung.» Auf den Schultern von Andreas Seidl lastete damals viel, sein trockener Humor wirkte wie ein erfrischendes Ventil.

Als Teamchef war der Oberbayer, geboren am 6. Januar 1976 in Passau, eine Art Zehnkämpfer. Als perfektionistischer Ingenieur verantwortete er den technischen Einsatz der Fahrzeuge, als Rennleiter die organisatorische Abwicklung eines WM-Laufes. Für den LMP1-Fahrerkader war er quasi der Bundestrainer, den Bereich Business Relations leitete er als Manager und Repräsentant, als Chefstratege traf er zusammen mit den Renningenieuren die akuten Entscheidungen. Er liebte die interdisziplinäre Herausforderung, den ultimativen Härtetest und das gnadenlose Feedback. Der Prüfstand war immer öffentlich. Das galt besonders für Le Mans. Dort mit einem Rennteam, das er von Anfang an geprägt hatte, um den Gesamtsieg zu kämpfen, das nannte Seidl einen Lebenstraum.

Seidl ist bei seinem neuen Job für alle Aspekte des Formel-1-Rennstalls McLaren zuständig, wir könnten ihn ruhig auch Teamchef nennen, und wird im Laufe der Saison 2019 zum Team stossen. Für Seidl ist die Formel 1 eine Rückkehr: Von 2000 bis 2006 arbeitete er bei BMW Motorsport, dann als Einsatzleiter für BMW-Sauber, dies bis 2009. Als sich BMW von Sauber trennte, stellte Seidl die Weichen für die DTM-Rückkehr von BMW, 2012 konnte mit Bruno Spengler der Titel gefeiert werden.
 
Mit Porsche hätte der Weg über den Langstreckensport zurück in die Formel 1 führen sollen. Weil aber die Formel-1-Mächtigen nicht dazu bereit sind, ein neues Motorenreglement einzuführen, hat sich das Interesse von Porsche abgekühlt. Ende 2017, als sich Porsche aus der LMP1-Klasse des Langstreckensports verabschiedete, baute der Mechanik-Ingenieur Seidl für die Zuffenhausener ein Formel-E-Team auf.

McLaren-CEO Zak Brown: «Wir sind sehr glücklich, dass wir Andreas für uns gewinnen konnten. Erstens ist das ein wichtiger Schritt dabei, uns personell zu verstärken. Zweitens braucht das Formel-1-Programm eine erfahrene Hand, um Freiräume für künftige Rennaktivitäten von McLaren zu schaffen. Wir halten Andreas für eine überaus fähige Führungspersönlichkeit, seine Erfolgsbilanz sagt alles.»

Andreas Seidl meint: «Es ist ein enormes Privileg, für McLaren arbeiten zu können, es ist auch eine Herausforderung, für die ich mich bereit fühle. Ich fand die Aufgabe unwiderstehlich, an der McLaren-Geschichte mitschreiben zu dürfen. McLaren hat die Erfahrung und die Weitsicht, um an die Spitze zurückzukehren, das ist meine Mission. Ich kann es nicht erwarten, die Arbeit aufzunehmen.»

Strategische Planung in Wenn-dann-Szenarien, das ist Seidls Credo. An Zufall oder Pech mag er nicht glauben. Ob Zeitplan oder Boxenstopp – alles wird durchdekliniert. Ihm bleibt kein Bereich verborgen, kein Detail ist klein genug, um nicht auf etwaige Performance-Relevanz untersucht zu werden.

McLaren befindet sich seit 2019 in einem schönen Aufwärtstrend: Der englische Traditionsrennstall ist feiner WM-Vierter geworden, Carlos Sainz angelte sich den sechsten WM-Schlussrang, Lando Norris beendete seine erste GP-Saison als beachtlicher Elfter. Der grösste Grund für die Renaissance der Papaya-Renner stammt gemäss McLaren-CEO Zak Brown aus Passau – Teamchef Andreas Seidl.

Zur Erinnerung: Der Kalifornier Zak Brown wurde von den McLaren-Teilhabern geholt, um die Ära nach Ron Dennis zu leiten. Und der Marketing-Spezialist und Hobby-Rennfahrer räumte gewaltig auf. «Wir hatten bei McLaren zu viele Chefs in der Küche. Da passierte in der Firma sehr viel und auch zwischen den Teilhabern. Es gab gleichzeitig einen Mangel an Führung», so Brown gegenüber der spanischen As, «aber inzwischen ist die ganze Struktur viel klarer, und einer hat das Sagen, und das ist Andreas. Er macht einen exzellenten Job.»

«Gewiss, Andreas baute nicht das 2019er Auto, das wurde ja schon aufgegleist, bevor er zu uns gekommen ist. Aber er dank seiner klaren Art und seinen Führungsqualitäten wurde unser Team entschlackt, die Leute wissen nun viel genauer, was ihre Aufgaben sind. Seidl hat dabei Technikchef James Key und den leitenden Ingenieur Andrea Stella eng eingebunden.»

«Andreas hat aus dem Rennstall die Politik entfernt. Denn wenn keine klare Führung da ist, dann kann alles sehr schnell sehr politisch werden. So langsam fallen die Puzzle-Teilchen ans richtige Ort. Wir mussten endlich aus dieser Negativ-Spirale ausbrechen.»

In Brasilien ist Carlos Sainz durch die Strafversetzung von Lewis Hamilton Dritter geworden, es ist der ersten Podestplatz für McLaren nach fünfeinhalb Jahren. Zak Brown ist sich dessen bewusst, dass der schwierigste Schritt nun kommt: Den Top-Teams auf die Nerven zu gehen.

«Da muss man mit den eigenen Erwartungen schon sparsam umgehen. Klar war der Gedanke verlockend: Wenn wir den Motor wechseln, dann fahren wir schlagartig um die Spitze mit. Das ist nicht passiert. Bei unserem Weg zurück nach vorne wird die Einführung des Budgetdeckels eine Rolle spielen. Wir haben die Zeit, dorthin zurückzukehren, wo McLaren hingehört.»

Andreas Seidl selber bleibt ganz bescheiden: «Wir sind in einem Wachstumsprozess, und natürlich heisst das Fernziel, dass wir wieder Rennen gewinnen. Um gegen die Top-Teams gleichwertig kämpfen zu können, wird der neue Budgetdeckel ganz wichtig sein. Ich erwarte, dass wir das Niveau der besten Rennställe 2023 erreichen.»

Andreas Seidl © LAT Andreas Seidl

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