Paddy Lowe Steckbrief

Paddy Lowe

Paddy Lowe

Techniker
  • Vorname: Paddy
  • Nachname: Lowe
  • Nationalität: Großbritannien
  • Geburtsdatum: 08.04.1962 in Nairobi, Kenia (58 Jahre, 7 Monate und 25 Tage)
  • Familienstand: Verheiratet

Paddy Lowe wurde am 8. April 1962 in Nairobi, Kenia, geboren und studierte an der Universität von Cambridge. 1984 schloss er das Studium mit einem Diplom als Ingenieur ab. Drei Jahre später verdiente er sich als leitender Mitarbeiter der Elektronikabteilung bei Williams seine ersten Sporen in der Formel 1 und blieb sechs Jahre in Grove. Hier war er auch mit an der Entwicklung jener aktiven Radaufhängung beteiligt, die Nigel Mansell 1992 dabei half, Formel-1-Weltmeister zu werden.

1993 wechselte Lowe zu McLaren, wo er sich im Laufe der folgenden 20 Jahre die Karriereleiter hinaufarbeitete. Er leitete acht Jahre lang die Abteilung für Forschung und Entwicklung und war in diesem Zusammenhang auch bei der Entwicklung des teameigenen Simulators involviert. 2001 wurde Lowe zum Chefingenieur Systems Development, ab Mai 2005 war er als Technischer Direktor für sämtliche technischen Abteilungen verantwortlich. Im Januar 2011 wurde er zum Technischen Leiter des Formel-1-Teams ernannt.

Die seit 2012 immer wieder aufkommenden Gerüchte, dass sich Lowe Richtung Mercedes orientieren würde, bestätigten sich am 25. Februar 2013, als McLaren Tim Goss als seinen Nachfolger vorstellte. Am 20. Mai verkündete Mercedes, dass Lowe seine neue Arbeit als Technischer Direktor bei Mercedes am 3. Juni 2013 antreten würde. 2014 krönte Lowe seine bisherige Laufbahn mit dem zweiten Titel für Lewis Hamilton, der Engländer legte 2015 mit einem weiteren Titel nach. Mercedes holte unter Lowe zwei Mal in Folge den Konstrukteurs-Pokal. Paddy Lowe ist verheiratet mit Anna Danshina, der ehemaligen Präsidentin der Oxford Russian Society und hat zwei Kinder aus früheren Beziehungen: Noah und Finty.

Im Sommer 2016 mehrten sich Gerüchte, wonach Lowe zu Williams zurückkehren wolle, mit Januar 2017 bestätigte Mercedes die Trennung. Mitte März 2017 zog Williams nach: Lowe erhielt den Posten des leitenden Technikers, dazu wurde er ins Direktorium berufen und übernahm ebenfalls Anteile am Traditionsrennstall.

Die erste Saison verlief enttäuschend: Zwar war Williams der einzige Rennstall neben den grossen Drei (Mercedes, Ferrari, Red Bull Racing), der einen Fahrer auf ein Siegerpodest bringen konnte, aber Rang 3 von Lance Stroll im Chaos-GP von Baku war das einzige Highlight. Williams schloss die Saison auf einen ernüchternden fünften Schlussrang ab.

Wenn 2017 ernüchternd war, dann war 2018 niederschmetternd: Das grosse Williams, drittältestes und dritterfolgreichstes Team nach Ferrari und McLaren, fand sich auf dem letzten WM-Rang wieder. In der Formel 1 steht jeder alle zwei Wochen auf dem Prüfstand, und das Urteil gegen Williams ist vernichtend: Letzter WM-Rang, das langsamste Auto gebaut. Trotz massiver Strafversetzungen eroberte Toro Rosso beinahe fünf Mal so viel Punkte wie Williams. Dabei sah zu Beginn der Turbo-Ära für Williams noch alles so gut aus – Felipe Massa und Valtteri Bottas kämpften regelmässig um Podestplatzierungen. 2014 und 2015 wurde Williams jeweils Dritter im Konstrukteurs-Pokal. Das scheint eine Ewigkeit her zu sein.

Alle sind sich einig: Es muss sich etwas ändern. Teambesitzer Frank Williams, seine Tochter Claire als Teamchefin und Williams-CEO Mike O’Driscoll bauen das Auto nicht selber. Dafür verantwortlich ist Paddy Lowe, jener Mann, der im März 2017 zu Williams zurückkehrte, mit drei WM-Titeln bei Mercedes als Leistungsausweis. Viele gingen davon aus, dass Williams erstarken würde, das 2018er Auto vom Typ FW41 war der erste Renner, der unter seiner Leitung entstand. Leider erwies sich der Wagen als ein aerodynamischer Rohrkrepierer. Ein fundamentales Problem konnte nie gelöst werden.

