Steckbrief

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Ron Dennis

Management

Vorname: Ron
Nachname: Dennis
Spitzname:
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Nationalität: Großbritannien
Geburtsdatum: 01.06.1947, Großbritannien (73 Jahre, 3 Monate und 18 Tage)
Familienstand: Geschieden
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Ron Dennis kann auf eine lange Karriere im Motorsport zurückblicken, er gilt als einer der besten Manager im Rennsport, mit Erfolgen, die für sich sprechen. Für seine herausragenden Leistungen hat er mehrere Auszeichnungen erhalten.

1966 begann Ron Dennis seine Laufbahn bei Cooper Racing Cars, genauer gesagt als simpler Mechaniker für Jochen Rindt. Wenig später wechselte er zu Brabham und wurde 1968 Chefmechaniker von Jack Brabham.

In den Folgejahren versuchte Dennis immer wieder, eigene Rennprojekte auf die Beine zu stellen. Es blieb zunächst bei letztlich gescheiterten Versuchen, beispielsweise mit Rondel Racing, als kurz vor dem Einstieg in die Motorsport-Königsklasse Sponsor Motul den Rückzug erklärte.

Dennis schaffte den Einstieg schließlich 1980 durch eine Fusion seiner 1976 gegründeten Firma Project Four Racing mit McLaren. Das führt zur noch heute verwendeten Modellbezeichnung bei McLaren – MP4 (McLaren Project 4) und dann einer fortlaufenden Zahl.

McLaren wurde mit den Jahren zu einem globalen Unternehmen (McLaren Group) mit mehreren Geschäftsbereichen, unter anderem als Hersteller eines Supersportwagens – ein Traum, den schon Firmengründer Bruce McLaren gehabt hatte.

Dennis führte den Rennstall als Teamchef zu zehn Fahrer-, sieben Konstrukteurstiteln und 138 GP-Siegen, unter anderem mit Motoren von Honda und Mercedes.

1988 gelang Dennis mit Ayrton Senna und Alain Prost beinahe die perfekte Saison: Nur weil der ungeduldige Brasilianer in Monza über Williams-Aushilfsfahrer Jean-Louis Schlesser stolperte, verpasste McLaren das Ziel, sämtliche Saisonrennen zu gewinnen.

Mit Mercedes ging Ron Dennis 1994 eine Partnerschaft ein, auf deren Höhepunkt der Rennstall mit Mika Häkkinen 1998 und 1999 den Fahrertitel gewann. Die Duelle des Finnen mit Ferrari-Star Michael Schumacher waren legendär.

2009, ein Jahr nach dem McLaren-Titel seines Zöglins Lewis Hamilton, trat Ron Dennis nach 28 Jahren als Teamchef zurück, blieb jedoch Mitbesitzer des Teams und konnte so weiterhin Einfluss bei wichtigen Entscheidungen ausüben.

Sein Nachfolger wurde Martin Whitmarsh, den er wiederum Anfang 2014 als Teamchef wieder ablöste. Er kündigte nach sportlich schwachen Jahren eine Neuausrichtung an und organisierte ein Comeback der erfolgreichen Ära mit Motorenlieferant Honda, die 2015 schließlich wieder startete. Die Traumpaarung erwies sich als Alptraum: Honda war bei der Rückkehr in die Formel 1 eine einzige Enttäuschung – McLaren wurde in der WM Zweitletzter und musste viel Hohn und Spott einstecken.

Ron Dennis liess sich davon nicht beirren: «Es gibt nur einen Weg, wie man in der modernen Formel 1 Weltmeister wird – durch die Zusammenarbeit mit einem Autohersteller und durch eigene Lösungswege. Beides machen wir, und wir sind uns dessen bewusst, dass eine schmerzliche Lehrphase notwendig ist.»

