Steckbrief

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Carlos Sainz Jr.

Rennfahrer

Vorname: Carlos
Nachname: Sainz Jr.
Spitzname: k.A.
Webseite: www.carlossainz.es/
Twitter: Carlossainz55
Nationalität: Spanien
Geburtsdatum: 01.09.1994 in Madrid, Spanien (25 Jahre, 5 Monate und 21 Tage)
Familienstand: Ledig
Wohnort: Madrid
Größe: 177 cm
Gewicht: 66 kg
Hobbys: Alle möglichen Sportarten (Tennis, Wakeboard, Fussball, Skifahren, Radfahren etc.) und die Jagd
Lieblingssportart(en): Alles mögliche
Lieblingsstrecke: Silverstone, Spa-Francorchamps
Lieblingsspeise(n): Pasta
Lieblingsmusik: Kings of Leon, The Killers

Carlos Sainz hat früh mit dem Rennfahren angefangen. Seinen ersten großen Titel erreichte er im Jahr 2008 mit dem Asia-Pacific KF3 Cup in 2008. Im gleichen Jahr wurde er spanischer Vizemeister. 2009 wurde Carlos europäischer Vizemeister, und er gewann den renommierten Monaco-Cup. Sein Weg war vorgegeben, aber er führte nicht in die gleiche Richtung wie damals bei seinem Papa gleichen Namens. Carlos junior: «Ich wusste immer, dass ich Formel 1 fahren wollte, nicht Rallyes wie Papa.»

2010 wechselte Carlos die Disziplin und fuhr von nun in der europäischen Formel BMW. Carlos gewann das Rennen in Silverstone, und bei der EM wurde er Vierter. Den Rest der Saison fuhr Carlos in der Formula BMW Pacific. Obwohl dort seine Siege für ihn keine Punkte einbrachten, gewann er drei von neun Rennen.

Die Saison 2011 bedeutete den nächsten Schritt in Carlos' steiler Karriere mit dem Wechsel in die Formula Renault 2.0, bei der er in beiden Rennserien der Saison, dem Eurocup und dem Northern European Cup, für das Koiranen Bros. Team an den Start ging. Carlos gewann zehn Rennen der Serie, mit acht Pole-Positions und zwölf Rundenbestzeiten.

Nach dem Zwischenstop bei der Formula Renault 2.0 fuhr Carlos 2012 für das Carlin-Team in der britischen Formel 3. Sein neuer Rennstall hatte hohe Erwartungen an den jungen Fahrer. Immerhin hatte das Team vier Jahre in Serie den Titel gewonnen. Nach einer guten, aber nicht berauschenden Saison (sechster Schlussrang) wechselte Carlos 2013 in die GP3-Serie, um für das MW Arden Team zu fahren. Dort wurde er Meisterschaftszehnter, zugleich schnuppete er Luft in der Formel Renault 3.5.

2014 war ein fantastisches Jahr für Carlos: Er gewann als jüngster Fahrer aller Zeiten die World Series by Renault 3.5. Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko hatte von Sainz den Titel verlangt, und der Madrilene lieferte Leistung.

Aber das Beste sollte erst noch kommen: Carlos wurde als neuer Fahrer für 2015 bei der Scuderia Toro Rosso vorgestellt, als Teamkollege von Max Verstappen, zusammen bildeten sie eines der jüngsten Teams in der Geschichte der Formel 1, Sainz als 20-Jähriger, Max als 17-Jähriger. Bedenken, wonach zwei unerfahrene Piloten die Entwicklung nicht voran treiben könnten, waren schnell vom Tisch.

Sainz fuhr meist auf Augenhöhe mit Verstappen, hatte aber in den Rennen erheblich mehr Pech als der Niederländer. Höhepunkt für Carlos: Rang 7 in den USA. Tiefpunkt: Das Rennwochenende direkt davor in Sotschi, wo Sainz im Training einen schweren Unfall hatte und sein Auto unter einem Prallschutzstapel feststeckte. Tags darauf fuhr der Spanier aber tapfer den Russland-GP.