Im Frühling verliessen Chefdesigner Ed Wood und Aerodynamik-Leiter Dirk de Beer den Rennstall. Auch dies Zeichen dafür, dass Vieles bei Williams im Argen liegt. Paddy Lowe meint: «Ich kam zu Williams, um etwas zu bewirken. Aber Formel 1 ist Mannschaftssport. Um einen guten Job zu machen, müssen wir auf mehreren Posten hervorragend besetzt sein. Meine Mission besteht darin, das Ruder herumzuwerfen. Aber das kannst du nicht an einem Zeitplan festhaken.»

«2018 war für Williams ein extrem schwieriges Jahr», fährt der vor 56 Jahren in Nairobi geborene Lowe fort. «Auch wenn das seltsam klingen wird – unsere Probleme hatten ihr Gutes. Sie sind Anlass zu markanten Änderungen. Wenn du WM-Letzter wirst, dann rüttelt das die Leute wach. Es muss sich fundamental etwas ändern bei Williams, und diese Einsicht gab es zuvor nicht.»

Diese Veränderungen müssen gemäss Lowe von innen kommen. «Williams hat ein reiches Erbe mit gewaltigen Erfolgen, aber die wurden fast alle in den ersten zwanzig Jahren des Teams errungen. Frühere Erfolge können zur Last werden. Denn Erfahrung kann auch eine gewisse Unfähigkeit zur Veränderung bedeuten. Die Formel 1 ist aber Veränderung. Wenn wir uns im Williams-Museum umschauen, dann erkenne wir, wir rasend schnell sich die Autos entwickelt haben. Und das muss auch in den Büros passieren, wo diese Rennwagen entworfen werden. Wenn du nicht laufend modernisierst, rutschst du zurück.»

«Das Gute ist: Die Leute haben das erkannt und legen sich ins Zeug. Ich werde das nicht an Zahlen heften und behaupten – wir werden in der kommenden WM auf Rang sowieso liegen. Ich weiss jedoch: Wir werden besser sein. Wir haben die Wende bereits vollzogen.»

Aber wie konnte Williams vom drittbesten Team 2014 und 2015 drei Jahre später zum schwächsten Rennstall werden? Paddy Lowe blickt zurück: «Unser letzter Sieg geht auf 2012 zurück, mit Pastor Maldonado in Spanien, und jeder weiss – das war ein ungewöhnliches Wochenende. Der letzte Sieg davor passierte 2004, und das ist verflixt lange her. 2014 war ein gutes Jahr, aber wir sahen wegen des Mercedes-Motors besser aus als wir es in Wahrheit waren. Andere Rennställe taten sich zu Beginn der Turbo-Ära schwer. Mein Schluss also: Unsere Leistungsfähigkeit ist seit Jahren mangelhaft.»

Nur: Warum? Was ist schiefgelaufen? Paddy Lowe: «Es gibt hundert Gründe – im Rennwagen, bei der Art und Weise, wie wir ein solches Auto entwerfen und entwickeln. Genau das ist der Punkt. Es gibt kein Allheilmittel. Es gibt Hunderte von Gründen, und wir arbeiten an allen. Es geht nicht nur um Investment, es geht um Arbeitsabläufe, um das Design, um die Unternehmenskultur. Es ändert sich sehr viel bei Williams, aber solche Dinge brauchen Zeit.»

«Als Erstes brauchst du Änderungen in der technischen Abteilung, nur so kannst du ein besseres Auto bauen. Dann brauchst du Änderungen in der Organisation, aber diese wirken sich nicht sofort aus. Dazu kommt: Die anderen neun Rennställe wissen, was sie machen. Jedes dieser Teams ist sehr solide aufgestellt, mit den hellsten Köpfen von den besten Universitäten. Sie werden gut geleitet. Das war nicht immer so.»

Wie sieht es personell aus? Wir haben nichts gehört über Nachfolger für Wood oder de Beer. Paddy Lowe holt ein wenig aus: «Williams ist zu statisch. Wir haben hervorragende Leute mit reicher Erfahrung. Wir sind das drittälteste Team der Formel 1, und einige Angestellte sind seit vielen, vielen Jahren bei uns. Das zeigt eine starke Loyalität, und das geht auf die Persönlichkeiten von Frank Williams und Patrick Head zurück. Aber das kann auch ein Nachteil sein. Manchmal brauchst du ein wenig frisches Blut. Wir müssen es schaffen, dass Fachkräfte mit reichlich Wissen einen neuen Ansatz finden. Auf dieser Reise befinden wir uns derzeit.»

«Wir sind am Umkrempeln. Ein perfektes Organigramm gibt es meiner Ansicht zufolge nicht. Zum Glück stimmt bei uns das Fundament. Wir haben Frank, wir haben erfahrene und loyale Leute, wir haben ein tolles Rennwagenwerk. Wir besitzen unser eigenes Land und die ganzen Gebäude, was nicht auf alle Rennställe zutrifft. Wir haben einen erstklassigen Windkanal. Die ganzen Zutaten sind da. Jetzt geht es darum, wie wir sie nutzen.»

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