Am 15. November 2016, nach wochenlangen Gerüchten um internen Streit bei McLaren, dann der grosse Knall: Geschäftsleiter Ron Dennis wurde von den anderen Teilhabern der McLaren Technology Group gezwungen worden, seinen Posten als CEO zur Verfügung zu stellen.

Die McLaren-Gruppe gehört zur Hälfte Mumtalakat (einem Staatsfonds aus Bahrain), und damit der Königsfamilie des Inselstaats, zu 25 Prozent der Saudi/TAG-Gruppe von Mansour Ojjeh und zu 25 Prozent dem Erfolgsmanager Ron Dennis. Die Bahraini und Ojjeh sind seit längerem mit der Firmenführung von Dennis unzufrieden gewesen. Dennis wurde bis Januar 2017 freigestellt, dann wäre sein Vertrag ohnehin ausgelaufen.

Der Erfolgs-Manager kommentierte bitter: «Die Begründungen, die mir für diesen Schritt präsentiert worden sind, die sind komplett unecht. Mein Management-Stil ist der Gleiche, den ich immer hatte und der es McLaren ermöglicht hat, eine Auto- und Technikgruppe zu werden, welche 20 WM-Titel eroberte und mehr als 850 Millionen Pfund im Jahr Umsatz macht. Letztlich ist klar geworden, dass weder TAG noch Mumtalakat meine Vision von McLaren in Bezug auf die Wachstumsmöglichkeiten teilt.»

«Ich werde meine Rolle als Teilhaber und meine Sitze im Vorstand nutzen, um die Interessen von McLaren zu wahren. Darüber hinaus plane ich einen Investment-Fonds für Technik, wenn meine vertraglichen Pflichten für McLaren ablaufen.»

Bis zuletzt hatte sich Ron Dennis sogar am Obersten Gerichtshof von London gegen die Bestrebungen der anderen Teilhaber gewehrt, abgesetzt zu werden, erfolglos. Ebenso erfolglos wie der Versuch, mit einer Gruppe chinesischer Investoren McLaren zu übernehmen.

Selbstherrlichkeit und mangelnder Erfolg haben Dennis den Posten gekostet – seit vier Jahren oder Brasilien 2012 ist McLaren ohne GP-Sieg, der Rennstall hat zahlreiche Sponsoren verloren und ist seit dem Weggang von Vodafone Ende 2013 ohne Hauptgeldgeber, die neue Partnerschaft mit Honda erwies sich als Fehlstart. McLaren erlebte 2015 vorwiegend wegen der schlechten japanischen 1,6-Liter-V6-Motoren die erfolgloseste Saison seit der Teamgründung. 2016 gab es einen Aufwärtstrend, aber McLaren-Honda war ein Schatten der früher so erfolgreichen Seilschaft.

Für McLaren war die Entmachtung von Ron Dennis ein einschneidender Schnitt: Seit 1980 war er Teil des zweitältesten Rennstalls der Welt, als sein «Project Four Racing» mit dem serbelnden McLaren-Team fusionierte. Die Rennwagen heissen bis heute MP4 plus eine von Jahr zu Jahr steigende Zahl, wobei MP4 für «McLaren Project Four» steht.

Unter der Führung von Ron Dennis wurde McLaren zum zweiterfolgreichsten Rennstall der Formel 1 hinter Ferrari – mit Niki Lauda, Alain Prost, Ayrton Senna, Mika Häkkinen und Lewis Hamilton wurden insgesamt zehn Fahrer-WM-Titel eingefahren, dazu wurde in diesen Jahren sieben Mal der Konstrukteurs-Pokal erobert.

Offenbar sind die Bahraini und Mansour Ojjeh davon überzeugt: Ein jüngerer CEO würde frischen Wind ins Team bringen. Den fanden sie in Form des kalifornischen Sportmarketing-Spezialisten Zak Brown, Selfmade-Millionär. Brown bringt McLaren wieder auf Zak. Eine neue Ära hat begonnen. Ohne Ron Dennis.

Ron Dennis © LAT Ron Dennis

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