Seine erste Saison in der Formel 1 schloss Sainz auf WM-Rang 15 ab, drei Plätze hinter Max Verstappen.

2016 schien Sainz ein wenig auf der Strecke zu bleiben: Verstappen wurde von Red-Bull-Motorsportchef Dr. Helmut Marko vor dem Spanien-GP zu Red Bull Racing geholt, der Niederländer bedankte sich mit einem sensationellen Sieg. Verstappen etablierte sich in der Weltspitze, als hätte er nie etwas Anderes getan. Sainz blieb bei Toro Rosso, und zum Glück erkannten Fans und Fachleute zugleich, welch bärenstarke Rennen der Madrilene fuhr. Ergebnis: WM-Rang 12, mit den sechsten Rängen in Barcelona, Austin und São Paulo als Highlights.

Im Frühling wurde Sainz von den einfallsreichen spanischen Medien in einen Ferrari geschrieben. Im Herbst wurde er Richtung Renault-Werksteam geschubst. Fakt aber ist, was Dr. Marko wiederholte: «Wieso sollen wir einen jungen Piloten ausbilden und dann der Konkurrenz schenken? Sainz bleibt bei uns.» Carlos selber meinte: «Das Interesse von Renault empfinde ich als Ehre. Ich glaube, jeder Rennfahrer findet es toll, wenn sich ein Werksrennstall für ihn interessiert. Aber jeder weiss – Red Bull führt dich durch eine Karriere. Sie haben über fünf Jahre viel Geld in meinen Aufstieg in Nachwuchsklassen investiert, ich rede hier von Millionen von Euro, also ist es nachvollziehbar, dass sie wenig Lust haben, mich gehen zu lassen.»

«Meine Ziele sind mittelfristig. Ich will mit Red Bull Racing eines Tages um den WM-Titel kämpfen können, also sehe ich hier die besten Chancen.»

Sainz verneinte, dass ihn die ständigen Gerüchte um Ferrari und dann Renault ablenken: «Wenn mich das destabilisieren würde, dann würde ich bestimmt nicht so freimütig darüber reden. Für mich ändert sich an meinem Job durch solche Geschichten nichts.»

Toro Rosso baute für 2017 ein gutes Auto – erst im letzten Rennen wurde die Scuderia vom sechsten Schlussrang verdrängt. Aber da war Carlos Sainz nicht mehr im Team.

Der Madrilene spürte im Sommer, dass mittelfristig für ihn bei Red Bull Racing kein Platz sein würde. Als ihm eröffnet wurde, dass er auch 2018 in einem Toro Rosso sitzen soll, wurde Carlos zickig.

Ausgerechnet vor dem Red-Bull-Heimrennen in der Steiermark meinte der Spanier: «Die Saison ist noch lang, und offensichtlich kursieren einige Gerüchte, die zu diesem Zeitpunkt der Saison immer die Runde machen. Wie jeder weiss, steht Red Bull Racing für mich an erster Stelle. Sollte das nicht passieren, dann ist ein viertes Jahr mit Toro Rosso wohl eher unwahrscheinlich, deshalb halte ich mir alle Optionen offen.»

Toro-Rosso-Teamchef Franz Tost reagierte so: «Es liegt nicht an Carlos zu entscheiden, wo er fahren wird. Er hat einen Vertrag mit Red Bull, und Red Bull entscheidet, was er in Zukunft machen wird. Die ganze Diskussion finde ich ein wenig verwirrend. Red Bull hat die komplette Karriere von Carlos finanziert – in der Formel BMW, in der Formel Renault, in der Formel 3, in der GP3, in der Formel Renault 3.5, dann drei Jahre lang in der Formel 1. Wieso sollte Red Bull ihn einem anderen Team hergeben? Manchmal ist Loyalität auch wichtig.»

