«Meilenstein»: Formel E enthüllt das Gen2-Batmobil

Von Andreas Reiners
Formel E
Das neue Formel-E-Auto

Das neue Formel-E-Auto

Ende Januar hatte die Formel E bereits Bilder des neuen Boliden veröffentlicht. Am Dienstag in Genf enthüllten Alejandro Agag und Jean Todt auf dem Autosalon in Genf feierlich und ganz offiziell das «Batmobil».

Der Roboterarm des Seriensponsors ABB machte es nicht unnötig spannend. Innerhalb von wenigen Sekunden war das knallgelbe DHL-Tuch verschwunden und der Blick auf das neue Formel-E-Auto freigegeben. Ja, eine riesige Überraschung war es nicht mehr, die Elektroserie hatte bereits Ende Januar Bilder des neuen Boliden veröffentlicht. Auf dem Autosalon in Genf gab es nun die ganz offizielle Vorstellung der Zukunft der Serie.

«Es ist unglaublich, die Entwicklung in nur vier Jahren zu sehen. Dieses Auto ist ein Meilenstein auf unserer Reise», sagte FIA-Präsident Jean Todt. In der Tat kann man von der Serie halten, was man will, doch das neue Auto ist ein Blickfang. Die Vorderräder sind in der Art eines LMP1-Renners verkleidet, die Flügel sind aggressiv angestellt, das ganze Styling wirkt mutiger und zeitgemäßer, dafür fehlt zum Beispiel der traditionelle Heckflügel. Nicht umsonst spielt die Formel E mit dem Batmobil-Begriff als Anspielung auf das Gefährt des Superhelden Batman. Übrigens eine Idee von Todt.

«Das war nicht mein Designfavorit, das war Jean Todts Wahl. Wir hatten zwei Optionen und mir hat die andere mehr gefallen. Er mochte dieses Konzept. Er ist der Boss, deshalb haben wir es übernommen. Und ich muss sagen: Er lag richtig«, sagte Serienchef Alejandro Agag. «Dieses Auto unterscheidet die Formel E visuell von allen anderen Single-Seatern im Motorsport. Wenn die Leute dieses Auto sehen, werden sie sagen, dass es die Zukunft ist.»

Auch der neue Cockpitschutz Halo wurde verbaut, ist in der Formel E allerdings mit LED-Licht versehen. Was ebenfalls auffällt: Der fehlende Heckflügel, stattdessen hat der Bolide einen riesigen Diffusor. Die Autos werden von Spark Racing Technologies gebaut (einer Tochterfirma von Sauber-Teamchef Fred Vasseur), an Bord untergebracht ist eine Batterie neu von McLaren Applied Technologies, nicht mehr bis bisher von Williams Advances Engineering.

Sie leistet 54 und nicht mehr wie bislang 28 kWh. Heißt: Die Batterien schaffen eine komplette Renndistanz, ein Fahrzeugwechsel wie bisher ist nicht mehr nötig. Dazu steigt auch die Leistung, umgerechnet sollen die Autos künftig 340 PS leisten. Damit wird das Auto bis zu 280 km/h schaffen. Der Bolide ist 5160 mm lang und 1770 mm breit, wiegt 900 Kilogramm, die Batterie 385 Kilogramm.

Aus deutscher Sicht ist Audi vor dieser Saison werksseitig in die Formel E eingestiegen. Zur Saison fünf 2018/19 folgt BMW, die Münchner übernehmen nach Jahren der engen Zusammenarbeit das Andretti-Team. Ab 2019/20, also ab Saison sechs, folgen schließlich Mercedes und Porsche. Insgesamt ist bei zwölf Teams beziehungsweise 24 Autos in der Startaufstellung Schluss.

Die Kosten für die Teams gehen ab Saison 5 trotz der neuen Autos runter. Denn: Ein Bolide inklusive Einheits-Chassis (299.600 Euro), Batterie (200.000), Antriebsstrang (250.000) und Halo (12.700) plus Verwaltungsgebühren für Privatteams kostet dann maximal 817.300 Euro.

Gespart wird durch den nicht mehr notwendigen Autowechsel. Heißt: Ein Team benötigt nur noch zwei statt vier Autos, die aktuell rund 480.000 Euro kosten. Unter dem Strich werden also Kosten eingespart. Das soll auch so bleiben, ein Wettrüsten soll es explizit nicht geben, weshalb die Hersteller nur wenige Entwicklungsfreiheiten haben.

«Mit der fünften Saison Ende 2018 gehen wir in die zweite Phase unseres Drei-Stufen-Plans. Die Batteriekapazität steigt an, die Leistung wird erhöht, der Autowechsel fällt weg. Nach vier weiteren Jahren, also 2023, kommen neue technische Freiheiten. Die Details müssen noch besprochen werden. Radnabenmotoren sehe ich nicht, aber wahrscheinlich einen Motor vorn und einen hinten», kündigte Agag bei Auto Bild Motorsport an.

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