Happy Birthday in der Eifel

Von Guido Quirmbach
Vermischtes Sonstiges
Das Ziel war erreicht, die Formel 1 ist wieder da: Start 1984

Das Ziel war erreicht, die Formel 1 ist wieder da: Start 1984

25 Jahre Grand Prix-Kurs am Nürburgring.

Können Sie sich noch erinnern?

An das Geschrei, dass als sich die Formel 1 nach 1976 von der Nürburgring-Nordschleife verabschiedete. Als alles gegen Niki Lauda wetterte, als wäre er alleine verantwortlich für den Umzug. An die vielen neuen Streckenpläne, wie denn ein Grand Prix-Kurs in der Eifel aussehen könnte? Als der Rheinland Pfälzische Landtag die gesamten Fördergelder plötzlich strich? Als Hans Joachim Stuck und Nelson Piquet beim 1000km-Rennen 1980 einen BMW M1 pilotierte, mit dem Streckendesign der Nordschleife und der Aufschrift «Ja zum Nürburgring»?

Als das notwendige Geld nach vielen Protesten dann doch kam und endlich der erste Spatenstich kam? Der alte Start/Ziel-Bereich im Herbst 1982 den Baggern zum Opfern fiel? Als 1983 alle Rennen auf der verkürzten Nordschleife mit der improvisierten Boxengasse gefahren wurde, die heute noch zum Beispiel bei der Rundstrecken-Challenge genutzt wird? Als Stefan Bellof im Training zu den 1000km die 200km/h-Marke überschritt? Und dann im Rennen fürchterlich abflog?

Diese vielen und noch unzähligen weiteren Episoden dieser Zeit endeten am 12. Mai 1984. Da wurde der neue Grand Prix-Kurs eröffnet. Bei bestem Eifelwetter (also Kälte und Regen von rechts, links, vorne, hinten, unten und sogar von oben!) pilgerten 100.000 Zuschauer zur Feier, einem Mix aus Show und Sport. Marius Müller Westernhagen, Nena und die Spider Murphy Gang gaben ein Open Air-Konzert. Die deutsche Industrie schickte ihre Museumsboliden auf die Strecke, auch die damals aktuellen BMW-getriebenen Formel 1- Boliden von Arrows, Brabham und ATS (mit Teamchef Günther Schmid am Steuer) fuhren Demo-Runden. Und es gab ein Show-Rennen mit identischen Mercedes 190E 2,3ltr.-16V mit vielen Stars. Ayrton Senna gewann damals vor Niki Lauda. Erst zwei Wochen später sollte Senna beim Regen-GP von Monaco auch den nicht-Insidern erstmals seine Brillanz demonstrieren, als er im unterlegenen Toleman zweiter wurde.

Apropos Senna: Heute ist fast vergessen, dass er neben der Eröffnung und dem Grand Prix im Herbst noch ein drittes Rennen auf dem Nürburgring bestritt, nämlich die 1000km. Damals startete er mit Henri Pescarolo und Stefan Johansson auf einem Joest-Porsche 956 und wurde nach Problemen mit der Kupplung Achter. Es war bis zum tragischen Ende sein letztes Autorennen ausserhalb eines Formel 1 und sein einziger Auftritt im Sportwagen überhaupt.

Am 7. Oktober 1984 war dann das Ziel des Umbaus erreicht, die Formel 1 kehrte in die Eifel zurück. Es begann mit einem Paukenschlag, im ehrwürdigen Castrol-S flogen gleich vier Fahrer von der Strecke, unter anderem auch Keke Rosberg, der genau dieses Szenario im Vorfeld in einer Fachzeitschrift angekündigt hat. Alain Prost im McLaren-TAG-Turbo war der erste Grand Prix-Sieger der Neuzeit am Ring.

Der neue Ring war neben Le Castellet die erste Rennstrecke einer neuen Generation. Sicherheit war der oberste Aspekt, die Bedürfnisse der Zuschauer waren erst in zweiter Linie wichtig. Das führte zu heute üblichen Zäunen und Abstände zur Strecke, für die im Vergleich zur Nordschleife ein Fernglas notwendig war.

Dementsprechend kämpfte der «neue Ring» lange um die Akzeptanz der Besucher. Länger, als es der damaligen Geschäftsführung lieb war. Der Grosse Preis von Deutschland 1985 fand gerade einmal vor 40.000 Zuschauern statt. Aber es gab damals auch keinen deutschen Held, der hätte gewinnen können, dazu konnten die Menschen in den 1980ern auch täglich neue Freizeit-Möglichkeiten erfahren. Erst gegen Ende der Dekade wurde er mehr und mehr auch von den Rennfans akzeptiert, nachdem Veranstaltungen wie  «Rock am Ring» oder der «Truck Grand Prix» Prix neues Publikum in die Eifel gebracht haben.

Es hat sich auch in den letzten 25 Jahren viel verändert. Neue Boxenanlage, Mercedes-Arena und manche Kurve hat bereits ihren dritten Namen. Nur das Wetter ist immer noch gleich schlecht wie 1984. Oder 1927.

Herzlichen Glückwunsch Grand Prix-Kurs Nürburgring!

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