Noch deutlicher wurde Dr. Helmut Marko, Motorsportchef von Red Bull: «Vielleicht ist Sainz derzeit ein wenig verwirrt, ich sehe das an seiner Fahrweise. Er hat in dieser Saison schon ein paar dumme Fehler gemacht. Der Vertrag ist glasklar. Und in Österreich sagen wir – du beisst nicht die Hand, die dich füttert. Es waren Didi Mateschitz und ich, welche Sainz in einen Toro Rosso gehievt haben. Niemand sonst hätte ihm eine solche Chance gegeben. Wir haben ihm einen Brief geschrieben und ihm mitgeteilt, dass wir unsere Option auf ihn einlösen. Und so lange ich bei Red Bull bin, hat noch nie der Fahrer entschieden, was mit seinem Vertrag passiert. Das ist Chefsache.»

Marko fiel dann aber ein genialer Schachzug ein. Renault war mit dem überforderten Jolyon Palmer unglücklich, also lieh Marko den jungen Sainz an Renault aus. Dort kann Carlos in Ruhe mit einem grösseren Rennstall als Toro Rosso lernen, zugleich gab dies die Möglichkeit, bei Toro Rosso Brendon Hartley und Pierre Gasly fahren zu lassen.

Sainz fuhr in Texas sofort in die Punkte und wurde Siebter. In Quali und Rennen war hier ein ganz anderer Fahrer als der blasse Palmer am Werk. Nico Hülkenberg freute sich: «Ich denke, Carlos und ich, wir sind eine gute Fahrer-Paarung, um so viel Leistung wie nur möglich aus unserem Paket zu holen. Wir kommen gut miteinander aus, er ist ein netter Kerl, ziemlich entspannt. Und wir haben auch eine gute Arbeitsatmosphäre, denn er macht auch sehr viel Druck und treibt das Team an. Er ist genau das, was Renault braucht.»

Renault-Sonderbotschafter Alain Prost: «Es ist immer mit einem gewissen Risiko verbunden, während der laufenden Saison das Aufgebot zu ändern. Aber wir wollten Carlos unbedingt so bald als möglich im Auto haben.»

Sainz selber bilanzierte nach dem neunten WM-Schlussrang, mit Rang 4 in Singapur als Highlight: «Es war eine gute Saison und mit Renault ein solider Anfang. Ich habe viel zu lernen, weil ich mitten in der Saison in ein Werks-Team gekommen bin. Aber ich glaube, ich habe diese Herausforderung nicht übel gemeistert. Ich sehe mich aber auch für 2018 noch immer in einer Lernkurve.»

2018 stand Sainz im Schatten von Nico Hülkenberg. Der Deutsche wurde sehr guter WM-Siebter, der Madrilene schloss die WM auf Platz 10 ab. Der grösste Coup gelang Carlos nicht auf der Rennstrecke: Er unterzeichnete einen Vertrag bei McLaren als Nachfolger von Fernando Alonso.

Sainz: «Erstmals überhaupt habe ich einen Vertrag unterschrieben, der mir die nächsten zwei Jahre lang GP-Sport zusichert. Ich gehe meine neue Aufgabe bei McLaren überaus optimistisch an, so bin ich einfach. Darüber hinaus stimmt mich die Tatsache positiv, dass McLaren 2018 sehr viel gelernt hat. Dadurch, dass sie die gleiche Antriebseinheit wie Red Bull Racing und Renault einsetzten, haben sie viel verstanden. Sie haben gesehen, dass sie in vielen Bereichen umfassende Änderungen vornehmen müssen. Und seit sie das begriffen haben, sind sie dabei, das Blatt zu wenden. Ich hoffe, dass sich diese Änderungen 2019 bemerkbar machen.»

