James Key Steckbrief

James Key

2019 German GP

Techniker
  • Vorname: James
  • Nachname: Key
  • Spitzname: k.A.
  • Nationalität: Großbritannien
  • Geburtsdatum: 14.01.1972 in Chelmsford, Großbritannien (49 Jahre, 9 Monate und 11 Tage)
  • Familienstand: Verheiratet
  • Wohnort: Chelmsford
  • Hobbys: Lesen
  • Lieblingssportart(en): Motorsport, Tennis

James Key hat eine erstaunliche Karriere hinter sich. Mit 33 Jahren wurde er einer der jüngsten Technischen Direktoren der Formel-1-Historie. Motorsport hat Key von jeher begeistert. Als kleines Kind nahm ihn sein Vater mit zu Rallyes. Im Alter von zehn Jahren begann James, sich für die Formel 1 zu interessieren. Etwa zu dieser Zeit beschloss er, dort eines Tages arbeiten zu wollen.

Seine Laufbahn begann mit einem Maschinenbaustudium in Nottingham – per Stipendium von Lotus Engineering. «Ich habe mich immer für Ingenieurwesen und Fahrzeugtechnik interessiert», sagt der dreifache Familienvater, «und durch die Förderung von Lotus bin ich natürlich immer dicht dran am Bereich Automobil gewesen. Ausserdem ist Maschinenbau ein recht breit gefasstes Studium, das viele verwandte Disziplinen berührt, das hat mir gefallen.» Eine seiner Abschlussarbeiten handelte von (wieso wundert uns das nicht?) Renndatenerfassung.

Nach zwei Jahren als Designer im GT-Programm von Lotus begann James Key 1998 seine Formel-1-Laufbahn – als Dateningenieur bei Jordan, wo er anschliessend Renningenieur von Takuma Sato wurde. Nach einem Jahr in der Aerodynamik-Abteilung wurde er Leiter Fahrdynamik. Bald nach der Übernahme des Teams durch die Midland-Gruppe wurde er 2005 Technischer Direktor. In dieser Position blieb er während der Metamorphosen des Teams zu SpykerF1 und schliesslich zu Force India.

Key zeichnete verantwortlich für das Modell VJM02, mit dem das Privatteam 2009 eine Pole-Position, einen Podestplatz und eine schnellste Rennrunde holte. «Das waren schöne Erfolge», sagt James, «aber es gab auch vorher schon Höhepunkte.» Der erste Sieg 1998 mit Jordan war zweifelsohne einer. Auch an die Saison 1999 erinnert er sich gern – er genoss die Zeit als Dateningenieur für Heinz-Harald Frentzen, der bis kurz vor Schluss der Saison Titelchancen hatte.

Im April 2010 wurde James Key Technischer Direktor von Sauber, als Nachfolger von Willy Rampf. Key eilte der Ruf voraus, aus bescheidenen Mitteln das Maximum zu schöpfen, und das gelang ihm auch beim Schweizer Rennstall. Leider hatten er und Sauber nicht die gleiche Vision, wie es weitergehen soll: Im Januar 2012 verliess Key das Team, er hatte sich eingeengt gefühlt. Im darauf folgenden September holte ihn Franz Tost zur Scuderia Toro Rosso nach Faenza.

Seit Key dort tätig ist, geht es aufwärts: WM-Rang 8 2013, dann drei siebte Ränge im Markenpokal 2014, 2015 und 2016. Das Chassis des Toro Rosso STR11 der jungen Max Verstappen und Carlos Sainz junior galt als eines der besten im Feld. Der anfällige und brustschwache Renault-Motor verhinderte 2014 und 2015 bessere Ergebnisse, 2016 begann Toro Rosso stark, aber mit den Vorjahresmotoren von Ferrari geriet der Rennstall aus Faenza gegenüber den direkten Rivalen mehr und mehr ins Hintertreffen. Denn eine Entwicklung des 2015er Motors während der Saison 2016 war nie vorgesehen.

Zum Abschalten versenkt James Key sich gerne in Bücher. Dick müssen sie sein. Es können Romane sein, Spionagegeschichten oder Science-Fiction, auf jeden Fall Handlungen, in die man abgleiten kann und die nicht so schnell aufhören. Auch in Sachbücher kann er sich vertiefen. Ob Biologie, Astro-Physik oder Geschichte – ihn fesselt, was um uns herum geschieht und was die Welt zusammenhält.

