Nürburgring: ADAC macht Druck

Von Guido Quirmbach
Vermischtes Sonstiges
Nürburg: 2011 wieder im Blickfeld der F1-Fans

Nürburg: 2011 wieder im Blickfeld der F1-Fans

ADAC-Präsident Peter Meyer fordert in einem offenen den Ministerpräsidenten von Rheinland-Pfalz Kurt Beck zum Handeln auf.

Im Januar hat das Land Rheinland Pfalz den Pachtvertrag mit der Nürburgring Automotive GmbH gekündigt. Passiert ist seitdem allerdings nichts mehr. Die Betreiber sind trotz der Kündigung nach wie vor an Ort und Stelle.

Dies wirft aber Probleme auf, vor allem für die Zukunftsplanung. Denn potentielle Kunden des Nürburgrings für 2013 brauchen Ansprechpartner. Momentan ist dies nicht gewährleistet, einige Veranstalter drohten bereits mit Rückzug. So auch zum Beispiel der Veranstalter von «Rock am Ring», jenes für die Region wichtige Musikspektakel, bei dem regelmässig rund 90.000 Menschen vier Tage am Nürburgring verweilen.

Nun fordert der ADAC in einem offenen Brief den Ministerpräsidenten von Rheinland Pfalz, Kurt Beck, zum Handeln auf. Unter anderem fordert der ADAC-Präsident Beck auf, das Thema Nürburgring zur Chefsache zu machen. Es ist bezeichnend für die Ernsthaftigkeit des Briefes, dass er vom ADAC-Präsident, er spricht für rund 18 Millionen Mitglieder, und nicht von der Sportabteilung unterzeichnet ist.

Der ADAC richtet mit seinen Gauen einen Grossteil der Motorsportveranstaltungen am Nürburgring aus. Weiterhin ist der ADAC einer der Träger des Vereins «Ja zum Nürburgring», der ebenfalls kürzlich nach einer Mitgliederversammlung eine Resolution zur Zukunft des Nürburgrings verabschiedet hat.

Der offene Brief im Wortlaut:

Sehr geehrter Herr Ministerpräsident Beck,

mit Sorge betrachtet der ADAC die aktuelle Entwicklung am Nürburgring und seine damit zusammenhängenden Motorsportveranstaltungen.

Hintergrund ist die ungeklärte Pachtsituation zwischen der weitgehend landeseigenen Nürburgring GmbH und der privaten Pächterin des Nürburgrings, der Nürburgring Automotive GmbH. Die damit verbundenen Planungsunsicherheiten für Motorsportveranstaltungen haben gravierende Auswirkungen, denn die Frist für die Anmeldung Internationaler Motorsportveranstaltungen bei der internationalen Motorsportbehörde FIA in Paris endet am 31. Juli 2012, die nationale Frist beim Deutschen Motor Sport Bund (DMSB) in Frankfurt läuft am 13. August 2012 ab. Veranstalter wie der ADAC brauchen daher umgehend Rechts- und Planungssicherheit.

Der ADAC erwartet deshalb von der Landesregierung, dass sie schnellstmöglich dafür sorgt, dass rechtsverbindliche Verträge mit eindeutigen Zusagen für die Ausrichtung all seiner Motorsportveranstaltungen, wie zum Beispiel für das ADAC Zurich 24h-Rennen oder den Int. ADAC Truck-Grand-Prix, kurzfristig geschlossen werden können. Dabei geht der ADAC davon aus, dass Sie, Herr Ministerpräsident, umgehend einen kompetenten Entscheidungsträger benennen, der zunächst die angemeldeten Veranstaltungstermine bestätigt, in der Folge die vertraglichen Konditionen verbindlich mit dem ADAC verhandelt und somit die notwendige Rechtssicherheit geschaffen wird.

Dabei kann es sich beim künftigen Vertragspartner nicht um die gekündigte private Pächterin Nürburgring Automotive GmbH handeln, denn diese wird entweder zeitnah freiwillig oder zukünftig gezwungenermaßen den Nürburgring zurückgeben müssen.

Die Landesregierung von Rheinland-Pfalz muss endlich klare Verhältnisse schaffen, ansonsten wird es zumindest 2013 keine großen ADAC Motorsportveranstaltungen am Nürburgring geben. Dies würde nicht nur wirtschaftliche Verluste in Millionenhöhe für die Region bedeuten, sondern auch weitere Arbeitsplätze gefährden.

Nach Auffassung des ADAC muss der Nürburgring als Sportstätte ohnehin öffentlich-rechtlich mit dem klar definierten Auftrag als Infrastruktur- und Wirtschaftsförderungsgesellschaft betrieben werden, um so für die Region und für eine Vielzahl von Veranstaltungen wieder attraktiv zu sein.

Ich bin sicher, dass es nicht in Ihrem Interesse liegt, den Ring zu einer Kirmesmeile verkommen zu lassen. Deshalb fordere ich Sie auf, den Nürburgring zur Chefsache zu machen, das Chaos zu beenden und so auch in Zukunft professionellen Motorsport sowie bezahlbaren Breitenmotorsport möglich zu machen.

Geben Sie, Herr Ministerpräsident, eine klares Votum für die Region, für den Motorsport und für den Breitenmotorsport am Nürburgring ab.

Aufgrund des oben erwähnten Termindrucks erwarte ich gern Ihre Nachricht.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Meyer

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