Historie: Der sinnlose Tod des Ignazio Giunti

Von Guido Quirmbach
Ignazio Giunti im Ferrari 312PB auf einer seiner letzten Runden

Ignazio Giunti im Ferrari 312PB auf einer seiner letzten Runden

Vor 39 Jahren starb der Italiener Ignazio Giunti bei einem Unfall in Buenos Aires, der vollkommen überflüssig war.

Ignazio Guinti war 29 Jahre alt und stand am Etappenziel seiner Wünsche. Er war Werksfahrer bei Ferrari und konnte bereits 1970 seine ersten Grand Prix für den Rennstall aus Maranello fahren. Beim GP von Belgien erreichte er mit Rang vier seine ersten WM-Punkte. Sein erster Einsatz 1971 war allerdings in der Marken-WM, die 1000km von Buenos Aires am 10. Januar 1971.

Es lief gut für Ignazio Giunti, der sich einen Ferrari 312 PB mit Arturo Merzario teilte. Bereits im Training konnte man den kleinen, offenen Sportwagen gegen die Konkurrenz von vier Porsche 917 der Teams von John Wyer und Hans-Dieter Dechent in die erste Reihe stellen. In den ersten Rennrunden gab es dann auch einen Dreikampf der 917er von Vic Elford und Pedro Rodriguez sowie Guinti`s Ferrari.

Die Porsche mussten früher zur Tankstelle, somit übernahm Giunti die Führung. Den Zeitpunkt zum Tanken verpasst hatte hingegen Jean Pierre Beltoise, der sich mit seinem Namensvetter Jabouille einen Matra teilte. Der blieb nämlich rund 600m vor der Boxeneinfahrt stehen. Beltoise schob nun seinen Wagen auf der Strecke. Doch er musste nicht nur die leicht bergauf führende Start/Ziel-Geraden hinauf, sondern auch noch mit dem Wagen überqueren, da die Boxengasse an der rechten Streckenseite war, sein Matra sich aber noch links befand.

Drei Runden ging das gefährliche Unterfangen gut, dann drehte Beltoise das Lenkrad nach rechts und schob den Wagen mehr und mehr Richtung Streckenmitte. Im 38. Umlauf befand sich Giunti im Windschatten des Fillipinetti-Ferraris von Mike Parkes, als der Richtung Ziellinie fuhr. Parkes fand links noch einen Weg vorbei am Matra. Doch Giunti , der hinter dieser Kuppe und dazu noch hinter seinem Konkurrenten den aktuellen Standort des praktisch stehenden Matra nicht sehen konnte, scherte aus und knallte in den Wagen von Beltoise. Der hatte Glück, weil er gerade wieder neben seinem gestrandeten Boliden stand.

Der Aufprall war fürchterlich, der Ferrari explodierte regelrecht, vor den Augen der Besucher auf der vollbesetzten Haupttribüne entbrannte ein Inferno, in dem Ignazio Giunti den Tod fand. Das Fehlverhalten von Beltoise sorgte für eines der dunkelsten Kapitel der Rennsportgeschichte.

Beltoise wurde kurz nach dem Unfall von den argentinischen Behörden verhört. Später erhielt er Geldstrafen und zeitweisen Lizenzentzug. Doch er kam wieder und gewann ein Jahr später den Grossen Preis von Monaco.
 
Ignazio Giunti bekam posthum ebenfalls eine Teilschuld zugesprochen, man warf ihm vor, die Flaggenzeichen nicht beachtet zu haben.

Enzo Ferrari schrieb über ihn: «Es schien sich Ignazio Giunti auch eine brillante Zukunft im Monoposto zu eröffnen. Er hatte Talent, besass Leidenschaft und viele mochten ihn.»
 

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