«McLaren war für mich immer ein spezieller Rennstall. Ich meine, schaut euch an, wer alles für McLaren gefahren ist – Fittipaldi und Hunt, Senna und Prost, Häkkinen und Alonso. McLaren ist etwas ganz Besonderes.»

2019 blühte Sainz auf: Der Madrilene hat eine bärenstarke Saison in Abu Dhabi standesgemäss abgeschlossen, mit einem beherzten Angriff auf seinen früheren Renault-Stallgefährten Nico Hülkenberg, kurz vor Schluss des WM-Finales. Damit schnappte sich Sainz den zehnten Platz, und dieser eine Punkt ist Gold wert. Sainz kommt auf insgesamt 96 Zähler, damit ist er WM-Sechster, einen Punkt vor Pierre Gasly und vier Punkte vor Alex Albon. Es ist die Krönung einer ganz starken Saison von Sainz.

Die gute Saison mit McLaren (vierter Schlussrang im Konstrukteurs-Pokal) rechtfertigt die Entscheidung von Sainz, zu McLaren zu wechseln. «Ich hatte mit McLaren ein gutes Bauchgefühl», sagt Sainz. «Auch wenn es in den vergangenen Jahren nicht gut ausgesehen hatte für die Engländer und sie 2018 lediglich nur Sechste geworden waren. Aber ich habe mich damals sehr lange mit Ingenieuren unterhalten, und das Projekt für 2019 und darüber hinaus fühlten sich einfach richtig an.»

«Ich spüre frischen Wind bei McLaren, einen neuen Ansatz, wir haben die Team-Struktur erheblich umgebaut. Ich bin sehr zufrieden. Ich spüre enorme Motivation und einen grossen Hunger.»

Über seine teilweise herausragenden Rennen 2019 meint Sainz: «Ich glaube, ein Grund für die guten Leistungen ist die Tatsache, wie wohl ich mich bei McLaren fühle. Ich weiss, welches Vertrauen mir entgegengebracht wird, ich sehe, was alles für die Zukunft aufgegleist ist, mein langjähriger Vertrag bedeutet, dass ich mich ganz in die Arbeit vertiefen kann und nicht darüber grübeln muss, was aus mir wird. Diese Sicherheit und diese Zufriedenheit haben es mir erlaubt, noch mehr aus mir herauszuholen. Ich habe 2019 Überholmanöver gezeigt, zu welchen ich früher vielleicht nicht fähig gewesen wäre.»

Aber wie geht es mit Sainz und McLaren weiter? Der Vertrag von Carlos läuft Ende 2020 aus – und in der Form von 2019 muss er bei den Top-Teams ein Thema sein.

Carlos Sainz über die Zukunft von Carlos Sainz: «Zunächst mal will ich mich auf 2020 konzentrieren und den schönen Aufwärtstrend fortsetzen. Wir wollen die Lücke zu den drei besten Rennställen weiter verringern.»

«Was aber 2021 und 2022 passieren wird, das kann heute keiner sagen. Denn wir werden eine ganz neue Formel 1 erhalten. Ich mache kein Geheimnis daraus, dass mich dieses Projekt hier bei McLaren anstachelt, und wenn es so weitergeht wie 2019, dann bin ich noch motivierter. Im Moment gibt es für mich keinen Grund, mich nach einem anderen Rennstall umzusehen, weil ich bei McLaren sehr glücklich bin. Wir sehen 2021 als prima Gelegenheit, weil die Formel 1 2021 für alle ein Neuanfang ist.»

Sainz lobt auch seinen Stallgefährten: «Ich komme mit Lando Norris hervorragend aus, wir treiben uns gegenseitig an und peitschen das Team vorwärts. Aber wir haben Stabilität. Das ist eine andere Situation als früher, als klar war – einer der Red-Bull-Fahrer wird von Toro Rosso zu Red Bull Racing rücken, der andere eben nicht.»


Carlos Sainz Jr. © LAT Carlos Sainz Jr.

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