2017 visierte Toro Rosso den fünften Schlussrang an. Das klingt vermessen, aber der neue Wagen aus der Feder von James Key war nicht nur bildschön, sondern auch schnell. Ungestüme Piloten und die jämmerliche Standfestigkeit der Renault-Motoren verhinderten, dass beim WM-Finale von Abu Dhabi der sechste Platz gegen Renault verteidigt werden konnte. Am Ende fehlten auf Rang 5 von Williams dreissig Punkte.

Rang 5 wäre machbar gewesen, hätte Carlos Sainz die Saison in der Form des ersten Saisondrittels gefahren. Der Madrilene punktete in den ersten sechs Rennen fünf Mal und wurde in Monaco Sechster sowie in China und Bahrain Siebter. In Singapur wurde der junge Spanier sogar Vierter. Ab Texas sass er jedoch in einem Renault – als Red-Bull-Leihgabe an Renault.

Toro Rosso experimentierte zu diesem Zeitpunkt mit Brendon Hartley und Pierre Gasly, Daniil Kvyat hatte das Team bereits verlassen. In den letzten sechs Rennen des Jahres gab es nur noch eine Punktefahrt (Kvyat Zehnter in Texas). Das war einfach zu wenig.

Im August gab Toro Rosso bekannt: James Key bleibt Technikchef. An Arbeit mangelt es nicht: Für 2018 kommt ein Honda-Motor ins Heck.

«Die Aggregate sind grundverschieden. Ein sehr kompaktes Aggregat, aber in einer anderen Architektur als der Renault-V6 zuvor. Du kannst nicht den gleichen Raum nutzen. Da braucht es am Wagen schon Einiges an Anpassungsarbeit.»

Gemäss des 45jährigen Engländers ist es ganz wichtig, dass die bereits geleistete Arbeit im Windkanal nicht für die Katz gewesen ist. «Wir haben da eine hausinterne Regel, die besagt – wenn der Wagen schon eine ganze Weile im Entwicklungsprozess steckt, dann sollen grössere Bereiche wie die aerodynamische Oberflächen nicht mehr geändert werden. Es ist also nicht so, dass wir bei null anfangen. Wir haben das grundsätzliche Konzept des 2017er Autos übernommen und verfeinern das nun.»

Ein Grund, wieso Fred Vasseur bei Sauber die Absichtserklärung für ein Dreijahres-Abkommen zerriss: «Ich ahnte damals schon, dass die Ehe zwischen McLaren und Honda in die Brüche gehen würde. Also fragte ich mich: Wer soll für uns ein Getriebe bauen?»

Bei Toro Rosso stellt sich diese Frage nicht. Das Getriebe ist ein Design von Toro Rosso, mit Innereien, die Red Bull Technology entwickelt hat. Das neue Getriebe ist brandneu und baut kürzer als jenes von 2017.

James Key: «Layout und Grösse sind verschieden. Das Konzept des Getriebes ist das gleiche, aber die Architektur ist anders. Einige Innereien werden wir beibehalten, andere sind optimiert, viele Teile werden ausschliesslich für uns gemacht. Aber komplett anders als das Getriebe des 2017er Renners wird es auch nicht.»

Key ist leise enttäuscht: «Die Menschen unterschätzen, wie viel Arbeit bei Toro Rosso selber gemacht wird. Ich glaube, viele verkennen den Rennstall. Klar macht es Sinn, so eng wie möglich mit Red Bull Racing zu arbeiten, aber wir haben beispielsweise eine eigene Aerodynamiktruppe in Bicester, England, zusammen mit dem eigenen Windkanal. Gemäss Reglement musst du da unabhängig sein. Das komplette Design des Wagens entsteht in Faenza. Die einzigen Teile von Red Bull Technology sind die Getriebeteile.»

Die Saison 2018 mit Honda verlief nicht ganz so erfolgreich wie erhofft. Aber James Key erlebte das nicht mehr vor Ort: Ende Juli kam aus heiterem Himmel die Meldung, dass McLaren sich die Dienste von Key gesichert habe; ungeachtet dessen, dass er einen Vertrag mit Red Bull besitzt. Es entstand ein Tauziehen hinter den Kulissen, letztlich wurde ein Kompromiss gefunden. Im Laufe der Saison 2019 nimmt James Key seine Arbeit bei McLaren auf.

 

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